Ein Flachbildfernseher als Weihnachtsgeschenk? Angeblich kostenlose Kredite sollen die Anschaffung erleichtern - können sich aber als echte Verbraucherfallen entpuppen.
So ein Flachbildfernseher ist eine feine Sache. Mal abgesehen vom Preis. Damit trotz Wirtschaftskrise bald möglichst viele davon auf Deutschlands Gabentischen stehen, locken die Einzelhändler in diesen Tagen mit besonders günstigen Finanzierungsangeboten:
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Ein Fernsehkauf kurz vor Weihnachten ist verlockend. Große Handelsketten werben mit angeblich kostenlosen Finanzierungen - nicht selten verbergen sich Verbraucherfallen dahinter. (© Foto: dpa)
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Einige bieten die Möglichkeit, heute zu kaufen, aber erst im kommenden Jahr zahlen zu müssen. Andere bieten Teilzahlungsmodelle an - vermeintlich ohne zusätzliche Kosten. "Null-Prozent-Finanzierung" steht dann in großen, bunten Buchstaben auf den Reklamezetteln.
Kann jeder solche Finanzierungsangebote in Anspruch nehmen?
Nein. Konsumenten, die in Raten bezahlen, schließen ihre Verträge in der Regel nicht mit dem Einzelhandelsunternehmen selbst ab, sondern mit einer kooperierenden Bank.
Genau wie bei einem normalen Kredit entscheidet auch hier die Bonität des Antragstellers - wer seine Zahlungspflichten also schon allzu oft vernachlässigt hat, wird voraussichtlich keine Finanzierungszusage bekommen.
Gleiches gilt für Angebote, erst drei oder sechs Monate nach dem Kauf die Rechnung bezahlen zu müssen. Verbraucherorganisationen sehen solche Modelle zudem grundsätzlich kritisch. Sie fürchten, dass sie die Menschen dazu verleiten könnten, Anschaffungen zu tätigen, die sie sich eigentlich nicht leisten können.
Die Angebote würden außerdem dazu führen, dass viele Menschen vergäßen, die Preise verschiedener Anbieter zu vergleichen - weil die einzelnen Teilbeträge ja ohnehin so niedrig erscheinen.
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Venizelos kritisiert IWF-Chefin
@Jeeves: Sehe ich genauso. Süddeutsche Online ist inzwischen bei einem Aufteilungswahn angekommen, der nur noch ärgerlich ist.
Noch schlimmer ist die Situation allerdings bei dem über das Handy abrufbare Angebot: Dort muss man sich je Artikel erst durch etliche Unterseiten klicken, die kaum noch eine Displayseite Text enthalten, um dann zu erfahren, dass der Artikel weitere Kapitel mit nochmals etlichen Unterseiten enthält.
Ich habe als Konsequenz daraus den Link auf Süddeutsche Mobil von meinem Handy gelöscht und werde daher ab sofort auf den Seiten gar keine Klicks mehr generieren. Vielleicht ist es DAS ja, was man hier erreichen will...
bietet mir ein Händler einen 1000 Euro-Artikel in 12 zinslosen Monatsraten an, dann muss ich bei Barzahlung mindestens 50 Euro Nachlass bekommen - oder ich bin deppert.
"Ich weiß ja nicht. 4 Seiten für diesen Artikel? Ihnen ist schon aufgefallen, dass die Seiten je nur umdie 15 Zeilen haben? Moment. Sorry, mein Fehler. Sonst hätte man ja nicht vier Werbefelder mitten im Text einbauen können."
Das nennt man Klickstrecke und ist leider besonders beliebt bei der SZ. Vier Seiten sind ja noch harmlos, meist ist's schlimmer (leicht zu finden).
Tatütata1: "Der Verbraucher ist arm und dumm, weil er dazu gemacht wird. "
Oh yeah; da haben wir's mal wieder. Nicht etwa ein Individuum (das tendenziell a bisserl denkfaul, gierig und naiv ist; weil die Natur uns ab Werk nun mal so ausgestattet hat) ist schuld an finanziellen Fehltritten; *nein* - vielmehr gibt es ein böses, böses System, das die Menschen aktiv dumm *macht* und ausquetscht und schindet.
Und mit dieser roten Jokerkarte (der Kapitalismus ist des Menschen Feind) ist jede individuelle Verantwortung vom Tisch. Wozu vom fernseherkaufenden Menschen die Beherrschung eines Taschenrechners und rudimentäre Finanzkompetenz einfordern, wenn man die Schuld für böse Überraschungen auf die Schultern der gierigen Medienmarktmogule heben kann?
Ich finde diese reflexartige "Umschulden", wie soll ich sagen, traurig. Wir leben in einer Zeit, in der jeder sich über alles informieren kann. Ein Computer mit Internetanschluss steht auch in der kleinsten Hütte; und wenn man dann mal nicht zu irgendwelchen Daddelsites, sondern zu Verbraucherberatung und Wikipedia surft, kann man nachlesen, wie die Sache mit dem Geld funktioniert.
Eine Gesellschaft, die jeden vor allem beschützen will und im Zweifelsfall den ökonomisch sinnvoll agierenden Anbieter für die geistige Faulheit seiner Kundschaft verantwortlich macht, ist nur ein Kindergarten. Ich habe mir jedenfalls diese Null-Prozent-Angebote angesehen, ein bisschen Preisrecherche gemacht und meine Schlüsse gezogen. Das war keine Meisterleistung. Kann man eigentlich von jedem Erwachsenen verlangen.
Welch Erkenntnisse durch den super Artikel. Die Wirtschaft hat nichts zu verschenken und wer nicht liest, was er unterzeichnet, der wacht nachher schlauer (manchmal auch nicht) auf...
Paging