LBBW: Ruhegeld für Jaschinski 821 Euro Rente - pro Tag

Seine Bank wird mit Milliarden gestützt, er selbst muss wegen der Misere gehen: Doch Siegfried Jaschinski, Chef der Landesbank LBBW, muss sich um seine Zukunft trotzdem keine Sorgen machen.

Der vorgezogene Ruhestand von Siegfried Jaschinski wird dem Noch-Chef der Stuttgarter Landesbank LBBW fürstlich versüßt. 821 Euro Ruhegeld erhält der geschasste Banker - und zwar pro Tag.

Einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten zufolge bekommt der 54-Jährige ab dem Jahr 2010 jährlich rund 300.000 Euro fürs Nichtstun überwiesen. Damit würde sein Pensionsanspruch bei nahezu 60 Prozent des Grundgehalts liegen, das etwa bei einer halben Million Euro liegt. Ein Sprecher der Stuttgarter Landesbank, die von ihren Eignern mit fünf Milliarden Euro gestützt werden muss, wollte sich dazu nicht äußern.

Jaschinski kommt zugute, dass er bereits seit 1994 im Vorstand der Stuttgarter Bank sitzt, erst bei der Südwest LB, später in der fusionierten LBBW. Jeder Manager, der mindestens zehn Jahre im Vorstand der Landesbank tätig war, hat dem Bericht zufolge einen Sofort-Anspruch auf die Zahlungen, auch wenn er noch gar kein Rentner ist.

Diskussionen um Vetters Gehalt

Allerdings werden künftige private Einkünfte, zumindest teilweise, auf Jaschinskis Ruhegeld angerechnet. Branchenkenner gehen allerdings nicht davon aus, dass sich der Banker bereits im Alter von 54 Jahren zur Ruhe setzen wird - und rechnen mit einer weiteren Tätigkeit des Noch-LBBW-Chefs in der Finanzwelt.

Auch Jaschinskis Nachfolger hat dem Bericht zufolge eine Ruhegeld-Klausel im Vertrag mit seinem derzeitigen Arbeitgeber, der Landesbank Berlin. Doch der Wechsel von Vetter von Berlin auf den Chefsessel der LBBW sorgt für Ärger in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Denn um Vetter nach Schwaben zu locken, wurde sein Gehalt kräftig aufgestockt. Angeblich soll der Noch-Berliner 1,1 Millionen Euro im Jahr erhalten.

Aus diesem Grund hat sich der Stuttgarter Finanzbürgermeister Michael Föll bei der Berufung des neuen Landesbanken-Chefs vornehm zurückgehalten. Zwar hat er grundsätzlich für Vetter gestimmt, seine Zustimmung zur Aushandlung eines Vertrages jedoch verweigert. Grund dafür: Der Stuttgarter Gemeinderat hat - ebenso wie der von CDU und FDP dominierte Landtag - beschlossen, dass LBBW-Vorstände in Krisenzeiten nicht mehr als 500.000 Euro pro Jahr verdienen sollen. Die Stadt Stuttgart gehört - zusammen mit dem Land Baden-Württemberg und den Sparkassen - zu den Eignern von Deutschlands größter Landesbank.