Radikaler Strategieschwenk: Das Fürstentum Liechtenstein setzt künftig stärker auf legales Geld - und senkt dazu die Gewinnsteuer für Unternehmen.
Das Fürstentum Liechtenstein steht vor der Änderung seines Geschäftsmodells. Bislang dürften etwa 15 bis 20 Prozent des Sozialprodukts auf das Geschäft mit Stiftungen und ausländischen Schwarzgeldern zurückgehen. Wegen des Drucks von Seiten der USA, Deutschlands und anderer Staaten gilt dies nicht mehr als dauerhafte Einkommensquelle.
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LGT-Bank in Vaduz: Mehr legales Geld. (© Foto: AP)
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Der Ministaat will stattdessen offenbar verstärkt legales Geld anziehen. Regierungschef Otmar Hasler kündigte dazu am Freitag in Vaduz eine Steuersenkung für Firmen an.
Die nominelle Gewinnsteuer soll künftig - wie etwa in Irland - 12,5 Prozent betragen. Gegenwärtig erreicht sie bis zu 20 Prozent.
Darüber hinaus will Liechtenstein Beteiligungserträge ganz von der Steuer verschonen. Die Kapitalsteuer sowie die Quellensteuer soll für Firmen abgeschafft werden. Zwischen verflochtenen Unternehmen ist ein Verlustausgleich vorgesehen.
Nach der VP-Bank und dem größten Geldhaus des Landes, der fürsteneigenen LGT-Group, musste jetzt auch die Liechtensteinische Landesbank (LLB) eingestehen, dass das Neugeschäft nahezu kollabiert ist. Der Nettozufluss von Neugeld, so teilte die LLB mit, ging im ersten Halbjahr von umgerechnet 870 Millionen Euro auf 220 Millionen zurück.
(SZ vom 30.08.2008/tob)
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