Zoff zwischen dem Großaktionär KfW und dem Finanzminister: Offenbar besteht Uneinigkeit über das Auffangen neuer Finanzlücken bei der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB.

KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier sperre sich gegen weitere Zahlungen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Bild vergrößern

Wird der Geldfluss gestoppt? (© Foto: AFP)

Anzeige

Die Reserven der KfW seien ihren Angaben nach erschöpft und die Fördertätigkeit werde bedroht. Dagegen wolle Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), dass die KfW weitere Finanzlücken schließe. Sowohl KfW wie Ministerium erwarteten weitere Verluste. Vom Ministerium war am Mittwochabend zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Zeitung berichtete weiter, dem Vernehmen nach seien die bisherigen Hilfezusagen für die IKB voll in Anspruch genommen worden. Womöglich werde es aber in den kommenden Tagen einen weiteren Finanzierungsbedarf geben, da zu jedem Monatsende der Wertpapierbestand neu bewertet werden müsse. Eine Insolvenz der IKB werde in Berlin indes "aus politischen Gründen" ausgeschlossen, nachdem schon 8,5 Milliarden Euro durch Zusagen abgedeckt seien.

Die KfW ist mit 43 Prozent größter Aktionär der IKB, die durch Spekulationsgeschäfte mit US-Ramschhypotheken in massive Probleme gerutscht war. Mit mehreren Hilfspaketen unter Beteiligung von KfW, Bund und Banken über mehr als 8,5 Milliarden Euro musste die Bank daraufhin vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.

Erst in der vergangenen Woche war eine neue Finanzlücke bei der IKB bekannt geworden.

Einen Tag vor der für Donnerstag einberaumten Hauptversammlung hat die Bundesregierung eine aktienrechtliche Sonderprüfung bei der IKB in die Wege geleitet. Damit dürfte sich die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der IKB bis zur Vorlage des Prüfungsergebnisses verschieben, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Berlin.

Leser empfehlen 

(Reuters/dpa-AFX/mel/jkr)