Landesbank-Affäre in Bayern Sparkassenchef Naser gibt auf

Die Milliardenverluste des Freistaats und seiner Landesbank kosten Bayerns Sparkassenchef sein Amt: Siegfried Naser tritt ab.

Von Klaus Ott

Der langjährige Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, Siegfried Naser, wirft hin: Auf der Vorstandssitzung des Sparkassenverbandes Bayern am 12. Januar 2010 werde er sein Amt mit Wirkung zum 31. Januar 2010 zur Verfügung stellen, teilte der Verband mit.

Der frühere CSU-Kommunalpolitiker zieht damit die Konsequenzen aus dem Desaster der Bayerischen Landesbank (BayernLB) beim österreichischen Finanzkonzern Hypo Alpe Adria. Naser hatte im Jahr 2007 zusammen mit CSU-Politikern und Landesbank-Managern die Übernahme der Hypo Alpe Adria durch die BayernLB betrieben.

Jetzt stoßen Freistaat und Landesbank die inzwischen marode Hypo Alpe Adria mit einem Verlust von 3,7 Milliarden Euro an die Republik Österreich ab. Der Sparkassenverband äußerte sich nicht zu dem bevorstehenden Rückzug. Naser war nicht erreichbar.

Naser hatte bis vor wenigen Monaten dem Aufsichtsgremium der Landesbank, dem Verwaltungsrat, angehört, und dort lange Zeit eine führende Rolle gespielt. Die Sparkassen waren bis vor einem Jahr zu 50 Prozent an der Landesbank beteiligt. Naser hatte die BayernLB zu einer internationalen Großbank ausbauen wollen und den Kauf der Hypo Alpe Adria als "genialen Schachzug" bezeichnet.

Innerhalb des Verbandes und in der Öffentlichkeit war Naser wegen seiner missglückten Politik bei der Landesbank schon seit längerem umstritten. Zuletzt hatten die Aufsichtsorgane der großen Sparkassen in München, Nürnberg und Augsburg seinen Rücktritt gefordert. Er solle die "politische Verantwortung" für das Desaster übernehmen, hieß es. Diesem Druck gibt Naser jetzt nach.

"Vernünftig und konsequent"

Nach Angaben aus dem Verband soll es keine Millionen-Abfindung, sondern eine Ruhestands-Regelung geben. Nasers Vertrag wäre noch bis 2015 gelaufen, in dieser Zeit hätte er Anspruch auf insgesamt rund drei Millionen Euro Verdienst gehabt.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte der SZ, wenn Naser an seinem Amt festgehalten hätte, dann "hätte er ein langwieriges Kräftemessen mit wichtigen Sparkassen mit ungewissem Ausgang auf sich genommen". Dem sei Naser sinnvollerweise zuvorgekommen. "Das ist die Konsequenz daraus, dass man nach einem derartigen Desaster nicht Präsident des bayerischen Sparkassenwesens bleiben kann, das sich durch Sorgfalt auszeichnen will und nicht durch hochspekulative Geschäfte."

Nürnbergers Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) nannte Nasers Rücktritt "vernünftig und konsequent". Maly: "Wenn er die politische Verantwortung übernimmt, zeigt er Größe." Maly hatte zuletzt zu Nasers Kritikern gehört.