Gegenangriff der Spitzenmanager: Zwölf Vorstandschefs reagieren auf die Debatte um Managergehälter - und veröffentlichen die Höhe ihrer Steuerzahlungen.
Deutschlands Wirtschaftselite will sich nicht länger als Bande von gierigen Abzockern geißeln lassen: Im Wirtschaftsmagazin Capital haben daher zwölf Topmanager offengelegt, wie viel Geld sie an den Fiskus abdrücken - und welchen Anteil ihres Verdienstes sie damit der Gesellschaft zur Verfügung stellen.
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"Zu einseitig geführt": Adidas-Chef Herbert Hainer möchte der Debatte um hohe Managergehälter eine neue Richtung geben. (© Foto: AP)
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Es sind beachtliche Zahlen, die da auf den Tisch kommen. So zahlt Götz Werner, der Inhaber der Drogeriekette dm, genau 6,998 Millionen Euro jährlich an das Finanzamt. Adidas-Chef Herbert Hainer zahlt Steuern in Höhe von 2,5 Millionen Euro, VW-Chef Martin Winterkorn bringt es auf rund zwei Millionen Euro.
Hainer beklagt Einseitigkeit
An der Aktion beteiligt sich auch der absolute Topverdiener unter den Wirtschaftsbossen, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Er zahle seine Steuern "gerne und ausschließlich" in Deutschland, so Wiedeking. Zwar will er nicht die genaue Summe nennen, sie bewege sich jedoch "im zweistelligen Millionenbereich". Ähnlich nebulös äußert sich RWE-Chef Jürgen Großmann, der angibt, "deutlich über zehn Millionen Euro" Steuern zu zahlen.
Adidas-Chef Hainer sieht in der Aktion eine Möglichkeit, der Debatte um hohe Managergehälter ihre Einseitigkeit zu nehmen. "Ich bin gerne bereit, meine Steuern öffentlich zu machen, wenn es damit gelingt, die Diskussion in eine neue Richtung zu lenken." Hainer will mit seinem Steuer-Outing die Integrität deutscher Spitzenmanager aufzeigen: "Ich bin überzeugt, dass der weitaus überwiegende Anteil der deutschen Vorstände erheblich zum Gemeinwohl beiträgt."
Überproportionale Beteiligung
Damit stehen Hainer, Werner, Winterkorn und die neun weiteren Topmanager, die sich an der Aktion beteiligten, jedoch keineswegs für die gesamte Wirtschaftselite. Denn Capital richtete seine Anfrage an insgesamt 80 Großverdiener. Neben den Chefs der 30-Dax-Konzerne wurden die Vorsitzenden der 30 größten Familienunternehmen und 20 wichtige Aufsichtsräte kontaktiert - nur zwölf antworteten. Auch Josef Ackermann, eine der Reizfiguren in der Debatte, verweigerte eine Angabe.
Noch schlechter war die Beteiligung bei den befragten Politikern. Von den 16 Bundesministern und 16 Ministerpräsidenten der Länder wollte nur einer sein Steuergeheimnis teilen - Saarlands Regierungschef Peter Müller zahlt im Jahr 36.000 Euro Steuern.
Mit der Offenlegung der Gehälter wollen die Spitzenmanager darauf aufmerksam machen, dass die Topverdiener nicht nur hohe Löhne kassieren - sondern sich auch überproportional an der Staatsfinanzierung beteiligen. So tragen die am besten bezahlten 0,1 Prozent der Bevölkerung laut Aussage des Statistischen Bundesamts mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von über 548.000 Euro gut acht Prozent der Einkommenssteuerlast. Ein Fünftel der Steuerlast wird von einem Prozent der Bevölkerung getragen - obwohl diese Personen nur zehn Prozent der Einkünfte auf sich vereinen.
(sueddeutsche.de/tob)
Ägypten
Zum Beispiel auf die Steuer aus Kapitalerträgen und "sonstige Einkünfte".
Ein Milliardär (wie Herr Werner) wird, ohne noch einen Finger zu rühren, beinahe zwangsläufig jedes Jahr um wenigstens 50 Millionen Euro reicher (ob nun durch Zinserträge, Mieteinahmen, etc., etc.)
7 Millionen Euro Steuern darauf entsprechen einem effektiven Steuersatz von 14 Prozent.
Zahlen Sie 14 Prozent Abgaben auf Ihre Einkünfte?
Wieso haben Sie meinen gestrigen Eintrag über die
Herleitung Ihres "Nick-Namens" im GB zensiert?!? ...
"Jerabek (spr. jerschabet), Franz, hervorragender tschech. Dichter, geb. 26. Jan. 1836 zu Sobotka, studierte in Prag anfänglich Theologie, dann Philologie, wurde Professor an der höhern Töchterschule, war gleichzeitig Mitredakteur des »Pokrok« und nimmt als Landtags- und Reichsratsabgeordneter am öffentlichen Leben Anteil.." ...
@ LooR: den Unterschied zwischen Geschäftsführer und Vorstand und Management werde ich Ihnen jetzt nicht erklären. Auch nicht, was einen hoch spezialisierten Manager ausmacht. Das kann Ihnen die VHS beibringen.
Wenn Sie meinen, in einer kleinen Firma keine Manager zu brauchen, so versuchen Sie es doch einfach. Ab einer bestimmten Größe, und nur dort werden horrende Gehälter bezahlt, funktioniert das aber einfach nicht mehr, allenfalls in einem absurden Bauerntheater.
Allerdings wird mir angesichts der Qualität der Argumentation klar, warum diese Manager solche Gehälter haben MÜSSEN. Bei der Vorstellung, täglich solchen Debatten mit den Eiermeiers dieser Welt ausgesetzt zu sein, würde ich das als Schmerzensgeld betrachten.
und sie wird trotzdem kein bischen richtiger und wahrer...
Die Fakten und Tatsachen des Kernproblems hat "mona_7"
bereits um "16:12:43 Uhr" absolut korrekt beschrieben !!!
Solange hier nur über Symptome geredet wird + Ursachen
geleugnet / verschwiegen werden - ändert sich nichts !!!
"es geht eben nur mit brainpower, so dass mehr job entstehen. der umgekehrte weg hieße, ich verschrotte mein auto und fahre wieder auf meinen ochsenkarren ... (heißt aud deutsch: abstieg in den sozialismus mit hilfe der linken)"
Damit wollte ich Ihnen nicht widersprechen. Das Blöde ist, es würde genug Leute geben, die diese Ochsenkarren lenken oder gar ziehen könnten. Dummerweise sitzen die lieber vor MTV als nen Karren zu ziehen oder mit einem Rasenmäher über städtische Grünanlagen zu gehen. Warum auch, bringt nicht die fette Kohle ins Haus.
Paging