Mineralölkonzerne im Fokus: Das Bundeskartellamt nimmt die Preisgestaltung unter die Lupe - und will die Machtverhältnisse zwischen den Unternehmen ausloten.
Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung haben die Bonner Wettbewerbshüter eine breit angelegte Marktbefragung eingeleitet, um die Machtverhältnisse zwischen den großen Konzernen zu klären. Anlass sei das laufende Verfahren, in dem das Kartellamt die von Shell angemeldete Übernahme der ostdeutschen Go-Tankstellen der Berliner Hanseatic Petrol Vertriebs GmbH (HPV) überprüft.
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Eine Kartellamtssprecherin sagte dem Blatt, das Verfahren befinde sich in seiner zweiten Phase. Mit einer Entscheidung sei bis Anfang März zu rechnen. Es liege auf der Hand, dass das Kartellamt dazu einen genaueren Einblick in die Marktverhältnisse benötige, sagte sie. Auf Einzelheiten der Marktuntersuchung wollte sie dem Blatt gegenüber nicht eingehen.
Dem FAZ-Bericht zufolge geht es dem Kartellamt in erster Linie um die Märkte für den Großhandel mit Mineralöl und damit letztlich um die Preisgestaltung bei der Belieferung von eigenen und fremden Tankstellen. Eine zentrale Frage sei, ob diese Märkte bundesweit oder kleinräumiger abzugrenzen sind. Auf dieser Grundlage könnte dann festgestellt werden, ob ein oder mehrere Unternehmen auf den jeweiligen Teilmärkten eine beherrschende Stellung innehaben.
- Kraftstoff Normal-Benzin - jetzt super teuer 13.12.2007
- Benzinpreise Normalbenzin verschwindet vom Markt 22.12.2007
(dpa-AFX/Reuters/mah)
Moderne Verwaltung
Ich kann mir nicht helfen aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Kartellamt in unbestimmten Zeitabständen solche Meldungen lanciert - nur um die Bürger zu beruhigen, guckt mal her! Wir nehmen die bösen, bösen Ölkonzerne unter die Lupe. Wie sollte man sonst darüber denken? Die waren es doch, die die Fusionen der Ölkonzerne genehmigt haben und damit die Monopolstellung der Konzerne gefestigt haben. Und wie oft haben die diese Aktion gemacht. Und wann ist etwas dabei heraus gekommen? Es ist bloss eine Farce.
Denn, ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen, wer profitiert denn von den hohen Benzinpreis? Genau! Der Staat. Der mit Macht jetzt auch wirksam daran tut, diese Einnahmequelle weiter zu erschliessen. Und zwar mit dem Vorziehen der Bio-Quote im Sprit auf über 10%. Wodurch die Mehrheit der Autofahrer gezwungen wird Super Plus zu tanken. Denn die Motoren der Autos verkraften den Anteil über 6% nicht mehr. Landesweite Freude, denn der Staat sackt massenweise Kohle ein. Die Autokonzerne verkaufen neu Autos. Jeder ist glücklich.
Es ist andererseits auch bekannt, dass die aktuellen Ölpreise eh keinen Einfluss auf die Preise an den Zapfsäulen haben. Bis das gekaufte Rohöl in Rotterdam, bzw. an der Tankstelle ankommt, vergehen etliche Wochen. Es ist auch zu bedenken, dass die Ölpreise von 20 auf fast 100 Dollar gestiegen sind. Ist der Benzinpreis auch in einer solchen Relation gestiegen?
Und nicht Zuletzt. Auch wenn es sich unglaubwürdig anhört, die Ölkonzerne verdienen an Benzinverkaufen nicht besonders viel. Ihre Einnahmequellen sind eher Prosperation, also das Finden und Erschliessen neuer Ölfelder.
Ich verstehe auch die Aufregung nicht so richtig. Bzw. warum nur die Ölkonzerne so an die Pranger gestellt werden? Es scheint keinen zu kümmern, oder schlägt nicht so hohe Wellen, wenn, sagen wir's banal, die Bäckereikette Müller für eine Butterbrätzel 1,30 euro verlangt. Oder, dass die Handelsketten für Lebensmittel die Preise um 30% erhöhen. Und Lebensmittel muss man kaufen.
Und nicht zu vergessen: freie Marktwirtschaft. Ich würde sicher auch nicht nein sagen, wenn ich in einer Monopolstellung gutes Geld verdienen könnte.
Die Kraftstoffpreise sind deutschlandweit sehr inhomogen, manche Regionen sind bis zu 10 Cent teurer als andere. Daher beschleicht mich das Gefühl, dass wechselnd regional eine Hochpreispolitik betrieben wird. Man kann sowas erreichen auch ohne die Preise der Konkurrenz online abrufbar zu haben. Der Ölpreis legt eine Senkung nahe, man senkt nicht und wartet was die Konkurrenz macht. Ist die auch abwartend hat man schon 1-2 Cent mehr Erlös.
Solange kein echter Wettbewerb und damit Preisdruck herrscht, solange kann man alleine durch Beobachtung Preise hochhalten. Ist wie an der Leipziger Strombörse - keiner kann angeblich in die Bücher schauen und dennoch haben alle Marktteilnehmer ein Interesse an möglichst hohen Preisen.
IMHO ist die einzige Möglichkeit, für überdurchschnittlich teure Anbieter einen Strafzuschlag auf die Mineralölsteuer festzusetzen. Wer Preise zentral beobachten und einstellen kann, der kann diese auch dem Kartellamt sekundengenau melden und ggf. sekundengenau eine Strafsteuer aufgebrummt bekommen wenn er um mehr als X% über dem regionalen Durchschnittswert liegt.
Alternativ könnte man auch über eine Strafsteuer für Preiserhöhungen nachdenken, z.B. 24h lang 2 Cent höhere Mineralölsteuer nach einer Preiserhöhung. Preissenkungen wären umsonst. Dieses "im Berufsverkehr teuer, Mittags billig, abends wieder teuer Spiel" wäre damit beendet. Dieses könnte man auch beenden, indem nur noch zwei Preisanpassungen pro Woche oder eine alle 24h gestattet werden, es muss um Mitternacht gesenkt werden. Auch so wird das "warten bis die Konkurrenz senkt" Spiel beendet, man senkt oder nicht, beobachten und ggf. durch abwarten abkassieren geht dann nicht mehr.
Ach ja es gibt es noch ,das Bundeskartellamt, wenn es um den marktbeherrschenden Monopolmissbracuh der Mineralölkonzerne geht. Meldet sich der zahloseste Tiger im Kampf gegen die Preisabzocke am Normalverbraucher mit einer neuen wahrscheinlich schon von den internen Lobbyisten mit den "JRs" der Mineralölindustrie abgesprochenen Massnahme einen Hauch von Bewegung vermittel soll , die den Bürger nur mit Blendwerk einzulullen versucht, zu Wort.
Auf den Staat ist in Sachen Energiepreise auch kein Verlass, die Armen und HartzIV Empänger müssen eben laufen, frieren und ihren Stromverbrauch reduzieren, während die High Society in vom Staat durch Subventionen gesponsorten Betreibvillen es sommerlich warm hat und einfach mal so per Luxusauto oder Privatjet der Kälte entfleucht.
Dabei wär es so einfach, alle zu entlasten und wenn unsere Politiker die Grundrechenarten und ein wenig Wirtschaftsmathematik(Angebot und Nachfrage) beherrschen würden.
Abschaffung der Mineralölsteuer bringt der ganzen Wirtschaft, voran die Autoindustrie, eine solchen Aufschwung, dass unsere Arbeitlosen die echt arbeiten wollen für die neuen Arbeitsplätze nicht reichen würden. Dadurch würden die Sozialsysteme entlastet, die Kaufkraft würde steigen. Auch einfache Leute wären wieder echt Konsumenten, weil etwas übrigbliebe. Am Ende hätte der Staat steigende Einnahmen, fallende Ausgaben, könnte investieren um für alle etwas zu tun. Denn die Mehreinnahmen durch Lohn- einkommen - und Umsatzsteuer, sowie die Einsparungen bei den Sozialausgaben würden die Ausfälle bei der Mineralölsteuer um ein Vielfaches kompensieren.
Einzig die Preise der Energie müssten dann vom Kartellamt durch passende Massnahmen im Rahen gehalten werden, damit die "JRs" nicht noch grössenwahnsinniger werden als sie jetzt schon sind .
Dies wäre wenigstens eine lohnenswerte Aufgabe des Bundeskatellamts, als jetzt wieder mit Spatzenschrot auf Festungsmauern zu schiessen.
Einzige Klagen würde ich dann aus dem Land der Suoerreichen hören, denn deren Standesdünkel würden gehörig gestutzt. Damit könnte aber sogar eine Bundeskanzlerin leben.
Die Benzinpreise werden minütlich über Preisprogramme der Mineralölkonzerne zentral berechnet, und jeweils tankstellenbezogen eingestellt. Es ist kein Geheimnis, dass dabei die entsprechenden Preise auch untereinander ausgetauscht werden. Das ist genaugenommen keine Preisabsprache mehr, sondern eine gemeinsame Preisbildung. Aber unser Kartellamt wirds schon richten, wie schon seit Jahrzehnten. Und pünktlich zum nächsten Ferienbeginn wird es wieder Krisen in aller Welt regnen, damit der Benzinpreis steigt. Die warten alle darauf, dass wir in Deutschland Ferienbeginn haben, damit sie endlich loslegen können.
Seit Jahrzehnten(!) steigen Benzinpreise deutschlandweit(!) regelmässig(!) vor den Ferien, vor Feiertagen, wenn irgendwo in der großen weiten Welt ein Hurrican tobt, wenn irgendwo in der großen weiten Welt ein Diktator eines ölproduzierenden Landes rülpst, wenn irgendwo in der großen weiten Welt ein Land seinen Energieverbrauch mittels Erdöl-Produkten sättigt, wenn irgendwo in der... ach was...
Und das Bundeskartellamt möchte eine
Zitat:
"eine breit angelegte Marktbefragung, um die Machtverhältnisse zwischen den großen Konzernen zu klären."
Zitat Ende.
Soll das der Beruhigung der deutschen Bevölkerung dienen? Oder, wie Kommentator DigiFan schrieb, "muß es zeigen, das es noch da ist"?
Eigentlich müsste man lauthals darüber lachen, wenn es nicht so verdammt traurig wäre.
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