Neue Geldscheine in Norwegen Krone der Kreativität

Norwegen bekommt neue Geldscheine - und die werden echte Hingucker: Dank der Sieger-Entwürfe zahlt man im hohen Norden ab 2017 mit futuristischen Noten.

Von Stephan Radomsky

Skandinavisches Design ist klar, nüchtern, cool. Egal ob Möbel, Klamotten oder Gebäude: Was die Gestalter aus dem hohen Norden anfassen, gefällt meistens. Dass das auch fürs Geld gilt, ist dagegen neu. Spätestens mit der Kür der Sieger-Entwürfe für das Design der neuen Noten der Norwegischen Krone ist es allerdings Fakt.

Die Notenbank des Landes entschied sich nach einem Gestaltungswettbewerb für eine Kombination aus den Vorschlägen zweier Einreicher. Auf dieser Basis soll nun weiter am finalen Design der neuen Krone gearbeitet werden, wie die Norges Bank mitteilte.

Verpixelte Küstenansichten

Das Rennen um die Vorderseiten der Scheine machte das Osloer Designbüro The Metric System. Dessen Entwurf kommt mit Symbolen der Nordmänner noch recht konventionell daher: Wikingerschiff, Leuchtturm, Fisch. Klar gestaltet, aber relativ unaufregend. Der Ausdruck sei "offen leicht und typisch nordisch", hieß es zur Begründung.

Die Vorderseite der 100-Kronen-Note zeigt ein Wikingerschiff

(Foto: Quelle: Norges Bank)

Futuristisch wird es allerdings auf der Rückseite. Die hat das Architekturbüro Snøhetta entworfen, eigentlich für seine aufsehenerregenden Bauten bekannt: unter anderem die Norwegische Nationaloper, die sich einem Gletscher gleich in den Oslo-Fjord schiebt, und den Museums-Pavillon für das 9/11-Mahnmal in New York. Und jetzt Geld.

Der Entwurf mit dem Titel "Die Schönheit der Grenzen" zeigt verschiedene Ansichten der Küste Norwegens - verzerrt und verfremdet anhand der Beaufort-Skala für die Windstärke: Je höher der Wert der Note, desto stärker der Wind und desto abstrakter das Bild.

Der Sieger-Entwurf für die Rückseite des neuen 100-Kronen-Scheins

(Foto: Quelle: Norges Bank)

Während sich dadurch beim 50- oder 100-Kronen-Schein ein pixelig anmutendes Bild ergibt, sind es beim Tausender nur noch breite Blöcke aus Querlinien in verschiedenen Violett-Schattierungen. Dieser Entwurf gebe den Scheinen einen "zugleich traditionellen und modernen Ausdruck", begründeten die Notenbanker ihre Wahl.

Zaghafte EZB

Im Gegensatz zum Gestaltungswillen der Norweger wirkt das neue Design der Euro-Scheine da ziemlich zaghaft: Nur ganz leicht lässt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Noten in der neuen "Europa-Serie" des Berliner Designers Reinhold Gerstetter retuschieren. Die Architektur-Motive aus den verschiedenen Stil-Epochen bleiben weitgehend unangetastet. Außerdem werden die Farben etwas kräftiger.

Zuletzt war Ende September der neue Zehn-Euro-Schein in Umlauf gekommen, der Fünfer wird bereits seit gut einem Jahr genutzt. Die restlichen Noten sollen nach und nach in den kommenden Jahren eingeführt werden.