Amerikanische Bankangestellte sind meist auch Aktionäre bei ihren Arbeitgebern - jetzt ist neben dem Job auch die Altersversorgung in Gefahr.
Die Krise der beiden amerikanischen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac hat in diesem Sommer die globalen Finanzmärkte erschüttert. Die beiden Institute garantieren ungefähr die Hälfte aller Hauskredite in den Vereinigten Staaten, und die Regierung in Washington sucht seit Wochen nach dem besten Weg, sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren.
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Das Hauptgebäude der US-Bank Bear Stearns in New York: Belegschaftsaktien spielen im amerikanischen Wirtschaftsleben eine viel größere Rolle als in Deutschland. (© Foto: Reuters)
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Arbeitsplatz und Altervorsorge weg
Die insgesamt 12.000 Mitarbeiter von Fannie und Freddie verfolgen die Nachrichten aus der Hauptstadt dabei mit besonderer Sorge. Ihnen droht nicht nur der Verlust des Arbeitsplatzes, sondern auch die Entwertung ihrer Altersvorsorge.
Wie viele Firmen in Amerika haben Fannie und Freddie nicht nur Spitzenmanager, sondern auch die breite Mehrheit ihrer Angestellten teilweise in Aktien und Aktienoptionen bezahlt. Viele Mitarbeiter haben einen erheblichen Teil ihrer Reserven für die Pensionierung in Anteilscheinen des eigenen Arbeitgebers angelegt.
Von 24 Millionen auf 3,7 Millionen Dollar entwertet
Zwar hat sich die Lage bei den Hypothekenfinanzierern in jüngster Zeit etwas entspannt, es gilt aber immer noch als möglich, dass Finanzminister Hank Paulson die Notbremse zieht und Fannie und Freddie unter staatliche Zwangsverwaltung stellt. In diesem Falle würden deren Aktien den größten Teil ihres verbliebenen Wertes verlieren.
Auch so schon sind die Einbrüche gewaltig. Derzeit liegen die Aktienkurse von Fannie und Freddie um 80 Prozent niedriger als zu Beginn dieses Jahres. Bei Fannie Mae hatten die Mitarbeiter bis Ende 2006 etwa 116 Millionen Dollar in einem Topf mit Belegschaftsaktien gesammelt, vorige Woche war dieser Topf noch ganze 17,5 Millionen Dollar wert. Bei Freddie Mac hatten die Mitarbeiter nach einem Bericht der New York Times bis Ende 2007 zu Vorzugspreisen Aktien für 24 Millionen Dollar gesammelt; diese dürften heute noch 3,7 Millionen Dollar wert sein.
Wobei die Zahlen noch nicht die ganze Dimension des Problems zeigen: Viele Angestellte haben auch über die offiziellen Programme des Arbeitgebers hinaus Geld in eigenen Aktien angelegt. Und sie haben kaum Möglichkeiten, die Wertpapiere schnell loszuwerden. Bei Fannie Mae etwa darf ein Angestellter seine Belegschaftsaktien erst verkaufen, wenn er über 55 Jahre alt ist.
Extremfall Bear Stearns
Belegschaftsaktien spielen im amerikanischen Wirtschaftsleben eine viel größere Rolle als in Deutschland. Viele Firmen gehören heute mehrheitlich ihren Angestellten. Die größte dieser Firmen ist Publix, eine Supermarkt-Kette aus Lakeland in Florida mit 142.000 Angestellten. Von der Ausgabe von Belegschaftsaktien profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Nach einer Statistik des Nationalen Zentrums für Mitarbeiterbeteiligung (NCEO) sind Umsatz, Beschäftigung und Umsatz pro Beschäftigten in Firmen mit Belegschaftsaktien um 2,3 Prozent höher als in vergleichbaren Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht beteiligen. Ende 2007 hielten 11,2 Millionen Amerikaner Belegschaftsaktien für insgesamt 928 Milliarden Dollar. Selbst bei stark schwankenden Aktienkursen profitieren die Mitarbeiter, wenn sie nur ausreichend lange investieren.
In Krisenzeiten allerdings verkehren sich die Vorteile in ihr Gegenteil. Beim Zusammenbruch der Skandalfirmen Enron und Worldcom zu Beginn dieses Jahrzehnts verloren die Mitarbeiter zwei Milliarden Dollar an Rücklagen. Der Extremfall in der heutigen Krise ist Bear Stearns. Die bis zu diesem Frühjahr fünftgrößte Investmentbank der USA gehörte zu ungefähr 30 Prozent den Angestellten.
Sie entlohnte ihre sogenannten Schlüsselangestellten unter den 14.000 Mitarbeitern regelmäßig mit Aktienoptionen. Im März kaufte die Großbank JP Morgan Chase Bear Stearns für zehn Dollar pro Aktie und kam damit einem drohenden Kollaps der Investmentbank zuvor; im Dezember 2007 war die Aktie noch 100 Dollar wert gewesen. Die Bear-Stearns-Mitarbeiter haben bei der Aktion nach Branchenschätzungen 5,2 Milliarden Dollar verloren.
Gewagte Wette
Jetzt sind bei einem Bezirksgericht in Manhattan mehrere Klagen gegen das frühere Management von Bear Stearns anhängig. Die früheren Bankchefs hätten ihre "treuhänderischen Pflichten" verletzt und die Mitarbeiter nicht auf die Risiken der Anlage in eigenen Aktien informiert. Auch die derzeit heftig um neues Kapital ringende Investmentbank Lehman Brothers gehört zu 30 Prozent den eigenen Mitarbeitern. Die Aktie hat im Laufe dieses Jahres gut 70 Prozent ihres Wertes verloren, wobei sich die Belegschaftsaktionäre mit langer Betriebszugehörigkeit allerdings damit trösten können, dass das Papier vor zehn Jahren nur halb so viel wie heute kostete.
Ein Sonderfall ist der Immobilienspekulant Sam Zell. Der ruppige Investor kaufte im vergangenen Jahr das Medienhaus Tribune in Chicago, das unter anderen die Los Angeles Times herausgibt. Dabei baute er Belegschaftsaktien als Teil des Finanzierungskonzepts ein - ein äußerst gewagter Schritt, bei dem die Mitarbeiter ihre Altersversorgung für die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes verwetteten.
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(SZ vom 03.09.2008/jkr)
@ Ankur: Es gibt Renten Fachleute, u.A. Prof. Bosbach, die in div. auch internen Meetings die Unrichtigkeit verschiedener Experten nachgewiesen haben. Verwendet wurden verschiedene Rechenmodelle mit unterschiedlichen Indizes, was Steigerungen des BSP angeht. Übrigens ist bekannt geworden, dass Raffelüschen intern diese Rechnungen bestätigt hat. Ich gebe Ihnen in einem recht, wenn man bei den Berechnungen ein Abgleiten des Einkommens-Niveaus, wie es im Augenblick beobachtet mit gleichzeitiger Zunahme von Nierdriglohn - und 1 Euro Jobs, dann muss neu gerechnet werden. Hier kommt es indes auf die Gewichtung an, denn normaler Weise haben 1 Euro-Jobs in der Berechnung nichts zu suchen. Aber genau dies ist aber beabsichtigt. Wenn man auf die Zukunft " Gebrochene Biographien" mit berücksichtigt, darf man heute bereits mit fug und recht davon ausgehen, dass es eine enorme Altersarmut geben wird. Daran wird die Riester-Rente nichts, aber auch gar nichts ändern, weil dieser Personenkreis niemals in der Lage sein wird, privat vorzusorgen. Stellen Sie sich doch einfach mal die Frage, warum der Gesetzgeber nicht so Fair war, bereits bestehende private Altersvorsorgen mit in das " Riester-Programm" aufzunehmen. Eine weitere Alternative wäre denkbar: Nämlich die, dass sich DRV als Bank agieren würde, um sich an Geldgeschäften zu beteiligen. Klar: die Kapitalbranche würde amok laufen und die zahllosen abgehalfterten Politiker, die in der Branche untergekommen sind hätten das ohnehin verändert:
Leider ist meine Rechnung an sich halbwegs richtig (wenn auch nicht genau, da man im Leben normalerweise mit steigendem Alter mehr verdient und der Zinseszinseffekt daher niedriger ausfällt) sowie im Bilanzraum zulässig. Selbst wenn man als Arbeitnehmer den Rentenbeitrag als Umverteilungsanteil ansieht (Wohlstand von heute wird in einen prozentualen Anspruch auf den Wohlstand von morgen umgetauscht), wäre bei einer relativ stagnierenden Wirtschaft bzw. stagnierenden Bruttolohnsummen und halbwegs konstantem Verhältnis aus Rentnern zu Erwerbstätigen wenigstens eine Nullrendite möglich.
Aber auch die Nullrendite ist zur Zeit nicht drin wie Sie an der Beispielrechnung sehen, erst recht nicht wenn die Steuerpflicht in ca 30 Jahren voll ausgebildet ist und das Netto des Rentenanspruchs deutlich niedriger ausfällt als heute. Wenn Sie mit "Dokumentationen im Fernsehen" sowas wie die "Rentenlüge" spät abends in der ARD und diverse male auf Phoenix recycled meinen, das war ziemlich schlecht gemacht. Berufsbetroffene Politiker wie Blüm mit faktenfreiem und politisch korrektem Geschwafel können mir gestohlen bleiben. "Beweis durch Behauptung" zieht bei mir nicht, wenn sich andere davon beeindrucken lassen sei es denen überlassen. Ich lasse auch nicht nachdenken, ich bemühe mich selbst nachzudenken und vor allem nachzurechnen. Daher stehe ich "Nachdenkseiten" mit publizistischem und damit auch kommerziellem Hintergrund sehr skeptisch gegenüber.
Mich wundert sowieso, wieso Politiker mit dümmsten und nicht finanzierbaren Aussagen in die Presse kommen, wo 50% eines Jahrgangs Abi hat und 35% studiert haben wollen. Leider kann man keine Rentenbeiträge zu Bundes- bzw. Staatsschuldverschreibungen umschichten, das wäre unabhängig vom Aktienmarkt eine leidlich sichere Geldanlage. An der allerdings Finanzmakler nichts verdienen.
@ Ankur:
Hallo Ankur, leider sind Sie auf den Schwindel, den Ihnen Politiker und Lobbyisten erzählt haben hereingefallen. Denn Tatsache ist, dass Ihr Rechenbeispiel das Ergebnis darstellt. das Politiker und Raffelüschen, Rürup und Co. daraus gemacht haben. Und daran trägt Blüm keine Schuld. Die Finanzwirtschaft allerdings verdient sich Toll und dämlich daran. Wenn Sie die einschlägige Lektüre der letzten Zeit gelesen und div. Dokumentationen im Fernsehen angesehen haben, werden Sie erkennen, dass die Arbeitnehmer heftigst hinters Licht geführt wurden., Das ist aber noch nicht alles; Die Parität würde mit den sogenannten Reformen aufgegeben, was die einschlägigen Wirtschaftsverbände, die fleißig mitgewirkt haben, sehr erfreut. Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.nachdenkseiten.de
Naja, die Blümsche Rente der BFA ist heute ein Modell, was auf einen Verlust für den Beitragszahler hinauslaufen wird.
Nehmen wir Otto Normal mit 40 Beitragsjahren zu je 30.000 und 19.5% Beitragssatz. Heute bekommt er 40 Rentenpunkte als Arbeitnehmer, wahrscheinlich einen Rentenpunkt für Bundeswehr/Zivildienst und zwei für die Ausbildung. Macht 43 Rentenpunkte zu je 26,27 und damit 1129 Rente. Brutto, aktuell NOCH Netto, abzüglich 7.5% für die Krankenkasse.
Hätte er diese Beiträge in Bundesschatzbriefen angelegt, welche normalerweise 3% mehr als die Inflation bringen, so hätte er zum Rentenbeginn incl. Zinsen 459.000 Kapital, davon 240.000 selbst eingezahlt. Daraus liessen sich bei 18 Jahren Entnahmedauer und weiterhin 3% Zinsen über Inflation 2734 entnehmen. Monatlich.
Um die gesetzlich gezahlten 1130 Kapital entnehmen zu können, wäre lediglich ein Kapitalstock von 189.000 erforderlich. Oder anders gerechnet: Um die gesetzliche Rente privat zu finanzieren würden 2 x 100 Monatsbeitrag ausreichen, keine 2 x 250 wie momentan in diesem Fall.
Die gesetzliche Rente ist für Arbeitnehmer zur Zeit eine vom Renditeaspekt her ziemlich lausige Geldanlage mit negativer Rendite. Allerdings ist die Rente selbst sehr sicher, da über die 20% Rentenbeitrag als Umlage immer am Wohlstand partizipiert wird. Egal wie hoch der ausfällt. Allerdings hat mir mal jemand gesagt, nicht alle Eier in ein Nest zu legen. Die gesetzliche Rente auf eine Grundrente abzuschmelzen und den Rest über Riester & Co zu erledigen ist daher im Prinzip nicht dumm. Dumm ist nur, dass wir heute in die gesetzliche Rente Beiträge einzahlen, die eigentlich eine Luxusversorgung ermöglichen und nebenbei noch privat vorsorgen müssen.
Mh, naja, wenn jemand am Erfolg beteiligt werden möchte, wieso soll er nicht auch am Misserfolg beteiligt werden? Es ist allgemein bekannt, dass die Börse keine Einbahnstraße ist, und wenn jemand unbedingt direkt am Unternehmenserfolg teilhaben will, dann bitte auch entsprechendes Risiko.
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