Die US-Regierung hat den Versicherungskonzern AIG gleich mehrfach mit Milliarden vor dem Kollaps geschützt - von dem Geld profitieren auch deutsche Institute.
Edward Liddy machte keinen Hehl daraus, wohin das Geld der amerikanischen Steuerzahler geflossen ist. Mit Notkrediten von 150 Milliarden Dollar und weiteren 30 Milliarden Dollar Eigenkapital hat die amerikanische Regierung den Versicherungskonzern AIG seit September vergangenen Jahres gestützt. Vergangene Woche nun stellte sich AIG-Chef Liddy hin und räumte frank und frei ein, ein großer Teil des Geldes sei "über AIG an andere Finanzdienstleister geflossen". Das Wall Street Journal bezifferte den Betrag auf 50 Milliarden Dollar. Ein Aufschrei der Empörung ging durch die amerikanische Politik, als bekannt wurde, dass häufig ausländische Institute in den Genuss des Geldes kamen.
Mehrfach vom Staat gestützt: AIG. (© Foto: Reuters)
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Doch die Beträge, die an Kunden der AIG geflossen sein sollen, machen vor allem deutlich, warum der einst weltweit größte Versicherungskonzern überhaupt gerettet wurde. Allein die Deutsche Bank soll in den Genuss von sechs Milliarden Dollar gekommen sein, genauso die Investmentbank Goldman Sachs. Die Deutsche Bank wollte das Thema nicht kommentieren, dementierte die Zahl jedoch auch nicht. Milliardenbeträge nennt die internationale Presse auch für die französischen Banken Société Générale und Calyon. Auch die DZ Bank, das Spitzeninstitut der deutschen Genossenschaftsbanken, sowie andere deutsche Kreditinstitute sollen indirekt von Staatshilfen für AIG profitiert haben.
Geld über Umwege
Die Deutsche Bank und andere Kreditinstitute kassierten das amerikanische Steuergeld freilich nicht direkt. Sie hatten in den vergangenen Jahren in komplizierte Finanzprodukte wie CDOs (Collateralized Debt Obligations) investiert. Bei diesen Produkten handelt es sich letztlich stets um Wertpapiere, hinter denen eine große Zahl von Krediten, meist an amerikanische Häuslebauer, aber auch an Unternehmen und Kreditkartenkunden stehen. Um sich gegen einen Ausfall der Papiere beziehunsgweise der dahinterliegenden Kredite abzusichern, schlossen die Banken eine Art Versicherung bei AIG ab, sie kauften bei dem Konzern Credit Default Swaps.
Nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers trat für eine wachsende Zahl von Wertpapieren der Versicherungsfall ein. Das heißt, AIG musste für Ausfälle bei Kunden wie der Deutschen Bank zahlen. Der Konzern konnte dies aber nur dank umfangreicher staatlicher Hilfen. Nicht nur dort, wo tatsächlich Geld geflossen ist, profitierten deutsche und andere Banken vom Geld der amerikanischen Steuerzahler. Allein durch die Tatsache, dass die Versicherung durch die AIG Bestand hat, vermeiden die Kunden Abschreibungen. Ein ausfallgefährdetes Wertpapier ohne Versicherung müssten sie in der Bilanz niedriger bewerten als ein versichertes Produkt.
Fachleute erwarten, dass der Betrag, der an AIG-Kunden fließt, weiter steigen dürfte. Ende 2008 standen bei dem Konzern 308 Milliarden Dollar an Versicherungszusagen aus. Selbst wenn nicht alle versicherten Papiere ausfallen sollten, was unwahrscheinlich ist, dürften weitere Mittel an Kunden fließen. Politiker wie der demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus Christopher Dodd fordern deshalb, es müsse zumindest offengelegt werden, an wen die Steuergelder letztlich fließen, auch wenn Politiker die grundsätzliche Logik der Hilfen akzeptieren. "Genau deshalb konnten wir AIG nicht fallen lassen, wie wir Lehman Brothers haben fallen lassen", sagte der Abgeordnete Paul Kanjorski am Wochenende. "Weil das den Zusammenbruch des europäischen Bankensystems ausgelöst hätte." Allerdings zählen auch die US-Banken Goldman Sachs, Morgan Stanley, Wells Fargo und Bank of America zu den Profiteuren.
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(SZ vom 10.03.2009/mel)
Unwahrscheinllich, dass die US-Regierung die AIG aus Freundlichkeit für die Europäer gerettet haben. Die Wahrheit ist wohl eher:
Wenn außer den Krediten der amerikanischen Häuslebauern auch noch deren amerikanische Versicherung ausgefallen wäre, hätten die ausländischen Kreditgeber jedes Vertrauen in das amerikanische Finanzsystem verloren und würden amerikanischen Schuldnern keine neuen Kredite mehr gewähren. Das aber wäre angesichts der hochdefizitären Aussenhandelsbilanz (Überschuldung der USA gegenüber dem Ausland) tödlich für die amerikanische Wirtschaft.
Mit anderen Worten war die Rettung der AIG wohl eher im Eigeninteresse der USA, denn sie rettet vor allem die Kreditwürdigkeit der USA.
die Krise schon von Anbeginn auf dem Rücken anderer. Deutschland bleibt recht bewegungslos sitzen und hofft darauf, dass die "Anderen" über Konjunkturprogramme doch noch für Deutschland zahlen. Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn man im Gegenzug die Ehrlichkeit besitzen würde und dem Michel klar machen würde, dass man jetzt versucht wenigstens einen kleinen Teil des Geldabflusses aus Deutschland wieder zurückzuholen, den man vorher munter jubelnd unter die Völker der Welt gebracht hat (nein, nicht die Entwicklungshilfe, du Doof)
Macht man aber nicht, man zieht auch keinerlei Konsequenzen aus dem Debakle und deshalb ist diese Art der Krisenbewältigung auch scheinheilig und kontraproduktiv. Mal schauen wie lange man im Ausland Deutschlands Neoliberale noch ungestraft werkeln lässt. Obama jedenfalls ist auch schon mächtig sauer....
so ein Blödsinn, die Banken haben Verträge mit AIG nicht jedoch mit dem amerikanischen STeuerzahler... und der hat bezahlt.
Die Banken haben aufgrund vertraglicher Vereinbarungen Anspruch auf diese Gelder!
Von Unterstützung kann also keine Rede sein! AIG hat diese Versicherungen angeboten, die Banken haben sie genutzt und nun muss der amerikansiche Steuerzahler die Suppe auslöffeln. Das ist zwar schlimm, doch die amerikanische Regierung hatte diese Geschäfte abgesegnet und weil sie sich dessen bewusst ist, muss sie nun AIG stützen.