"Früher sollte die Kirche von außen was hermachen und protzig wirken. Bartning hat dies abgelehnt. Unter seinem Einfluss ist die Gemeinde näher an den Altar gerückt, das Gestühl steht oft im Halbkreis. Bartning hat die Funktion einer Kirche als Versammlungsraum betont, wobei immer die sakrale Nutzung im Vordergrund steht", so Wittig.

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Er erinnert zugleich an Bartnings vergessene Bedeutung als Initiator der Bauhaus-Bewegung: "Bartning hat zum ersten Treffen dieser Bewegung unter anderem Gropius eingeladen, in seiner Wohnung entstanden die ersten Manuskripte zu dieser neuen Idee des Bauens. Gropius hat das Bauhaus dann im Alleingang gegründet. Bartning hat nicht zum Bauhaus gehört, aber Bauten errichtet, die diesem Stil sehr ähneln." Am umfangreichsten zeigt sich heute sein Werk auf Helgoland, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1959 maßgeblich am Wiederaufbau beteiligt war und einen skandinavischen Stil durchsetzte, mit einheitlicher Farbgestaltung und ohne viel Schnörkel.

Es ging dem einstigen Präsidenten des Bundes Deutscher Architekten (1950 bis 1959) nie um den schönen Schein, sondern um die substantielle Lösung konkreter Probleme. So sind viele seiner Aussagen bis heute aktuell, etwa auch folgende: "Die Kirche soll alle Tage geöffnet sein...Dem Diebstahl ausgesetzte Schmuckwerte sollen lieber vermieden werden, als dass um des Schmuckes willen die Kirche an sechs Tagen der Woche verschlossen bleibt."

Information: Ausstellungen zu Bartnings Werk sind in folgenden von Bartning erbauten Kirchen zu sehen: 11. April bis 17. Mai: Cyriakkapelle Erfurt, Im Gebreite 75; 21. bis 23. Mai: während des evangelischen Kirchentags in der Andreaskirche in Bremen-Gröpelingen, Lütjenburger Str. 22; 12. bis 21. Juni: St. Petri-Kirche Hannover-Döhren, Am Lindenhofe 19; 23. August bis 13. September: Kreuzkirche Vlotho-Wehrendorf, Wehrendorfer Str. 46. Weitere Einzelheiten: www.otto-bartning.de

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  1. Holzkirche zum Selberbauen
  2. Nie als Provisorien gedacht
  3. Sie lesen jetzt Initiator von Bauhaus
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(SZ vom 11. 04. 2009/als)