Milliardengewinn Deutsche Bank kappt Verbindung zu Daimler

Die Deutsche Bank verdient ordentlich und Josef Ackermann versprüht wieder Zuversicht. Geschichte ist hingegen die Beteiligung an Daimler.

Die Zuversicht wächst: Die Deutsche Bank ist vergleichsweise sicher durch die Krise gesteuert und hat im dritten Quartal in einigen Bereichen so viel verdient wie nie zuvor.

Dabei profitierte das Institut vor allem von dem ungebremsten Kapitalhunger von Staaten und Firmen. In dem vergleichsweise riskanten Kerngeschäft verdiente das Institut im dritten Quartal fast eine Milliarde Euro - trotz eines weiteren Abbaus von Risikopositionen. Im Vorjahreszeitraum standen hier noch Verluste von 789 Millionen Euro zu Buche. Die Zahlen spiegeln die Ergebnisse großer Rivalen aus Großbritannien, der Schweiz und den USA, die im Investmentbanking auch wieder Milliardengewinne machen.

Und doch: Völlig abhaken will Bankchef Josef Ackermann die Finanzkrise nicht. "In manchen Geschäftsbereichen und Produktbereichen sind die Altlasten der Krise nach wie vor spürbar", warnte der Schweizer. "Das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist nach wie vor anfällig." Daher reduziere die Deutsche Bank ihre Risikopositionen im Handelsgeschäft weiter, auch wenn dies zu Lasten kurzfristiger Ertragszuwächse in einigen Segmenten gehe.

Risikovorsorge aufgestockt

In dem Bericht bestätigte das Institut die in der Vorwoche bekanntgegeben Gewinne von 1,4 Milliarden Euro nach und 1,3 Milliarden Euro vor Steuern - auch dank steuerfreier Erträge etwa aus dem Verkauf von Beteiligungen. Wie bereits in den vergangenen Quartalen verzichtete Ackermann auf eine konkrete Prognose. Die Bank gab sich aber zuversichtlich, dass sich die Konjunktur möglicherweise schneller erholt als noch vor einiger Zeit erwartet.

Die Belastungen im Kreditgeschäft dürften daher in den kommenden sechs Monaten ihren Höhepunkt erreichen. Viele Experten erwarten noch im gesamten Jahr 2010 hohe Kreditausfälle. Die Risikovorsorge stockte die Deutsche Bank daher auf 544 Millionen Euro auf.

Hauptgrund für die satten Einnahmen im Investmentbanking von 4,4 Milliarden Euro waren der Verkauf und Handel mit Wertpapieren. Hier erlöste die Bank soviel wie noch nie in einem dritten Quartal, da Firmen und Staaten im Rekordvolumen Fremd- und Eigenkapital aufnahmen. Bei Aktienemissionen erwartet die Bank in den kommenden Monaten eine steigende Nachfrage, während sich die Anleihevolumina abschwächen dürften.

Anders als in den Vorquartalen schrieben alle Sparten der Deutschen Bank schwarze Zahlen. Im Vergleich zum Investmentbanking sind die Gewinne in der Vermögensverwaltung und im Privatkundengeschäft mit 134 beziehungsweise 149 Millionen Euro aber moderat. Ackermann will diese Bereich daher mit Zukäufen ausbauen, um die Abhängigkeit vom Kapitalmarktgeschäft zu verringern.

Ende der Deutschland AG

So vereinbarte die Bank in dieser Woche den Kauf der auf reiche Privatkunden spezialisierten Privatbank Sal. Oppenheim für gut eine Milliarde Euro. Zudem erwirbt die Deutsche Bank Teile des Firmenkundengeschäfts der niederländischen ABN Amro. Auch die Postbank dürfte über kurz oder lang zu Ackermanns Imperium gehören.

Das Kapital Industriebeteiligungen hat die Deutsche Bank hingegen weitgehend geschlossen. Bis Ende September verkaufte sie die verbliebene 0,9-Prozent-Beteiligung an Daimler. Das spülte unterm Strich 110 Millionen Euro in die Kasse. Nun hält sie nur noch kleine Beteiligungen an Unternehmen außerhalb des Leitindex Dax.

Die Deutsche Bank hat über Jahre ihre Anteile an heimischen Großkonzernen abgebaut. Das dichte Geflecht gegenseitiger Beteiligungen war auch als "Deutschland AG" bekannt.

Neben der Deutschen Bank waren hier die Münchener Versicherer Allianz und Munich Re die wichtigsten Strippenzieher. Auch diese beiden Unternehmen haben ihre Beteiligungen inzwischen größtenteils abgebaut.

Auf der Streckbank der großen Krise

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