Duschen statt Baden und die Heizung ein Grad 'runter schalten - wie man die Nebenkosten senken kann.

Die "zweite Miete" wird immer teurer: Um 3,7 Prozent stiegen die Quadratmeterpreise für die Miete laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden seit dem Jahr 2000. Die Wohnnebenkosten inklusive Strom, Wasser und Heizung legten im gleichen Zeitraum um 5,2 Prozent zu. Im Gegensatz zur "ersten Miete" kann man bei der "zweiten" einiges einsparen.

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Mit einem Anteil von 48 Prozent sind die Heizkosten der größte Posten auf der Rechnung. Wer hier den Regler öfter etwas niedriger stellt, hat am Jahresende einige hundert Euro mehr übrig. "Ein Grad Celsius weniger Zimmertemperatur spart sechs Prozent der Kosten", macht Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (DMB) in Berlin eine einfache Rechnung auf. Doch wer sparen will, soll nicht frieren: "Bei 17 Grad wird es schnell ungemütlich. Und wer wenig lüftet, um die Wärme in der Wohnung zu halten, hat womöglich bald Probleme mit Schimmelpilz"

Sinnvoller findet es Ropertz, die Heizungsanlage zu prüfen. Alte Anlagen verursachten gegenüber den modernen Mehrkosten in Höhe von 20 Prozent. Ob der Wärmeverbrauch eines Hauses zu hoch ist, ermittelt der "Heizkostencheck", der auf der Homepage des Mieterbundes unter www.mieterbund.de zu finden ist.

Öfter mal ausmachen

Beim Stromsparen reicht meist ein Knopfdruck auf die "Aus"-Taste, damit ein Gerät nicht im Bereitschaftsmodus unnötig Energie verbraucht. "Damit dürfte ein Haushalt schon 70 Euro im Jahr sparen", sagt Annegret Agricola von der Deutschen Energie Agentur in Berlin. Befindet sich besonders viel Technik in der Wohnung, steigt diese Summe noch. Wer dennoch lieber bequem per Fernbedienung seinen Fernseher ausmacht, sollte beim Neukauf darauf achten, dass er ein Gerät mit einer Leistungsaufnahme von unter einem Watt im Stand-By-Modus erwirbt.

Da die Beleuchtung einen großen Anteil am Stromverbrauch ausmacht, rät Agricola zu Energiesparlampen: "Leider denken dabei viele noch an die Standardvariante mit der gebogenen Leuchtstoffröhre. Inzwischen gibt es sie aber auch in verschiedenen Formen und Lichtfarben."

Wo hingegen nur wenig gespart werden kann, ist der Wasserverbrauch. "80 Prozent der Kosten für Wasser sind Fixkosten, daran kann man nichts ändern", erklärt Jörg Rechenberg vom Umweltbundesamt in Berlin. Zudem sind die Kosten auch gar nicht so hoch: Bei einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 127 bis 129 Litern pro Kopf kostet das Trinkwasser den Einzelnen im Schnitt 22 Cent. Abwasser schlägt mit 32 Cent zu Buche. Wer dennoch seinen Wasserverbrauch einschränken will, sollte bei der Körperhygiene ansetzen, die 36 Prozent des Wasserverbrauchs ausmacht - etwa mit Duschen statt Baden.

Auf die meisten anderen Posten, die ebenfalls die "zweite Miete" ausmachen, haben die Mieter dagegen wenig Einfluss. "Wir kennen 17 einzelne Nebenkosten", so DMB-Experte Ropertz. "Enthalten sind zum Beispiel Steuern, Versicherungen und der Lohn für den Hausmeister." Wenn eine Hausgemeinschaft auch dabei sparen will, könne sie sich um ein sauberes Treppenhaus oder den gepflegten Garten selbst kümmern. Dann spart man sich zwar Gärtner und Putzkraft, hat aber womöglich ein neues Problem. "In der Regel bringen Regelungen wie diese nur Streit, weil irgendeiner immer vergißt, sich an die Hausordnung zu halten", ist Ropertz' Erfahrung.

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(Quelle: sueddeutsche.de/dpa)