Mehr Infos: Bei der Schufa gibt es künftig auch die Daten anderer Auskunfteien - Datenschützer halten von dem neuen Service nicht viel.
Von diesem Donnerstag an können sich Verbraucher bei der größten deutschen Auskunftei Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) auch darüber informieren, welche persönlichen Daten bei fünf weiteren Unternehmen gespeichert sind. "Wir wollen den Verbrauchern einen Überblick verschaffen, welche Firmen außer der Schufa ihre kreditrelevanten Daten gespeichert haben könnten", sagte Schufa-Chef Rainer Neumann am Mittwoch.
Der Schufa-Auftritt im Internet. (© screenshot: Schufa.de)
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Schon bisher können auf der Webseite meineschufa.de registrierte Interessenten ihre bei der Schufa gespeicherten Daten entweder online einsehen oder als Eigenauskunft bestellen. Mit dem neuen Service können sie nun auch herausfinden, "was andere über Sie wissen", wie es auf der Homepage der Schufa heißt. Sie verweist künftig auf fünf andere Auskunfteien. Der Nutzer kann über die Schufa bei diesen Unternehmen seine Eigenauskunft anfordern. Das entsprechende Formular leitet die Schufa an die jeweilige Auskunftei weiter. Diese setzen sich dann direkt mit dem Verbraucher in Verbindung.
Rechnung folgt
Bei den fünf Unternehmen handelt es sich um accumio finance services (Deutsche Telekom), arvato infoscore (Bertelsmann), Bürgel Wirtschaftsinformationen (Allianz), CEG Creditreform Consumer und Deltavista (Schweiz). Das Quintett gehört nach Angaben der Schufa bundesweit zu den größten Auskunfteien. Insgesamt gibt es etwa 60 dieser Unternehmen in Deutschland.
Die Kosten für den neuen Service stellen die jeweiligen Auskunfteien den Bürgern selbst in Rechnung. Angeboten wird er aber nur für angemeldete Nutzer des Internetportals der Schufa. Sich registrieren zu lassen, kostet einmalig 15,60 Euro. Das Schufa-Internetportal wurde im November 2005 eingerichtet. Dort kostet die Eigenauskunft 7,80 Euro.
Verbraucherschützer halten von dem neuen Schufa-Service allerdings nicht viel: "Das ist eine Art Nebelkerzenwerfen, nach dem Motto, wir tun doch etwas", sagt Christina Beck vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Wichtiger für eine echte Transparenz sei es, dass die Schufa selbst ihre Kunden-Bewertungskriterien offenlege. Solange dies nicht der Fall sei, "sehen wir dieses Vorhaben eher skeptisch".
Basis für den neuen Schufa-Service ist die geplante Reform des Bundesdatenschutzgesetzes, das den Verbrauchern mehr Einblick in den Umgang mit ihren Daten bringen soll. Schufa-Chef Neumann hält den Gesetzesentwurf allerdings für nicht ausreichend. Verbraucher müssten künftig besser darüber informiert werden, welche Auskunftsunternehmen überhaupt tätig sind und welche dieser Firmen die jeweils eigenen Daten gespeichert haben, sagte Neumann.
Bislang müssen Kunden schriftlich einwilligen, wenn ein Unternehmen ihre Daten an Dritte weitergeben will. Diese Klausel soll nun laut Neumann aufgeweicht werden: "Das Kreditunternehmen entscheidet dann selbst, welche Daten es an welche Auskunftei weitergibt - zum Nachteil des Verbrauchers, der nur kurz informiert wird", kritisierte er.
- Kreditberatung Kunden in der Schufa-Falle 05.02.2008
- Konsumentenkredite Mehr Menschen leben auf Pump 15.01.2008
(sueddeutsche.de/tö/mel)
Es ist erstaunlich und erscheckend, mit wie wenig und nicht einmal qualitätsgesicherten Informationen die Schufa Aussagen über Personen macht, die die wirtschaftliche Existenz dieser Personen ganz maßgeblich beienflusssen können.
geradezu gebetsmühlenartig, es ginge lediglich darum, solventen zeitgenossen das leben zu erleichtern. das ist natürlich quatsch, dass eine einfache anfrage wegen eines girokontos oder ein häufiger (vielleicht berufsbedingter) umzug das scoring verschlechtert, sind doch nur hinweise auf intransparenz und willkür der schufa. ich glaube, wenn es so weitergeht, wird es bald eine ganze gesellschaftsschicht geben, die völlig rausfällt und sich nicht mehr um solcherlei schert. Die "offenbarungseidler", die in einer neuen wirtschaftlichen freiheit leben, und ihr heil jenseits des konsums sichen...
da wird mit Daten herum jongliert und mit dem Argument VERHARMLOST und GERECHTFERTIGT, ES WÜRDE DEM BÜRGER (den Verbrauchern) VON NUTZEN SEIN.
E wäre u.a. eher angebracht so genannte SCHUFAMELDUNGEN zu hinterfragen und zu differenzieren...............