Börsenbeben Dow Jones und Dax stürzen um fünf Prozent ab

Präsident Obama zeigt sich in einer Ruck-Rede zuversichtlich, dass die USA ihre Schuldenkrise überwinden können: Die Probleme seien lösbar, wenn es dazu parteiübergreifend den nötigen Willen gebe. Die Kursverluste an den Börsen setzen sich allerdings weltweit fort - der Dax notierte 5 Prozent tiefer, der MDax fast 7 Prozent, der Dow Jones 5,5 Prozent.

Die aktuellen Ereignisse an den Finanzmärkten

Die weltweite Talfahrt an den Börsen geht weiter: Nachdem es am Morgen zunächst schien, als würden die Anleger gelassen reagieren, kam es kurz vor Handelsschluss doch noch zu Panikverkäufen. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick:

Obama bei seiner Stellungnahme im Weißen Haus: "Märkte steigen und Märkte fallen, aber das hier sind die Vereinigten Staaten von Amerika", erklärt der US-Präsident.

(Foto: dpa)

[] Der Dax schloss unter 6000 Punkten. Auch der Handel an den Börsen in London und Paris verlief nervös: Der Londoner FTSE-100 lag mit 3,39 Prozent im Minus, der Pariser CAC verlor 4,68 Prozent. Aktienkurse in Griechenland fielen auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren (die aktuellen Kurse finden Sie hier).

[] Ökonomen fürchten um das Top-Rating von Frankreich, das zunehmend in den Abwärtsstrudel der Schuldenkrise zu geraten droht.

[] Zentralbanken kaufen italienische und spanische Anleihen, um die Schuldenkrise in der Euro-Zone einzudämmen.

[] Auch in den USA rutschen die Kurse massiv ab: Der Dow-Jones-Index notiert zum Handelsschluss mit 5,5 Prozent im Minus, der Technologieindex Nasdaq sogar mit 6,9 Prozent. Vor dem Hintergrund der Marktturbulenzen hat sich Präsident Obama selbstbewusst geäußert. Die Probleme der USA seien lösbar.

19:18 Uhr

Aus Unsicherheit über die Lage in der Euro-Zone setzten die Anleger wieder auf den Franken gesetzt: Der Euro fiel unter 1,07 Franken und notierte damit so niedrig wie noch nie seit seinter Einführung zum Januar 1999. Zum Dollar notierte der Euro bei 1,42 Dollar und damit fast einen US-Cent niedriger als zuletzt am Freitagabend.

19:22 Uhr

An der Athener Börse sind nach massiven Kursverlusten Leerverkäufe vorübergehend verboten. Vom morgigen Dienstag an dürften für zwei Monate lang keine derartigen Geschäfte getätigt werden, kündigt die Börsenaufsicht des krisengeschüttelten Eurolandes an.

19:38 Uhr

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet verteidigt die jüngsten Anleihen-Käufe europäischer Notenbanken: "Wir haben beobachtet, dass unsere Entscheidungen in der Euro-Zone nicht angekommen sind. Deshalb haben wir entschieden, von unseren Regeln in der Geldpolitik abzuweichen", so Trichet am Abend im ZDF. Händler teilten im Laufe des Tages mit, europäische Zentralbanken hätten in zwei Runden Staatsanleihen Italiens und Spaniens aufgekauft, um die Schuldenkrise in der Euro-Zone einzudämmen. Ein Marktteilnehmer führte aus, an der Aktion hätten sich neben der italienischen Notenbank auch andere Zentralbanken beteiligt.

19:59 Uhr

Barack Obama will sich in diesen Minuten zur aktuellen Lage an den Börsen und der Herabstufung der USA durch die Ratingagentur Standard and Poor's äußern.

20:13 Uhr

Auch im späten Handel hat sich der Kursrutsch am deutschen Aktienmarkt fortgesetzt. Der L-Dax (Late Dax), der um 20 Uhr schließt, beendete den Handel mit 5865,91 Punkten, nachdem der Leitindex Dax im regulären Geschäft bereits um 5,02 Prozent auf 5923,27 Punkte abgerutscht war.

20:17 Uhr

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat die jüngsten Anleihen-Käufe europäischer Notenbanken verteidigt. In der ARD sagte der EZB-Präsident: "Wenn die Märkte in Aufruhr sind, erreichen unsere geldpolitischen Maßnahmen, unsere Zinsentscheidungen, nicht mehr alle Volkswirtschaften. Dann können wir aus geldpolitischen Gründen auch außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel die, Sicherheiten aufzukaufen.“

20:20 Uhr

US-Präsident Barack Obama hat sich nach der Herabstufung der US-Bonität zuversichtlich geäußert, dass die USA ihre Schuldenkrise überwinden werden. Er sagte, die USA seien immer ein „AAA“-Land gewesen und würden es trotz der Bonitätsabstufung immer sein. Das Land brauche keine Ratingagentur, die ihm sage, dass sein politisches System Probleme habe, zu funktionieren.

20:37 Uhr

Obama appellierte erneut an den US-Kongress, im September Schritte einzuleiten, um bei der Schaffung von Arbeitsplätzen zu helfen. Er wiederholte seine Forderung, die Steuern für reiche Amerikaner zu erhöhen und erklärte, bei den anstehenden Verhandlungen im Kongress über eine Reduzierung der Schulden eigene Vorschläge einzubringen. Finanzmärkte weltweit hätten noch immer Vertrauen in die US-Kreditwürdigkeit. Die Märkte seien weiterhin der Meinung, dass die amerikanischen Anleihen zu den sichersten der Welt gehören: "Märkte steigen und Märkte fallen, aber das hier sind die Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte Obama.

20:56 Uhr

Der Dox Jones Index ist am Abend unter die Marke von 11.000 Punkten gesackt. Aktuell steht er bei 10.953 Punkten und damit 4,3 Prozent im Minus. Zeitweise war der US-Leitindex sogar bis auf 10840 Punkte abgesackt. Der Technologieindex Nesdaq notiert derzeit bei 2079 Punkten und damit sogar fast 5,3 Prozent niedriger als am Vortag.

21:43 Uhr

Die amerikanischen Staatsanleihen haben trotz der Herunterstufung der US-Kreditwürdigkeit zugelegt. Die zehnjährigen Bonds rückten um zwei Punkte auf 106-26/32 vor. Sie rentierten mit 2,340 Prozent. Die 30-jährigen Papiere kletterten 11/32 auf 112-24/32 und hatten eine Rendite von 3,667 Prozent. Händler sagten, die Staatsanleihen hätten angesichts des Kurseinbruchs an der Wall Street als sicherer Hafen fungiert.

22:08 Uhr

Der Handel in New Yoek ist beendet. Die Wall Street hat die Woche mit massiven Verlusten begonnen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht 5,5 Prozent tiefer mit 10.810 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 fällt um 6,7 Prozent auf 1119 Zähler - der größte prozentuelle Verlust seit Dezember 2008. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gibt um 6,9 Prozent auf 2357 Punkte nach.

23:10 Uhr

Auch die Börsen in Lateinamerika reagierten auf die jüngsten Entwicklungen in der US-Schuldenkrise und gaben deutlich nach. In São Paulo und Buenos Aires gaben die Kurse um acht beziehungsweise 10,73 Prozent nach, in Santiago de Chile verlor die Börse 6,96 Prozent.

23:18 Uhr

Die US-Bank JPMorgan erwartet wegen der Herunterstufung der US-Kreditwürdigkeit bis zum Jahresende Goldpreise von mindestens 2500 Dollar je Feinunze. "Vor dem Entzug der Bestnote hatten wir mit rund 1800 Dollar je Feinunze bis zum Ende des Jahres gerechnet. Diese Prognose dürfe sich nun als zu konservativ herausstellen“, schreiben JPMorgan-Analysten in einer Mitteilung an ihre Kunden.