Doch jetzt ist Michael Jackson tot - und Barracks Freundschaftsdienst dürfte zu einem der lukrativsten Immobiliengeschäfte aller Zeiten werden. Neverland wird sich wohl zu einer Pilgerstätte für Jackson-Fans aus aller Welt entwickeln - ähnlich wie Graceland, die ehemalige Villa von Elvis Presley.
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Vor Presleys Tod knapp fünf Millionen Dollar wert, wird Graceland heute auf etwa 100 Millionen Dollar taxiert. Eine solche Entwicklung könnte auch das Jackson-Anwesen nehmen: Auf bis zu eine Milliarde Dollar wird der Wert von Neverland in der Branche derzeit geschätzt.
Es ist nicht das erste spektakuläre Geschäft des Tom Barrack: Einst stellvertretender Staatssekretär in der Regierung von US-Präsident Ronald Reagan, gründet der Enkel libanesischer Einwanderer 1991 die Investmentfirma Colony Capital. Barrack kennt keine Scheu vor fremden Märkten - und keine moralischen Bedenken, traditionelles Wertegerüst hin oder her. Er macht Geschäfte mit karibischen Diktatoren, texanischen Ölbaronen und saudischen Prinzen.
Barracks Planungskonzept
Er kauft, saniert und verkauft das New Yorker Plaza Hotel, es bleiben 160 Millionen Dollar Gewinn. Mit dem Londoner Hotel Savoy macht er das Gleiche, 270 Millionen landen am Ende in seiner Kasse.
Das japanische Fukuoka-Stadion erwirbt er, weil allein der Wert des Titaniums im Sockel den Kaufpreis übersteigt. Warum er der Einzige war, der das gemerkt hat? Weil die anderen eben nicht ordentlich gearbeitet haben, glaubt Barrack. Knapp 200 Leute beschäftigt Barrack weltweit, sie beobachten die lokalen Märkte, damit er auch keine Gelegenheit verpasst.
Daneben kauft er eine Reihe von Objekten in niedrigerer Preisklasse, vor allem in den Vereinigten Staaten. Bis 2006, dann setzt Colony Capital einen radikalen Schnitt und zieht sich komplett aus dem amerikanischen Immobilienmarkt zurück. Es seien "viel zu viele Dilettanten im Markt", sagt Barrack damals.
Ein paar Monate später platzt die Blase, die Immobilienmärkte in den USA brechen ein. Tom Barrack, der Mann ohne besondere Intuition, hält da schon Ausschau nach neuen Investitionsmöglichkeiten. Er findet sie in Asien, auf Sardinien - und nebenan, bei Michael Jackson.
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(SZ vom 14.09.2009/gits/pak)
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