Überraschung nach Jahren: Wer seine Rücklagen lange nicht angreift, profitiert vom Zinseszins - auch beim Sparbuch.
Auch wenn es nach wie vor weit verbreitet ist: Das Sparbuch ist nach einhelliger Expertenmeinung eine der unattraktivsten Formen, sein Geld anzulegen - geschlagen nur vom Sparstrumpf unter der Matratze.
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Überraschung Zinseszins: Auch die zinsarme Anlage im Sparbuch sorgt nach einiger Zeit für erstaunliche Renditen. (© Foto: ddp)
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Wer aber einmal nach vielen Jahren ein Sparbuch aus Kindertagen hinten in der Schublade gefunden und dann dieses Konto aufgelöst hat, hat schon erlebt, wie sehr sich eine meist bescheidene Summe im Laufe der Zeit vermehrt hat. Und dies trotz eines eher geringen Zinssatzes. Verantwortlich hierfür ist ein Effekt, den zwar theoretisch fast jeder kennt, dessen Auswirkungen aber doch viel überrascht: der Zinseszins.
Dabei werden die Zinsen nicht entnommen, sondern verbleiben beim angelegten Kapital und werden selbst wieder verzinst, diese Zinsen verbleiben beim angelegten Kapital und so weiter.
Für den Rest sorgt der Zinseszins
Diese Nichtentnahme der Zinsen ist es auch, die langfristige Sparpläne interessant macht (siehe Tabelle unten). Bei einer jährlichen Anlagesumme von 100 Euro zu einem Zinssatz von 5 Prozent per annum beispielsweise ergibt sich nach 25 Jahren (und einem zu Beginn eingezahlten Kapital von 2500 Euro) ein Kontostand von über 5000 Euro. Vorausgesetzt, die Zinsen verbleiben auf dem Konto. Ohne Zinseszins hätte der Sparer nach 25 Jahren dagegen lediglich 4125 Euro.
Der Effekt ist so signifikant, dass sich auch der Gesetzgeber damit befasst. Um Schuldner vor einer drastischen Kumulierung von Zinsen zu schützen, ist eine Vereinbarung von Zinsen auf Zinsen, eben Zinseszinsen, nach § 248 Abs. 1 BGB grundsätzlich nichtig. Ausgenommen davon sind nach Absatz 2 Kreditinstitute - und davon wiederum profitiert der Sparer.
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(sueddeutsche.de/jkf/mel)
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