Der derzeit allgegenwärtige Zorn über das Bonus-Unwesen ist nur teilweise berechtigt: Nicht die Boni sind das Problem, sondern fehlende Sicherungen gegen Exzesse.
Die Empörung über das Bonus-Unwesen insbesondere im Bankgewerbe ist allgegenwärtig und natürlich berechtigt. Dies zu betonen, ist fast schon ein Akt der Selbstverteidigung, will man im gesellschaftlichen Diskurs noch ernst genommen werden.
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Protest gegen übertriebene Boni: Bei Strafzahlungen hätten die Bankmanager umsichtiger agiert. (© Foto: dpa)
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Und es lässt sich ja auch vernünftigerweise nicht rechtfertigen, dass Investmentbanker womöglich gar der zweiten oder dritten Reihe Millionensummen dafür einsammeln konnten, dass sie immer waghalsigere Geschäfte betrieben haben.
Zugleich aber wäre es schön, wenn auch noch Platz wäre für eine differenziertere Sicht der Dinge. So war die Erfindung von Bonus-Komponenten des Gehalts als Leistungsanreiz eigentlich sehr klug.
Ihr Geld durchaus wert - in guten Zeiten
Wer gut gearbeitet hat, besonders fleißig oder talentiert war und also Erfolg hatte, sollte an dem Mehrwert, den er der ganzen Firma geschaffen hat, teilhaben und derart weiter angespornt werden. Die besten Händler waren ihr Geld durchaus wert - in guten Zeiten.
Es ist kein Zufall, dass viele der Politiker und Gewerkschafter, die jetzt laut tönen, früher dort, wo sie Einfluss hatten, die Zahlungen brav abgenickt haben. Nicht dass es Boni gab, war nämlich das Problem, sondern dass Sicherungen fehlten gegen Exzesse. Hätten die Händler bei Misserfolg nicht nur mit dem Wegfall der Boni rechnen müssen, sondern sogar mit Mali, also mit Strafzahlungen, hätten sie umsichtiger agiert.
Dies ist eine wichtige Lehre aus der Krise: Verantwortung muss klar benannt werden. Belohnungen für Erfolg sind nötig, aber auch Sanktionen bei Misserfolg. Wer jetzt alle Boni verteufelt und gleich noch Gehaltsgrenzen festlegen will, muss sich nicht wundern, wenn die Besten eines Tages anderswo arbeiten.
(SZ vom 17.02.2009/pak)
Verkehrssünderdatei in Flensburg
"Wer jetzt alle Boni verteufelt und gleich noch Gehaltsgrenzen festlegen will, muss sich nicht wundern, wenn die Besten eines Tages anderswo arbeiten"
Und außerdem, wer will die Versager denn irgendwo anders? Von der Sorte gibt es auf der ganzen Welt mittlerweile hundert Stück für 10 Cent.
Btw, es ist schade, dass die Diskussion gleich aus Zeitgründen endet. Ich würde gerne mit den Beteiligten (pro wie con) weiter diskutieren und meine gefühlt hundertjährigen Erfahrungen mit Vertriebsanreizen zum Besten geben.
Vielleicht an einem anderen Tag... :-)
Einverstanden, wenn private Verträge die Gesellschaft schädigen besteht Handlungsbedarf. Haben Sie recht!
Das ist wirklich ein schwieriges Thema, wenn nicht das schwierigste überhaupt. Wie motiviere ich Menschen das Optimum für eine Organisation anzustreben?
Das Problem ist ja auch das jeder individuell sich von ganz anderen Faktoren motivieren lässt... der eine von der super Arbeitsatmosphäre, der andere würde alles tun um irgendwann mal Porsche zu fahren...
Für mich gibt es daher nur eine Antwort: allgemeine Regeln sind nicht gut. Am besten ist es für das Wohlergehen jedes Individuums wenn Vergütung und Arbeitsumfeld weitgehend frei zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber verhandelt werden können... (gewisse Rahmenbedingungen sind natürlich unumgänglich, Arbeitsschutz, etc.)
erwiderung, archimedes. genau!
das macht keinem spass.
also sollten wir wieder dahin kommen, dass es allen einen gewissen "spass" macht, zu arbeiten., nicht umsonst habe ich das mit der kompensation und den arbeitsbedingungen eingeführt.
also ist die frage, was braucht der mensch. und wie gestalte ich das system nach den bedürfnissen. und nciht umgekehrt.
Paging