Kuriose Geldscheine und Währungen:Schöne neue Plastikwelt

"Wir können leider große Banknoten nicht annehmen" - diesen Satz soll in Kanada keiner mehr lesen müssen. Seit 2012 gibt es einen neuen, angeblich besonders fälschungssicheren 100-Dollar-Schein. Er besteht aus Plastik. Aber nicht nur die kanadischen Dollar sind künftig unverwechselbar, in der Welt des Geldes gibt es viele kuriose Besonderheiten. Ein Überblick in Bildern.

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(Foto: REUTERS)

Kanada führte 2011 Banknoten aus Kunststoff ein. Einzigartiges Merkmal der Scheine: ein Sichtfenster mit Hologramm. Aber nicht nur die kanadischen Dollar sind unverwechselbar, in der Welt des Geldes gibt es viele Besonderheiten wie Antarktische Dollar und Zahngeld. Ein Überblick in Bildern. Meist wird Geld aus einem Baumwollgewebe hergestellt. Doch schon in 32 Ländern gibt es Banknoten aus Polymeren, also Verbindungen aus mehreren Stoffen wie in Kanada. Der Clou an den neuen Scheinen ist das eingearbeitete transparente Fenster, das zusätzlich mit einem metallischen Hologramm versehen ist. Es gilt als besonders fälschungssicher.

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(Foto: Bank of Canada)

Die alten Banknoten machten Probleme: 2002 wurde in einer Untersuchung festgestellt, dass in zahlreichen Geschäften Kanadas große Banknoten unerwünscht waren. Besonders die 100-Dollar-Note galt als schwierig. Im Bild: ein kanadischer 50-Dollar-Schein mit dem Porträt des ehemaligen Premierministers William Lyon Mackenzie King. Der Schein ist seit Frühjahr 2012 in Umlauf.

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(Foto: Antarctica Overseas Exchange Ltd)

Frostiges Geld: Den Antarktischen Dollar gab 1996 die Antarctica Overseas Exchange Office Ltd. im US-Bundesstaat Washington heraus. Der "Pinguin-Dollar" gilt nicht als gültiges Zahlungsmittel, sondern ist eine Serie für Sammler. Verkauft wurden die Geldscheine für ihren Nennwert in US-Dollar - die Erlöse sollen Forschungsprojekten in der Antarktis zugutekommen. Im Bild: 1 Antarktischer Dollar.

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(Foto: banknoten.de)

Eine peinliche Panne unterlief der philippinischen Zentralbank im vergangenen Jahr beim Gelddrucken: der im Land bekannte Blaunacken-Papagei hatte auf 500-Peso-Scheinen (im Bild) plötzlich grüne statt gelbe Schwanzfedern - auch der Schnabel war in der falschen Farbe dargestellt. Und damit nicht genug: Auf vielen Scheinen war die Landkarte der Philippinen falsch abgebildet - es fehlten mehrere Inseln.

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(Foto: banknoten.de)

Auch der türkischen Zentralbank unterlief 2008 ein Fehler: Auf einigen 200-Lira-Scheinen (im Bild) stand der türkische Begriff "iki yüz" in einem Wort geschrieben - auf Deutsch "zweihundert". Richtig gewesen wären allerdings zwei Wörter. Für Sammler war die Panne alles andere als ein Problem, sie rissen sich um die seltenen Scheine, auf denen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk erstmals lächelnd abgebildet ist.

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(Foto: banknoten.de)

Das Wasserzeichen der Banknoten von Jersey zeigt das bekannteste Tier der Kanalinsel: das Jersey-Rind. Betrachtet man einen Schein des Jersey-Pfunds im Gegenlicht, ist die Kuh sozusagen auf Augenhöhe mit Königin Elisabeth II. (im Bild). Eine weitere Besonderheit: 2010 ausgegebene Scheine erschienen erstmals dreisprachig - auf Englisch, Französisch und Jèrriais, auch Jersey French genannt. Dabei handelt es sich um eine vom Aussterben bedrohte Sprache auf der Kanalinsel Jersey.

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(Foto: banknoten.de)

Affiges Geld aus Indonesien: Auf einem 500-Rupiah-Schein aus dem Jahr 1992 ist ein Orang-Utan (im Bild) zu sehen. Mittlerweile sind diese Scheine allerdings nicht mehr im Umlauf.

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(Foto: dpa)

Die Brücken auf den Euro-Scheinen sind pure Fiktion - bis jetzt. Die Bauten symbolisieren, na klar, europäische Einigkeit. Damit diese nicht gleich beim Streit zerbricht, welches Wahrzeichen auf die teuren Scheine darf, hatten sich die Euro-Länder in den 1990er Jahren auf virtuelle Brücken geeinigt. Der niederländische Grafikdesigner Robin Stam holt die Brücken jetzt jedoch in die Wirklichkeit. Die Idee kam ihm, als er in einem Restaurant auf die Rechnung wartete. "Ich schaute mir derweil die Euros mal etwas genauer an und fragte mich, wo die Brücken wohl stehen mögen", sagte er Nachrichtenagentur dpa. Die sieben Brücken werden jetzt in einem Neubauviertel in seinem Geburtsort Spijkenisse unweit von Rotterdam gebaut. Die Europäische Zentralbank erkannte die Chance, dem Euro mit realen Geldscheinbrücken zusätzlich Popularität zu verschaffen, und gab ihr Okay. Feierlich eingeweiht werden die beiden ersten Brücken im September. Sie wurden nach den 10- und 50-Euro-Noten gestaltet, die an die Baustile der Romanik sowie der Renaissance erinnern. Die fünf anderen Geldbrücken stehen wie die auf den Banknoten für Klassik (5 Euro), Gotik (20), Barock und Rokoko (100), das Industriezeitalter mit seinen Eisen- und Glasbauten (200), und die Moderne Architektur (500).

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(Foto: dpa/dpaweb)

Wie bezahlte man früher eigentlich ohne Münzen oder Scheine? Beispielsweise mit Muscheln - dem sogenannten Kaurigeld (im Bild ein mit Kaurischnecken besetzter Kopfschmuck aus Tansania). Vor allem in Afrika, Asien und Ozeanien waren die Gehäuse der Kaurischnecken als Zahlungsmittel beliebt.

Kuriose Geldscheine und Währungen

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(Foto: Symbolbild: AP)

Bezahlen konnte man früher auch mit Zähnen: Das sogenannte Zahngeld wurde aus Zähnen von Säugetieren hergestellt und diente meistens als Kleingeld in Gebieten Amerikas, der Südsee und auf Neuguinea. Ein beliebtes Zahlungsmittel waren auch Hundezähne: Für einen Zahn bekam man 1929 auf den Admiralitätsinseln (heute zu Papua-Neuguinea) immerhin zehn Kokosnüsse. Im Bild: Gebiss eines Pit-Bull-Terriers.

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