Nahrungsmittelverschwendung US-Manager will Laden für abgelaufene Lebensmittel eröffnen

Viele Lebensmittel werden weggeworfen, weil Verbraucher von den Haltbarkeitshinweisen auf Packungen verwirrt sind. Ein US-Unternehmer will das jetzt ändern, mit einem Laden für abgelaufene Lebensmittel. Damit will er nicht nur der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken, sondern auch etwas für die Gesundheit der Amerikaner tun.

Es ist ein gigantischer Berg von Wohlstandsmüll: Experten schätzen, dass weltweit bis zu einem Drittel der Lebensmittel weggeworfen werden. Das betrifft vor allem die reichen Industrieländer wie die USA oder Deutschland. Hierzulande entsorgen Handel, Gastronomie und Privathaushalte jedes Jahr etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel. Im Durchschnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr mehr als 80 Kilogramm eigentlich noch genießbare Nahrung weg, wie eine Studie der Universität Stuttgart ergeben hat.

Der Grund für das übermäßige Wegwerfen ist aber auch Unsicherheit über das Mindesthaltbarkeitsdatum. Das Verbraucherschutzministerium hat deshalb eine Kampagne gestartet, die die Verbraucher aufklären soll, dass "Mindestens haltbar bis" keinesfalls bedeutet, dass die Lebensmittel nach diesem Datum automatisch ungenießbar sind. Eine Studie hat auch in den USA ergeben, dass die Informationen über die Haltbarkeit von Lebensmitteln oft verwirrend sind. Dort steht der Ausdruck "best before" auf den Packungen.

Ein Unternehmer in den USA will sich des Problems jetzt annehmen: Doug Rauch, der ehemalige Chef des Lebensmittel-Discounters "Trader Joe's" plant, in Dorcester im US-Bundesstaat Massachusetts einen Laden zu eröffnen, der Waren verkaufen soll, deren Haltbarkeitsdatum erst ganz kurz abgelaufen ist.

Eher für Einkommensschwache

"The Daily Table", zu deutsch frei übersetzt "Die tägliche Mahlzeit", heißt sein Projekt. Es wird eine Mischung aus Restaurant und Lebensmittelgeschäft sein, wie die Huffington Post und das US-Radionetzwerk NPR berichten, und sich vor allem an eher einkommensschwache Verbraucher richten.

Kritiker argumentieren allerdings, dass Rauchs Initiative zwar gut gemeint sei, es aber schwer werden dürfte, Verbraucher davon zu überzeugen, Lebensmittel zu kaufen, die woanders nicht gebraucht würden.

Für Rauch, der in seinem Laden vor allem Frischwaren wie Obst und Gemüse verkaufen will, ist das neue Konzept aber auch eine Möglichkeit, Verbraucher von den Vorzügen gesunden Essens zu überzeugen. Er will eine solche Mahlzeit ähnlich günstig anbieten wie die großen Fast-Food-Anbieter.

"Wenn wir die Gesundheitskosten nicht wie einen Tsunami ansteigen lassen wollen, ist das eine Möglichkeit", sagt Rauch.