Schwache Börsen: Der Anstieg des Ölpreises und der Kursrutsch an den US-Börsen drücken den Dax. Die EZB pumpt mit einer Finanzspritze von 40 Milliarden Euro erneut zusätzliche Liquidität in die Märkte.
Belastet vom gestiegenen Ölpreis, dem wieder stärkeren Euro und einem deutlichen Kursrutsch an den US-Börsen hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag schwächer eröffnet. Der Leitindex Dax gab im frühen Handel um 0,74 Prozent auf 6062 Punkte nach und der MDax verlor 1,70 Prozent auf 7527 Zähler. Der TecDax sank um 0,95 Prozent auf 735 Punkte.
Aktienhandel in Frankfurt am Main: Wohin marschiert der Dax? (© Foto: ddp)
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Die Agenda sei relativ dünn, sagten Händler, wobei am Nachmittag Daten zum Häusermarkt in den USA und die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Bankenausschuss des US-Senats für Impulse sorgen dürften.
Finanztitel sind sich nicht einig
Finanzwerte tendierten im frühen Handel uneinheitlich. Aktien der Deutschen Bank waren die Verlierer der Branche mit minus 3,56 Prozent auf 53,80 Euro an. Allianz-Aktien erholten sich indes leicht mit einem Plus von 0,11 Prozent auf 99,21 Euro. Eon-Papiere gewannen 0,64 Prozent auf 34,38 Euro, RWE stiegen um 0,55 Prozent auf 65,72 Euro. Die Eigentümer der deutschen Stromübertragungsnetze erwägen dem Handelsblatt zufolge den gemeinsamen Betrieb ihrer Netze.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angesichts der anhaltenden Spannungen an den Finanzmärkten eine zusätzliche Liquiditätsspritze in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar angekündigt. In Zusammenarbeit mit der US-Notenbank sei ein Schnelltender über einen Tag geplant, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit. Gebote werden bis 9.45 Uhr angenommen. Die Zuteilung soll um 11.45 Uhr erfolgen. Der marginale Zinssatz werde dem gleichzeitigen Dollar-Tender der US-Notenbank entsprechen.
Der US-Aktienmarkt hatte am Montag mit deutlichen Verlusten geschlossen. Dazu trugen Zweifel an den hohen Kosten sowie der Wirksamkeit des US-Rettungspakets für die Finanzbranche bei. Die Anleger sind sich Händlern zufolge nicht sicher, ob die Maßnahmen ausreichen, die Lage an den Kreditmärkten zu entspannen. Die Börsen in Japan blieben wegen eines Feiertags geschlossen.
Auch der wieder deutlich gestiegene Ölpreis drückte auf die Stimmung. Zeitweise kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) über 130 US-Dollar. Händler führten den kräftigen Preisanstieg vor allem auf den wieder schwächeren Dollar zurück. Zudem seien Sachanlagen wie Rohöl oder auch Gold wieder als vermeintlich sicherer Hafen gefragt. Nach dem Rekordanstieg des Ölpreises um über 25 Dollar pro Barrel an der New Yorker Börse fiel der Preis im frühen asiatischen Handel am Dienstag wieder
Dow Jones stürzt ab
Der Leitindex Dow Jones verlor 3,27 Prozent auf 11.015,69 Zähler und büßte damit einen Teil seiner Ende vergangener Woche erzielten Gewinne wieder ein. Der marktbreite S&P-500-Index gab um 3,82 Prozent auf 1207,09 Punkte nach. An der Nasdaq sank der Composite-Index gar um 4,17 Prozent auf 2178,98 Zähler. Der Nasdaq 100 fiel um 4,53 Prozent auf 1665,94 Punkte.
Viele Aktien von Finanztiteln gehörten vor diesem Hintergrund zu den größten Verlierern. So brachen die Titel von JPMorgan um 13,28 Prozent auf 40,80 US-Dollar ein, und für die Aktien der Bank of America ging es um 8,88 Prozent auf 34,15 Dollar nach unten. American- Express-Papiere verloren 7,70 Prozent auf 37,29 Dollar.
Goldman und Morgan Stanley verlieren
Nach neuen Nachrichten zu Lehman Brothers sackten dessen Titel um 13,99 Prozent auf 0,19 Dollar ab. Das japanische Finanzhaus Nomura übernimmt das Asien-Geschäft der insolventen US-Investmentbank und ist Medienberichten zufolge auch der bevorzugte Bieter für deren Aktivitäten in Europa. Die Berater von Pricewaterhouse Coopers bestätigten, in Gesprächen mit "einer Partei" zu sein, die ein "größeres Team" übernehmen wolle. Die britische Nachrichtenagentur PA berichtete, wahrscheinlich schlage damit Nomura die britische Großbank Barclays aus dem Rennen. 1000 Arbeitsplätze könnten so in Europa gerettet werden.
Die Titel von Goldman Sachs und Morgan Stanley verloren unterschiedlich stark. Unter dem massiven Druck der Finanzkrise geben die zwei letzten großen US-Investmentbanken ihren 75 Jahre alten rechtlichen Sonderstatus auf und werden zu gewöhnlichen Geschäftsbanken. Sie stehen künftig wie andere Banken unter verschärfter Kontrolle und dürfen keine extremen Risiken für hoch lukrative Geschäfte mehr eingehen. Im Gegenzug können sie sich breiter aufstellen und sind damit auch dank neuem Kapital weniger schwankungsanfällig.
Titel von Goldman fielen um 6,95 Prozent auf 120,78 Dollar. Aktien von Morgan Stanley hielten sich besser als der Gesamtmarkt. Sie gaben lediglich 0,44 Prozent auf 27,09 Dollar ab. Deutlich gegen den negativen Trend schossen die Titel von American International Group (AIG) um 22,60 Prozent auf 4,72 Dollar nach oben.
Fortschritte beim US-Rettungspaket
Die Aktionäre des US-Versicherers wollen dem Wall Street Journal Europe zufolge mit einer raschen Rückzahlung der Rettungskredite die Verstaatlichung verhindern. Gleichwohl mussten die Titel am Montag ihren Platz im Dow-Jones-Index für die Aktien von Kraft Foods räumen, die 4,58 Prozent auf 33,09 Dollar verloren.
Bei den Verhandlungen über das geplante Finanzpaket zur Stabilisierung der Banken gibt es Fortschritte: Die US-Regierung hat nach Angaben des demokratischen Verhandlungsführers im Repräsentantenhaus einigen Bedingungen des Kongresses zugestimmt. Darunter seien staatliche Hilfen für Hausbesitzer und eine starke Kontrollfunktion des Kongresses, sagte Barney Frank, der Vorsitzende des Finanzausschusses im Abgeordnetenhaus. In den Gesprächen zwischen Abgeordneten und Vertretern der Regierung seien Fortschritte erzielt worden, vieles sei aber noch offen.
Verhandlungsführer Frank erklärte nach den Gesprächen am Montagabend, die Regierung habe mit der Ankündigung des Hilfspakets große Erwartungen und damit bereits Fakten geschaffen. "Wir müssen einsehen, dass wir jetzt keine Wahl haben, zu diskutieren, ob das eine gute oder eine schlechte Sache ist." Die demokratische Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi erklärte, das Gesetzespaket werde "bald" verabschiedet.
"Die ganze Welt sieht zu"
Kongressmitarbeitern zufolge könnte eine Abstimmung bereits am Mittwoch stattfinden. Präsident George W. Bush hatte den Kongress wenige Stunden vorher zu raschem Handeln aufgefordert: "Die ganze Welt sieht zu." Die Demokraten wollten in den Verhandlungen mit Finanzminister Henry Paulson fordern, dass der Staat einen Anteil an den Unternehmen erhält, denen mit dem beispiellosen Rettungspaket geholfen wird. Zudem soll die Initiative bereits Ende dieses Jahres auslaufen und keine zweijährige Laufzeit haben, wie Bush plant.
Ein mit den Verhandlungen vertrauter Regierungsbeamter erklärte am Montag, die Regierung habe zugestimmt, einen Plan aufzulegen, um Zwangsvollstreckungen bei Hypotheken zu verhindern, die sie im Rahmen des Finanzpakets aufkaufen will. Die US-Regierung braucht für ihr Vorhaben, den Steuerzahler 700 Milliarden Dollar zur Stabilisierung der Banken aufbringen zu lassen, das Einverständnis des Kongresses, in dem die Demokraten die Mehrheit haben.
(sueddeutsche.de/Reuters/AP/dpa/jkr/mel)
Christopher Lee zum 90.
Old America is suffering, new Europe is better financially organised! Our money is more valuable and safe...::))
es müssen neue regeln her, die Hedgefonds sollte es verboten werden mit Öl zu spekulieren! Diese Investment Junkies haben bereits zu viel Unheil über den Menschen gebracht, es kann nicht sein dass mit diesen wichtigen primären Rohstoff die Welt in Brand gesetzt werden kann, nur auf Basis von Gier und persönliche Bereicherung, man darf auch nicht mit Menschen handeln, oder?
Fakten lauten,USA kaputt,Dollar schon lange kaputt,aber mit dieser Kombination wollen sie die Welt retten.
... Big Money und von der US-Regierung !
@Silvio.Gsell
guter Tip. Denn was passiert, wenn die Anleger aussteigen? Richtig, die Kurse sinken. Was tut man als Vorstand / Geschäftsführer gegen sinkende Kurse? Richtig, sparen. Und mit welchem Sparprogramm macht man den schnellsten Weg nach oben? Oh ja, ich weiss es wieder, Stellenabbau.
Wie wäre es mit weniger kurzsichtigen Meinungen, die nicht aus einer strikten und irrationalen Ablehnung gegen ein System folgen?
Paging