München Die "zweite Miete" steigt immer schneller

Die Mietnebenkosten betragen bereits jetzt monatlich zwischen 1,70 und 2,80 Euro pro Quadratmeter. CSU-Stadtrat Offman befürchtet, dass Mieter in wenigen Jahren vier Euro zahlen müssen für Steuer, Wasser oder Müll.

Von Von Berthold Neff

Kinderreiche Familien sind am meisten betroffen Die "zweite Miete" steigt und steigt Bald Nebenkosten - CSU-Stadtrat fordert interfraktionellen Arbeitskreis

Dem interfraktionellen Arbeitskreis, den der CSU-Stadtrat Marian Offman gestern in einem Antrag an OB Christian Ude (SPD) forderte, sollen neben Stadträten auch Vertreter des Mieterbeirats, der Stadtwerke München, des Mietervereins und des Haus- und Grundbesitzervereins angehören.

Wenn es gelänge, zumindest die Landeshauptstadt München und die Stadtwerke zu einem koordinierten Vorgehen bei der Entwicklung der Mietnebenkosten zu bringen, könnte man möglicherweise die Mietnebenkosten wenigstens stabil halten, meint Offman.

Grundsteuer steigt um 22,5 Prozent

Den letzten Anstoß für seine Initiative gab der Beschluss der rot-grünen Stadtratsmehrheit, die Grundsteuer zum 1. Januar 2005 um 22,5 Prozent zu erhöhen. Die zusätzliche Belastung durch diese Steuererhöhung variiert je nach Lage der Immobilie. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung pendelt die Erhöhung zwischen 20 und 70 Euro pro Jahr, bei einem Einfamilienhaus beträgt die Spanne zwischen 37 und 138 Euro.

Mieterverein und Haus- und Grundbesitzerverein protestierten in höchst seltener Einmütigkeit gegen die Anhebung des Grundsteuer-Hebesatzes von 400 auf nunmehr 490 Punkte. "Die Stadt saniert sich auf Kosten der Mieter", kritisierte Sibylle Färber, Geschäftsführerin des Mietervereins.

Rudolf Stürzer, Chef des Haus- und Grundbesitzervereins, hegte bereits damals noch ganz andere Befürchtungen: Wenn nämlich die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Anhebung der Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer umgesetzt werde, drohe vielen Eigentümern und Mietern sogar eine Steigerung von weit über hundert Prozent.