Märkte Wieder erholt

Investoren kaufen wieder mehr Immobilien in Spanien, Portugal und Irland. Sie setzen darauf, dass die Länder ihre Schuldenkrisen meistern werden.

Es ist noch nicht so lange her, da galten Spanien, Portugal und Irland als "kranke Staaten Europas". Heute aber, nach einer längeren Phase von Umstellungen und Anpassungen, sind die drei Länder die Leistungsträger bei der wirtschaftlichen Gesundung des Euro-Raums. Zu diesem Ergebnis kommt die Berufsorganisation RICS, die 118 000 Immobilienexperten rund um den Globus repräsentiert, in ihrem jüngsten Report. Demnach haben Portugal, Spanien und Irland ihre Wettbewerbsfähigkeit zum Teil deutlich verbessert. Das ziehe auch die Aufmerksamkeit internationaler Investoren an, die für eine Neubelebung der jeweiligen Immobilienmärkte sorgten.

In der gewerblichen Immobilienwirtschaft nahmen die Investitionen in jedem dieser Märkte in den vergangenen zwei Jahren fast um das Fünffache zu, heißt es weiter. Zugleich gehe das Angebot an zum Verkauf stehenden Immobilien in Irland und Portugal zurück. In Spanien wachse der Leerstand nicht mehr an. Dementsprechend sei davon auszugehen, dass Gewerbeimmobilien starke Renditen und ein weiteres Wachstum der Kapitalwerte (vor allem im Bürosegment) erwirtschafteten.

Im Wohnsegment sei auf dem portugiesische Markt eine Wende zu verzeichnen: Die Marktaktivität verbessere sich hier kontinuierlich. In Spanien deute der amtliche Preisindex darauf hin, dass sich die Preise in den nächsten zwölf Monaten langsam erholen werden. In Irland wecke der Wohnungsmarkt Ängste vor einer erneuten Überhitzung. Seit 2013 seien die Wohnimmobilienpreise hier um 33 Prozent gestiegen. Das jährliche Wachstum habe allerdings in den vergangenen zwei Quartalen nachgelassen und liege aktuell bei neun Prozent. Die Experten gehen hier von einer weiteren Abschwächung aus.