Die BayernLB prescht vor: Die angeschlagene Landesbank nimmt als erstes deutsches Institut das Rettungspaket des Bundes in Anspruch. Mit 6,4 Milliarden Euro ist der Bedarf größer als erwartet.
Die in Not geratene Bayerische Landesbank (BayernLB) nimmt als erstes deutsches Finanzinstitut Hilfe vom neuen staatlichen Rettungsfonds an. 5,4 Milliarden Euro sollen aus dem Fonds der Bundesregierung abgerufen werden. Eine weitere Milliarde Euro wollen der Freistaat und die Sparkassen zahlen, denen die BayernLB gehört. Die akute Notlage der Landesbank soll der CSU-Regierung schon seit Wochen bekannt gewesen sein, womöglich sogar schon vor der Landtagswahl Ende September.
Angeschlagene BayernLB: Die Finanzspritze fällt höher aus, als erwartet. (© Foto: ddp)
Anzeige
Die Hilfsaktion war am späten Dienstagabend im Aufsichtsgremium der BayernLB, dem Verwaltungsrat, besprochen und anschließend von Vorstandschef Michael Kemmer, Finanzminister Erwin Huber und Sparkassenchef Siegfried Naser bekanntgegeben worden. Kemmer sprach von einem Verlust von drei Milliarden Euro allein in diesem Jahr.
Der Vorstandschef deutete Einschnitte bei der Landesbank an. Man werde "Ballast abwerfen". Details nannte er nicht. Solange die Hilfsaktion läuft, werden den Bankvorständen sämtliche Zulagen gestrichen. Die BayernLB muss voraussichtlich jahrelang gestützt werden. Der Bund, der das meiste Geld gibt, redet künftig bei der BayernLB mit. Welchen Einfluss er genau haben wird, ist aber offenbar noch nicht geklärt.
Am Vorabend der Verwaltungsratssitzung war die Lage der Bank in einer internen Krisensitzung des Bayerischen Sparkassenverbandes in München mit drastischen Worten beschrieben worden. Naser sagte, man stehe vor "erheblichen Herausforderungen". Die Bank müsse verkleinert und verschlankt werden. Ein "Weiter so" könne es nicht geben.
Laut Sitzungsteilnehmern entstand der Eindruck, die BayernLB sei ein Sanierungsfall. Zu dem Treffen waren viele Sparkassen-Vertreter nach München gekommen. Nach Nasers Vortrag vor dem Sparkassenverband sagte der Altöttinger Landrat und Sparkassenfunktionär Erwin Schneider laut Teilnehmern, bisher schaue man bei der BayernLB in einen Abgrund. "Vielleicht schauen wir noch in die Hölle."
Einzelne Sparkassenvertreter forderten einen Ausstieg der kommunalen Kreditinstitute aus der BayernLB. Bei der Hilfsaktion für die Landesbank werden die Sparkassen weitgehend geschont. Sie sollen nur 300 Millionen Euro beisteuern, der Freistaat hingegen 700 Millionen Euro. Aus der CSU-Spitze heißt es, die Krise der BayernLB dürfe auf keinen Fall auf die Sparkassen durchschlagen. Diese seien für ein funktionierendes Finanzsystem unabdingbar.
Bei dem Krisentreffen der Sparkassen hatte Verbandschef Naser auf Fragen nach weiteren drohenden Ausfällen bei der Landesbank ausweichend geantwortet: "Was morgen ist, was in acht Tagen ist, weiß niemand in Zeiten der Weltfinanzkrise."
Jedem Verwaltungsrat Notlage bekannt
Naser räumte ein, schon in den vergangenen Wochen sei "jedem Verwaltungsrat" der BayernLB bekannt gewesen, dass die Bank großen Kapitalbedarf habe. Dem Verwaltungsrat gehören Finanzminister Huber und weitere Vertreter der alten CSU-Regierung an, darunter Innenminister Joachim Herrmann.
Huber ist Chef, Naser Vizechef des Verwaltungsrats. Naser sagte weiter, er habe die Sparkassen vor der Landtagswahl am 28. September nicht mehr ausdrücklich über die Lage der Bank informiert, weil das sonst öffentlich bekannt geworden wäre. "Dann hätte die CSU behauptet, ich sei schuld an einem schlechten Wahlergebnis."
Wie lange die nun angekündigte Kapitalspritze reicht, ist ungewiss. Die Landesbank hält Wertpapiere im Umfang von 21 Milliarden Euro, bei denen hohe Ausfälle drohen. Außerdem ist die BayernLB mit mindestens 1,5 Milliarden Euro in Island engagiert, wo das Finanzsystem zusammenbrechen könnte. Hier muss die Landesbank nach Angaben aus Bankkreisen mit Verlusten in Höhe von 700 Millionen Euro rechnen.
Alt-Banker Ludwig Poullain über seine Erfahrungen mit der Politik und dem Whisky, dem Ende der WestLB und der europäischen Gemeinschaftswährung, die er für schädlich hält. Ein Interview Jetzt lesen ...
- Die Folgen der Finanzkrise Bezahlt wird am Schluss 21.10.2008
- Huber und die BayernLB Zahlensalat, zur Unzeit serviert 21.10.2008
- Die Finanzkrise und ihre Folgen "Jeder hat die Zahlen der BayernLB gekannt" 21.10.2008
- Bayerische Landesbank "Wir haben gesagt: So nicht" 21.10.2008
- Die CSU und die BayernLB Ein Sozi in der Bayernbank 21.10.2008
(SZ vom 22.10.2008/hai)
Facebook-Börsengang
Aktuell geht man davon aus, dass rd. 75 % der amerikanischen Ramschhyptheken abzuschreiben sind. Bei einem gegebenen Bestand von 20 Mrd. bei der BayernLB bedeutet dies nach Adam Riese 15 Mrd. Abschreibungsbedarf. Aber es wird wohl alles versucht werden, diese Abschreibungen auf Jahre zu strecken.
kann man nur zustimmen, die Banken sollten zurück zum Geldverleih- und Geldanlage-Geschäft und es tunlichst vermeiden eigene Produkte zu erfinden.
In Wirklichkeit ist es auch kein Verhältnis Kunde zu Anbieter o.ä.. Es ist ein Geschäft, zumal ein sogenannter "Kunde" einer Bank der lediglich ein Girokonto unterhält -- Geld leiht -- . Das sagen sie mal einer Bank.
Dennoch ist der Inhaber eines Kontos, sei es im Soll oder im Haben, nichts geringeres als ein Bittsteller.
Mancher ist noch ärger dran, für die Kundschaft, der ein Konto seitens der Sozial- oder Arbeitsverwaltung eingerichtet werden musste, wurde in einer Sparkasse eigens ein eigener Schalter eingerichtet, um diese Kundschaft nicht dem normalen Publikum zumuten zu müssen. Diese Menschen wurde behandelt wie Aussätzige. Nur der dorthin verbannte Kassierer und der zum Trottel gemachte Bürokaufmann in der Poststelle, die bekamen noch mehr Hähme zu spüren.
Die wahre Tragik. Und die Konsequenz: Macht die Landesbanken dicht!
Die Geldvernichtung, welche die Bayern LB wie auch die anderen öffentlich-rechtlichen Institute (KFW, IKB Sachsen LB, WestLB, LBBW......) betrieben haben, ist per se schon katastrophal. Die wahre Tragik liegt aber m.E, darin, dass diese Institute damit die Mittel, die sie eigentlich zur Finanzierung der Unternehmen hätten verwenden sollen, vernichtet haben.
Mir sind verschiedene Fälle bekannt, bei denen Unternehmer ihr Firmen verkaufen mussten, weil die Landesbanken/Sparkassen ihre Finanzierung gekappt und damit den Unternehmern - im wahrsten Sinne des Wortes - den Boden unter den Füssen weggezogen haben.
Das Verhalten der Landesbanken lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Alles dichtmachen und zwar schnellstmöglich. Dass die Geschäftsmodelle nicht funktionieren haben sie uns hinlänglich bewiesen. Wie sollten sie denn auch, wenn die Finanzierung der Wirtschaft nicht mehr als Aufgabe verstanden wird. Zocken können die Gemeinden und andere Gebietskörperschaften auch alleine, dafür brauichen sie die Landesbanken nicht.
Wenn sie noch einen Funken Ehre haben, dann treten sie alle zurück.
Ansonsten sollten wir sie buchstäblich verjagen.
Abtreten
Huber--Nasser-- als erste--- nehmt euren Hut---
Als nächstes der Rest - die gesammte Dilletantenmanschaft -Vorstände -Aufsichtsrat--im Gänsemarsch hinterher---
Das Blasorchester dazu bekommt ihr gratis---
Es wäre -glaube ich- für jeden eine Ehre, euch den Marsch zu blasen.
Was glaubt ihr eigentlich wer ihr seid?
Rechtmäßiger Besitzer fremder Gelder? Zur freien Verfügung um den Nervenkitzel der Spieltriebe auszuleben?
Oder doch Diener der Gesellschaft- Treuhänder des Geldes, gewählte Vertreter des Volkes, für deren deren Gemeinwohl ihr sorgen sollt, dafür werdet ihr gut bezahlt.-
Wielange habt ihr gelogen?
Jetzt wissen wir es--- sehr sehr lange, sogar noch bis vor der Wahl.
Jetzt kommt die Katze aus dem Sack--- das ist als unser Volksvertretung--Der Wähler hat als noch die Katzer im Sack gekauft.- Die nächste Wahl kommt bestimmt.
Ich hoffe nur, die Bürger haben es bis dahin nicht vergessen.
Aber Huber und Co wird es doch dann sicher nicht mehr geben.
Jedem, der an dieser Untreue beteiligt war, gehört die Pension gekürzt.-- Anspruch erst mit 65- wie bei anderen auch, bis dahin können sie von Hartz 4 .leben- oder vom eigenen Vermögenen.Es dürfte genug abgefallen sein.
Wenn da nicht endlich aufgeräumt wird, dann geht das weiter und weiter.
Sie sollen ebenfalls die ganze Härte für Betrug am Volk spüren, wie jeder andere auch.
wie sagte Beckstein-doch mal-- gegen -Kriminelle muß man mit aller Härte vorgehen.
Das sind Kriminelle.
Wie hat es ein CSU-Funktionär beschrieben: "Wir haben in den Abgrund geschaut und müssen eventuell noch in die Hölle schauen."
Vor Huber hat sich die Hölle aufgetan und jetzt können wir mal gespannt sein, wie sich diese für die Bayern-LB darstellt. Wenn so ein Unschuldslamm wie Huber freiwillig geht, dann können wir uns auf weitere Überraschungen gefasst machen.
Die CSU brauchte dringend ein prominentes Opfer und da kommt der Rücktritt dieses Politikers gerade gelegen. Wie reagieren die anderen, die dieses Desaster der Bayern-LB auch mitzuverantworten haben? Es werden noch unruhigere Zeiten in München kommen.
Das Licht am Ende des Tunnels ist der herannahende ICE mit weiteren Hiobsbotschaften.
Paging