Neue Statistik Mehr Geld für Rentner

Rentner können sich freuen: Ihre Bezüge steigen

(Foto: dpa)

Bis zu 30 Euro zusätzlich im Monat: Deutsche Rentner haben im Durchschnitt mehr Geld zur Verfügung als vor einem Jahr. Das geht aus Analysen der Deutschen Rentenversicherung hervor. Doch der Anstieg ist nicht gleich verteilt, manche Regionen profitieren besonders.

Von Thomas Öchsner, Berlin

Die Rentner in Deutschland haben 2013 zum Teil deutlich mehr Geld bekommen als im Vorjahr. Dies geht aus neuen statistischen Analysen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen. Danach erhielten Männer im Westen, die vergangenes Jahr in den Ruhestand eintraten, im Durchschnitt eine Altersrente von 913 Euro. Ein Jahr zuvor waren es 898 Euro. Bei Neurentnerinnen stieg die durchschnittliche Auszahlung von 493 auf 505 Euro. Kräftiger war der Aufschlag für Frauen im Osten, die meist länger gearbeitet haben als jene im Westen: Für sie erhöhte sich die Altersrente von 753 auf im Schnitt 786 Euro.

Insgesamt zahlt die Rentenversicherung derzeit mehr als 25 Millionen Renten an etwa 20,5 Millionen Versicherte aus. Die Renten für diejenigen, die sich schon seit Längerem aus dem Arbeitsleben zurückgezogen haben, sind dabei meist höher als die Zahlungen an die Neurentner. Dies liege vor allem daran, dass zum Rentnerbestand noch mehr Personen gehören, die ohne oder nur mit geringen Abschlägen in den vorzeitigen Ruhestand gehen konnten, sagte ein DRV-Sprecher. Bei den Neurentnern muss mittlerweile mehr als jeder Dritte Einbußen von im Schnitt 78 Euro im Monat in Kauf nehmen, um früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden zu können.

Kräftiger Anstieg im Osten

So bekamen 2013 Männer mit einer Altersrente im Westen im Durchschnitt noch 1003 Euro, also 90 Euro mehr als ein Neurentner. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Wert kaum verändert, genauso wie bei den Rentnerinnen. Sie erhielten 2013 im Durchschnitt 508 Euro. In Ostdeutschland gab es hingegen einen kräftigen Anstieg: Dort erhöhte sich für Männer die durchschnittliche Altersrente von 1073 auf 1096 Euro und für Frauen von 730 auf 755 Euro. In den Zahlen spiegeln sich die unterschiedlich starken Erhöhungen wider: Im vergangenen Jahr waren die Altersbezüge im Westen nur um 0,25 Prozent, im Osten um 3,29 Prozent angehoben worden. Auch zum 1. Juli 2014 werden die Renten nicht in gleichem Umfang angepasst: In Westdeutschland steigen sie um 1,67 Prozent, im Osten der Republik um 2,53 Prozent, unter anderem deshalb, weil dort die Löhne deutlicher zugelegt haben.

Unterschiedlich stark haben sich deshalb auch die Renten für jene entwickelt, die wegen einer Erkrankung nicht mehr oder nicht mehr voll arbeiten können. Diese Erwerbsgeminderten, die erstmals eine solche Rente beziehen, sind im Durchschnitt 51 Jahre alt. Bundesweit erhalten sie durchschnittlich aber nur 613 Euro aus der Rentenkasse. Die Leistungen für diese unfreiwilligen Frührentner sind wegen der Rentenreformen zuletzt stark gesunken: Im Jahr 2000 lagen die Zahlungen für sie noch bei mehr als 700 Euro monatlich.

Die Statistiken der Deutschen Rentenversicherung zeigen ebenfalls: Immer mehr Menschen erhalten wegen einer psychischen Erkrankung erstmals eine Erwerbsminderungsrente. 2013 traf dies auf immerhin 42,7 Prozent dieser Neurentner zu. Noch im Jahr 2000 wurde die Diagnose nur bei jedem vierten Arbeitnehmer gestellt.