Die Hansestadt hatte von der Allianz 2003 ein Paket von Beiersdorf-Aktien übernommen, das jetzt verkauft worden ist. Wird Hamburg nun häufiger Geschäfte an der Börse machen?
Einen Anteil von zehn Prozent hielt Hamburg am Mischkonzern Beiersdorf, der unter anderem die Tesa- und Nivea-Produkte herstellt.
Die Köhlbrandbrücke (© Foto: dpa)
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Die insgesamt 25 Millionen Papiere wurden von der Deutschen Bank zum Preis von 48 Euro je Aktie verkauft. Die Stadt erlöst dadurch 1,2 Milliarden Euro, unter dem Strich bleibt der Stadt ein Gewinn von etwa sieben Millionen Euro.
Ist der Erfolg nun Ansporn zu weiteren Geschäften an der Börse? Sebastian Panknin, Sprecher der Hamburger Finanzbehörde, erklärt im Interview, warum das nicht so ist.
sueddeutsche.de: Hamburg hat am Verkauf des Beiersdorf-Paketes einige Millionen Euro verdient. Wir wissen, dass in der Hansestadt tüchtige Kaufleute sitzen, doch ist die Spekulation mit Wertpapieren mittlerweile Bestandteil Ihres Budgets?
Sebastian Panknin: Nein. Die Stadt hat mit dem Engagement bei Beiersdorf strategische Ziele verfolgt. Wir wollten 2003 die Übernahme durch einen internationalen Konzern ...
sueddeutsche.de: ... Procter & Gamble ...
Panknin: ... verhindern. Wir wollten Beiersdorf als eigenständiges und börsennotiertes Unternehmen in Hamburg halten. Einerseits, weil wir die Arbeitsplätze sichern wollten, aber auch, um das Steueraufkommen zu sichern. Von Anfang an haben wir gesagt, dass es sich um strategisches Investment auf Zeit handelt.
sueddeutsche.de: Warum war jetzt die Zeit reif?
Panknin: Die Marktsituation ist derzeit günstig und das Unternehmen Beiersdorf ist am Standort Hamburg fest verankert .
sueddeutsche.de: Andernorts wird über Beteiligungen der öffentlichen Hand an privaten Unternehmen heftig diskutiert. Bei Ihnen nicht?
Panknin: Derartige Beteiligungen sind natürlich nicht Aufgabe der Stadt. Das Engagement bei Beiersdorf war eine politische Entscheidung und hatte seinerzeit die genannten strategische Gründe.
sueddeutsche.de: Hat Hamburg denn noch mehr Beteiligungen dieser Art?
Panknin: Der Fall Beiersdorf war eine spezielle Situation. Über unsere Tochtergesellschaft HVG Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsverwaltung halten wir normalerweise Anteile an Unternehmen, die entweder für die Infrastruktur von Bedeutung sind oder für die Sicherung des Wirtschaftsstandortes eine wichtige Rolle spielen - etwa die Messe.
sueddeutsche.de: Allerdings heißt es, die Stadt wolle sich mit den Erlösen aus dem Beiersdorf-Verkauf an der EADS beteiligen - das wäre die zweite Ausnahme innerhalb kurzer Zeit ...
Panknin: Hamburg hatte bereits im November letzten Jahres erklärt, sich an der Investorenlösung für das 7,5-prozentige Aktienpaket von Daimler Chrysler zu beteiligen. Das Hamburger Engagement bei Beiersdorf steht in keinem Zusammenhang zu EADS.
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