Der Mieterbund rechnet vor: Allein die Heizkosten seien um 12 bis 18 Prozent gestiegen. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung habe sich deshalb um rund 250 Euro verteuert.

Mieter müssen sich auf kräftige Nachzahlungen bei den Nebenkosten einstellen. Bundesweit sind die Preise etwa für Wärme, Müll und Wasser deutlich gestiegen, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Daten des Deutschen Mieterbundes berichtete.

Anzeige

Hauptgrund seien die Heizkosten, die im Verlauf des vergangenen Jahres um 12 bis 18 Prozent gestiegen seien und 40 Prozent der Betriebskosten ausmachten. So habe sich zum Beispiel eine 70-Quadratmeter-Wohnung über das Jahr 2005 um rund 250 Euro verteuert.

"Fast alle Mieter müssen mit Nachzahlungen im hohen dreistelligen Bereich rechnen", sagte Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips dem Blatt. Besonders hart werde das Rentner und Geringverdiener treffen, von denen viele an den Rand der Belastbarkeit oder sogar in Existenznöte geraten könnten.

Der Kostenschub wegen gestiegener Heizkosten geht offenbar auch im laufenden Jahr weiter. Im Vergleich zum Vorjahr legten die Heizkosten um 5,2 Prozent zu, wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete.

Seit Anfang 2000 steigerten sie sich um 55 Prozent, meldete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf den Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen (GdW). Die Kaltmieten legten in diesem Zeitraum hingegen nur um sieben Prozent zu. Die Betriebskosten umfassen dem Bericht zufolge nun fast ein Drittel der Gesamtmiete.

"Obwohl unsere Vermieter schon die Hälfte ihrer Wohnungen energetisch saniert haben, ließ sich der Kostenanstieg für die Mieter lediglich dämpfen", sagte Verbandspräsident Lutz Freitag dem "Focus". 2007 wird laut Deutschem Mieterbund die Mehrwertsteuererhöhung die Durchschnittsmiete um weitere 30 Euro pro Jahr verteuern.

Am kommenden Donnerstag will der Mieterbund in Berlin den neuen Betriebskostenspiegel vorstellen, der die Durchschnittskosten für das Jahr 2005 enthält. Die erste Auflage hatte die Mieterorganisation im vergangenen Dezember vorgestellt.

Leser empfehlen 

(AP)