Erst wurde die Steuer-CD gekauft, jetzt rückt die Steuerfahndung an: Mehr als 1000 Verdächtige müssen in den kommenden Wochen mit Hausdurchsuchungen rechnen.
In einem der vermutlich größten Steuerskandale der Republik müssen in den nächsten Wochen etwa 1100 Verdächtige mit Hausdurchsuchungen rechnen. Die nach dem Ankauf einer CD mit Bankdaten der Schweizer Credit Suisse zuständigen Ermittlungsbehörden in Nordrhein-Westfalen haben alle Akten zusammengestellt und einen Großteil der Unterlagen an die Steuerbehörden anderer Bundesländer verschickt.
Guten Tag, Steuerfahndung: Nach dem Ankauf der Steuer-CD müssen mehr als 1000 Verdächtige mit Besuch von Finanzbeamten rechnen. (© Foto: dpa)
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Beschuldigte vor allem im Süden und Westen der Republik
Die meisten Verfahren werden sich nach einer ersten Sichtung vor allem gegen Steuerbetrüger aus Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz richten. In internen Schätzungen kamen Beamte vor Wochen zu dem Ergebnis, dass bis zu 400 Millionen Euro Nachsteuern fällig werden.
Die federführende Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die eng mit der Steuerfahndung Wuppertal zusammenarbeitet, wird zentral alle Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen führen und zudem bundesweit alle Verfahren wegen Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen Mitarbeiter der Credit Suisse bearbeiten.
Aus internen Berichten der Wuppertaler Steuerfahndung an Behörden in Nordrhein-Westfalen geht hervor, dass schon rasch die Aufnahme von Ermittlungen gegen die Gehilfen der Hinterzieher geplant ist. Die Ermittler gehen in diesem Fall von dem Verdacht "systematisch geleisteter Beihilfe" zur Steuerhinterziehung aus. Der Verkäufer der CD, dessen Identität der Öffentlichkeit nicht bekannt ist, hatte 2,5 Millionen Euro für die Scheibe verlangt. Da er zehn Prozent Steuern pauschal bezahlen musste, soll er 2,75 Millionen Euro erhalten haben, damit er auf sein vereinbartes Honorar kam.
Einfach mal selbst anzeigen
Obwohl die Steuerunterlagen nach Auswertung der CD quer durch die Republik verteilt wurden, sollen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften koordiniert werden. Dies kann allerdings dauern. Am Freitag war bekannt geworden, dass vor einigen Tagen in Baden-Württemberg Steuerfahnder im Fall Credit Suisse erstmals Kunden der Bank heimgesucht hätten. "Dabei muss es sich um einen Notfall gehandelt" haben, kommentierte ein nordrhein-westfälischer Ermittler die Aktion.
Seit den ersten Meldungen über die geheimnisvolle CD aus der Schweiz Ende Januar haben sich mehr als zehntausend Deutsche wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt. Der Schwerpunkt bei den Selbstanzeigen liegt in Baden-Württemberg (2418), Nordrhein-Westfalen (2342) und Bayern (1982). Etliche Bundesländer haben die Höhe der nacherklärten Kapitalerträge geschätzt. So geht Baden-Württemberg von 490 Millionen Euro aus. Falls diese Landesschätzung repräsentativ ist, sind bislang vermutlich knapp zwei Milliarden Kapitalerträge nachdeklariert worden. Gemäß einer Faustregel liegt die Höhe der davon zu zahlenden Nachsteuer über 30 Prozent. Das wären weitere 600 Millionen Euro. Wenn diese Rechnung aufgeht, könnte die CD dem Fiskus eine Milliarde Euro Steuern einbringen. Die Amnestie der Jahre 2004 und 2005 erbrachte etwa 1,2 Milliarden Nachsteuern.
Alt-Banker Ludwig Poullain über seine Erfahrungen mit der Politik und dem Whisky, dem Ende der WestLB und der europäischen Gemeinschaftswährung, die er für schädlich hält. Ein Interview Jetzt lesen ...
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(SZ vom 20./21.03.2010/mel)
glauben Sie etwa der Datendieb hat seinen Datenträger selbst an den mann gebracht...so etwas läuft über Mittelsmänner...
war das nicht die Truppe die vor einigen Wochen die Bestechung von Amtsträgern (Rüttgers Club im Sponsoring-Paket) für irrelevant erklärt hat? Na da bin ich ja mal gespannt...
"Da er zehn Prozent Steuern pauschal bezahlen musste, soll er 2,75 Millionen Euro erhalten haben, damit er auf sein vereinbartes Honorar kam."
Wenigstens wurde die Hehlerware korrekt versteuert. :-)
Und ja, ich finds trotzdem gerecht. Eine Steuer-CD zu kaufen ist besser als die Schulen und Universitäten kaputt zu sparen. Das sind die eigentlichen Verbrechen.
Wer weiß ob es diese CD tatsächlich gibt und nicht nur die geniale Finte eines Steuerbeamten ist.Die Sache wird durch fortgesetzte Mitteilungen an die Presse am Kochen gehalten,Steuersünder erleben nichtendende Seelenqualen und zeigen sich zuhauf selbst an.Der Rubel rollt tsunamigleich ins Staatssäckel.Was will man noch mehr ?
Danke für die Vormeldung, dann können wir ja nun noch schnell alle verdächtige Papiere durch den Reisswolf und dann durch den Kamin jagen.
Die Harddisks sind verschlüsselt, verschlüsselte Kopien der Daten zu den Kontos an einem geheimen Server in Burkhina Fhaso (den Garten können sie gerne umgraben jetzt im Frühling)
Wir sind bereit sie zu empfangen.
Aber mal im Ernst.
Gibt's wirklich Pappnasen, die Beweise gegen sich selbst zuhause aufbewahren?
Falls ja, dann gehören die wirklich in den Knast wegen erwiesener Dämlichkeit.
Paging