Neuer Glücksspiel-Staatsvertrag Lottospieler können bald online tippen

Auf lotto.de konnten sich Spieler bisher nur informieren, Kreuzchen machen war nicht erlaubt. Doch bald ist das Tippen auch online möglich. Denn das spült Geld in die Staatskassen.

Lottospieler können ihre Kreuzchen schon bald im Internet machen. Die staatlichen Lottogesellschaften wollen in den kommenden Wochen eine Online-Tippabgabe anbieten und damit den jährlichen Spielumsatz um eine Milliarde Euro steigern. "Das Angebot unter der Zentraladresse lotto.de wird in Kürze starten", sagte Erwin Horak dem Handelsblatt, Chef von Lotto Bayern und federführend beim Deutschen Lotto- und Totoblock.

Die Online-Tippabgabe wird möglich, weil seit 1. Juli der neue Glücksspiel-Staatsvertrag gilt. Die Übereinkunft der Bundesländer erlaubt dem Lotto- und Totoblock, im Web aktiv zu sein. Dies war vorher verboten. Die Spieler konnten sich auf der Seite der staatlichen Lotteriegesellschaften lediglich informieren.

Bereits kurz nach der Jahrtausendwende war es möglich gewesen, Lottotipps im Internet abzugeben. Das Bundesverfassungsgericht hatte das aber hierzulande 2006 untersagt.

Mit dem neuen Internetauftritt erhält die Lotterieverwaltung die Chance, besser mit den Privatanbietern zu konkurrieren. Weltweit tätige Konzerne bieten seit Jahren jede Menge unterschiedliche Glücksspiele an, von Poker über Roulette und Sportwetten bis hin zu Lotterien. Zwar sind die Angebote der Firmen in Deutschland meist illegal. Doch die Unternehmen steuern ihre Internetseiten aus dem Ausland und entziehen sich damit weitgehend der Kontrolle der hiesigen Behörden. Das Internet macht nicht an Landesgrenzen halt.

Mittelfristig solle der Umsatz mit Lottoangeboten auf acht Milliarden Euro steigen, so Horak. Im vergangenen Jahr hat der deutsche Lotto- und Totoblock 6,7 Milliarden Euro umgesetzt.

Eine Umsatzsteigerung würde auch dem Gemeinwohl zugutekommen, verspricht Horak. Ein Teil der Einnahmen aus den staatlichen Lotterien wird nämlich an gemeinnützige Organisationen wie etwa Sportverbände oder Museen weitergereicht. 2,5 Milliarden Euro sind das derzeit pro Jahr, künftig rechne man mit drei Milliarden, so Horak.