Sie trauen sich wieder: Öl- und Energiekonzerne wollen vermehrt im Irak fördern. Das würde den Ölpreis mindern - wenn die Förderquoten gleich bleiben.
Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell steht in Irak vor Abschluss eines Milliardengeschäfts. Die irakische Regierung will das Unternehmen für die Entwicklung eines großen Erdgasprojektes im Süden des Landes engagieren. Shell soll ein Gemeinschaftsunternehmen mit einer Gesellschaft des Ölministeriums gründen und daran einen Anteil von 49 Prozent erhalten.
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Die Rohre werden wieder geöffnet: Wenn im Irak wieder mehr Öl gefördert wird, könnte der Preis erheblich sinken. (© Foto: AP)
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Entspannung auf dem Ölmarkt
Auch andere westlich Öl- und Energiekonzerne erwarten jetzt, dass sie in Irak zurückkehren. Eine Ausweitung der irakischen Öl-Förderung könnte zur weiteren Entspannung auf dem Ölmarkt beitragen. Während die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) am Dienstag in Wien zusammen kam, fiel der Ölpreis in Richtung der 100-Dollar-Marke. Ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl WTI kostete mit 104,94 Dollar 1,3 Prozent weniger als am Vortag. Norsee-Öl der Sorte Brent fiel bis auf 101,27 Dollar je Fass.
Auf der Opec-Tagung hat es Saudi-Arabien abgelehnt, die Förderquoten zu senken. Die Saudis sperren sich gegen Hardliner wie Iran und Venezuela, die angesichts des gesunkenen Ölpreises eine Produktionseinschränkung fordern. "Der Markt ist im Gleichgewicht", erklärte Saudi-Arabiens Ölminister Ali Al-Naimi. Die Opec berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.
Seit den Höchstkursen im Juli bei mehr als 148 Dollar je Fass ist der Ölpreis um etwa 25 Prozent gesunken. Hauptursache ist die zuletzt nachlassende Nachfrage aufgrund schwächerer Konjunkturaussichten für die Weltwirtschaft. Eine Rolle spielt zudem der relativ starke Dollar, der auch zum Euro zugelegt hat. Öl wird überwiegend in der amerikanischen Währung abgerechnet.
Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft
Nach Meinung von Experten kommt hinzu, dass die spekulativen Einflüsse, die den Ölpreis Anfang des Jahres hochgetrieben haben, an Kraft verloren haben. "Dies sind alles Anzeichen für eine weitere Ölpreisabschwächung", erklärt Joel Fingerman, Analyst bei der Chicagoer Finanzfirma Fundamental Analytics. Er rechnet sogar mit einem Preis von 80 Dollar pro Barrel im Herbst. An den Märkten gibt es allerdings Befürchtungen, dass Hurrikans in den nächsten Wochen zu Produktionsausfällen im Golf von Mexiko führen könnten. "Wenn wir nicht die Wirbelstürme hätten, dürfte Öl angesichts der derzeitigen Stimmung am Markt unter 100 Dollar das Barrel notieren", erklärte Tetsu Emori, Fondsmanager bei Astmax.
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