Porsche-Chef Wendelin Wiedeking unterschrieb einen Vertrag mit einem extrem hohen erfolgsabhängigen Vergütungsanteil. Das führte zu sagenhaften Gehältern - trotzdem sollte er freiwillig weniger verdienen.
Wendelin Wiedeking ist zweifellos ein brillanter Manager. Er übernahm den Autohersteller Porsche zu einer Zeit, als dieser am Boden lag, und machte ihn binnen weniger Jahre zu einem der ertragreichsten der Welt.
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Extrem hoher erfolgsabhängiger Vergütungsanteil: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. (© Foto: AP)
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Weil er an sich glaubte, unterschrieb er seinerzeit einen Vertrag mit einem vergleichsweise geringen Grundgehalt und einem extrem hohen erfolgsabhängigen Vergütungsanteil.
So viel ist kein Manager der Welt wert
Das war so mutig wie richtig, schließlich sind alle Experten dafür, Manager entsprechend ihrer Leistung zu bezahlen.
Bereits im letzten Jahr führte das Modell allerdings dazu, dass Wiedeking sagenhafte 60 Millionen Euro erhielt, dieses Jahr ist gar von 100 Millionen die Rede. So viel ist kein Manager der Welt wert.
Niemand ist so brillant, dass er das Zweitausendfache dessen verdient, was er seinen Arbeitern zahlt. Wer sich an solchen Exzessen beteiligt, ist mitverantwortlich dafür, dass das Vertrauen vieler Menschen in die soziale Marktwirtschaft schwindet.
Ein gesetzlicher Höchstlohn widerspräche dem Prinzip
Auf dieses Vertrauen aber sind auch Porsche und Wiedeking angewiesen, denn es ist ein zentraler Stützpfeiler für die wirtschaftliche und politische Stabilität in Deutschland.
Nun könnte man die simplen Parolen der Linken übernehmen und einen gesetzlichen Höchstlohn fordern. Das jedoch widerspräche dem Prinzip, wonach hierzulande nicht Politiker, sondern die Vertragspartner die Löhne festlegen.
Am besten wäre es, wenn die Manager von sich aus zur Besinnung kämen, schließlich können Verträge geändert werden - auch der von Wiedeking.
Gelingt das nicht, muss die Politik den Rahmen neu setzen, etwa indem sie die Bezahlung mit Aktienoptionen einschränkt. Die ersten Vorschläge von Union und SPD dazu gehen in die richtige Richtung.
- Managergehälter Linke greifen Porsche-Chef an 29.07.2008
- Managergehälter Steuer-Outing der Topverdiener 21.05.2008
- Managergehälter Früchte der Gier 19.02.2008
- Managergehälter Wer viel verdient bekommt noch mehr 19.05.2008
- Managergehälter Gespaltene Reaktionen auf SPD-Pläne 28.04.2008
(SZ vom 30.07.2008/jkr)
Was hat es mit Neid zu tun, wenn die Manager die Gewerkschaften zu "maßvollen Gehaltsforderungen" aufrufen, wenn diese 9% Gehaltserhöhung fordern, während sich dieselben Manager jährliche Erhöhungen der Bezüge um 30-55% genehmigen lassen?
Das ist kein Neid, das ist einfach ungerecht.
Und wenn die Marktgesetze dies ermöglichen, dann ist etwas an den Marktgesetzen faul und muss geändert werden.
Wenn die Bezüge der Vorstände steigen, wenn sie Mitarbeiter entlassen, so ist das keine Neiddebatte sondern einfach unsozial.
Und wenn die Marktgesetze dies ermöglichen, dann ist etwas an den Marktgesetzen faul und muss geändert werden.
Wenn Manager fette Abfindungen kassieren, wenn sie die Karre in den Dreck fahren, die Mitarbeiter aber leer ausgehen und arbeitslos werden, dann ist das keine Neiddebatte sondern einfach unsozial.
Und wenn die Marktgesetze dies ermöglichen, dann ist etwas an den Marktgesetzen faul und muss geändert werden.
Und wenn ein Manager ein Jahresgehalt von über 100 Millionen Euro erhält, was ohne die erfolgreiche und engagierte Arbeit der Mitarbeiter nicht möglich gewesen wäre, so habe ich dafür auch nur noch begrenztes Verständnis. Mit dem geld könnten rund 1000 Mitarbeiter sorgenfreier leben, während es dem Boss im prinzip egal sein kann, ob er das Geld hat oder nicht.
Hier geht es nicht um Neid, sondern um Verteilungsgerechtigkeit.
Und wer behauptet, man hätte ja selber Vorstandsvorsitzender werden können, den frage ich: Wo sind die 74 Millionen Aktiengesellschaften in Deutschland, die als Ich-AG firmieren und Milliardenumsätze machen?
Siehste, geht eben nicht.
Was soll die Debatte aus dem Neidgesichtspunkt bringen? Wir haben eine globalisierte Wirtschaft, und die Einkommen der Spitzenmanager werden halt durch die globalen Gesetze der Wirtschaft bestimmt. Ich wäre dafür, mal darüber zu diskutieren, was die Leute mit dem vielen Geld machen, vor allem mal die Fussballer und Rennfahrer, bei denen die Wertschöpfung in keinem Verhältnis zum Ertrag steht (im Gegensatz zu Wiedeking). Wer kann vorweisen, dass er etwas für Kunst und Kultur getan hat? Das wäre mal ein Wettbewerb, der mich interessiert. (Das Charity-Geld, das in irgendwelchen - meist fragwürdigen - Institutionen versackt, interessiert mich weniger).
... so wenig verdient wie einer der nach einer dreijährigen Ausbildung incl. Überstunden gerade am Existenzminimum vorbeischrammt. Sein Erfolg mit den hochpreisigen Autos die er verkauft basiert zu einem grossen Teil auch auf der Umverteilungspolitik die derzeit im Gang ist. Es gibt viel mehr Millionäre und viel mehr Menschen die nicht mehr in der Lage sind sich und ihre Familie mit einem Job der eine gewisse Qualifikation erfordert zu ernähren.
Ansonsten zieht die Entschuldigung nicht dass ein anderer ein Verbrecher ist um selbst besser da zu stehen.
Herr Wiedeking soll also dieses Jahr noch mehr als in den Vorjahren verdienen.
Na und? Was ist daran so schlimm, dass jetzt sogar der Gesetzgeber dagegen einschreiten soll?
Die entscheindenden Fragen zur Beurteilung von Manager-Einkommen müssten doch lauten:
- Mit welchen Mitteln hat das Management es geschafft, den Aktionären derart hohe Gewinne "in die Taschen zu spühlen"?
-Wurden dazu Mitarbeiter entlassen und dadurch der Aktienkurs zugunsten der Manager -Einkommen manipuliert?
- Worauf basiert der grösste Teil des Einkommens der/des Top-Manager(s)? Auf einem vor vielen Jahren mit den Vertretern der Eigentümer abgeschlossenen, stark Erfolgs-abhängigen Anstellungsvertrag?
- - Wurde nur das Management oder sogar nur ein einziger Manager derart grosszügig entlohnt, oder hat auch die Belegschaft davon mehr abbekommen, als in anderen Firmen bei vergleichbar hohen Gewinnen üblich?
Man könnte diesen Fragenkatalog gewiss noch verlängern, aber noch immer keinen stichhaltigen Grund dafür finden, das Einschreiten des Gesetzgebers zu begründen.
DENN bei den Manager-Einkommen handelt es sich ausschliesslich um Vereinbarungen zwischen den für die Anstellung zuständigen Vertretern der Eigentümer und dem einzelnen Manager!
UND Wendelin Wiedeking ist nun einmal der mit Abstand erfolgreichste Manager weit über Deutschland hinaus. Die Porsche-Eigentümer scheinen das noch immer zu honorieren, selbst der wirklich exzentrische Machtmensch und Milliardär Herr Piech!
Zur Erinnerung für alle Kritiker sein noch angemerkt:
- In den USA haben in diesem jahr zwei Hedgefond-Manager jeweils über 1 Milliarde USDollar "erspekuliert"!
- In allzu vielen Aktiengesellschaften, auch deutschen, verdienen sich die Top-Manager viel Geld -durch Aktienoptionen- durch Entlassung tausender Mitarbeiter!
- In einigen tausend Banken, deutschen und ausländischen, besonders amerikanischen, verdienten sich einige tausend Manager "goldene Nasen" dadurch, dass sie gutgläubigen oder auch spekulierenden Käufern, auch Kollegen, wertlose Wertpapiere verkauften!
DAS ist m.E. eindeutig kriminell und müsste Bestrafung nach sich ziehen! Aber, hat jemand schon davon gehört, wurde bisher auch nur ein Einziger dieser Betrüger wenigstens angeklagt?
Gibt es wenigstens für diese Art des Betruges Strafnormen? I
In welchem Land -vielleicht ausser China, wo derartige Betrüger mit der Todesstrafe zu rechnen haben?
Ich sehe ihre Artikel sonst recht kritisch und soviel "Toleranz" hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut.
Diesmal haben Sie mich (positiv) überrascht. Jeder Firma steht es frei, einem angestellten Mitarbeiter soviel zu bezahlen, wie so glaubt, dass er es wert ist. Die Firma muss das Geld ja schließlich selbst verdienen. Und ob das in diesem konkreten Fall (wirklich?) 100 Mio. sind, oder in vielen anderen Fällen nur ein minimaler Bruchteil davon, ist letztendlich die freie Entscheidung selbiger Firma. Alles Neidgerede ist fehl am Platz.
Wer jemandem dessen Gehalt neidet sollte lieber versuchen selbst in diese Position zu kommen, als zu fordern, dass man den anderen (finanziell) beschneidet. Leztendlich bringt nur das Leistungsprinzip einen selbst und den Staat in eine bessere Position. Mit Verhinderung und Beschränkung ist noch nie etwas groß geworden.
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