Zwei Krisenbanken und fragwürdige Geschäfte: HRE und HSH sollen nach SZ-Informationen gemeinsam Milliarden-Risiken verschleiert haben.
Es geht um Untreue und Korruption, um Betrug und die Manipulation der Börsen: Deutschlands Staatsanwälte knöpfen sich seit Monaten die Herren des Geldes vor. Republikweit ermitteln sie gegen 30 bis 40 aktive und ehemalige Top-Banker wegen riskanter Geschäfte, die beinahe das Finanzsystem in den Abgrund gestürzt hätten.
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HSH und HRE: Haben die beiden Banken ihre Bilanzen gegenseitig um mehrere Milliarden Euro entlastet? (© Graphik: SZ; Großansicht: Auf das Bild klicken)
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Jetzt kommt ein neuer Vorwurf hinzu, der gravierender ist als alles, was die Strafverfolger bislang beschäftigt: Zwei Großbanken sollen gemeinsam getrickst und sich gegenseitig dabei geholfen haben, ihre Bilanzen zu fälschen. Das behauptet Gerhard Strate, einer der bekanntesten Anwälte des Landes, in einer Strafanzeige, die er am Mittwoch bei der Hamburger Staatsanwaltschaft einreichte. "Mit den Vorwürfen werden wir uns eingehend auseinandersetzen", sagt Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers.
Es geht ausgerechnet um jene beiden Institute, die mehr Hilfen vom Staat bekommen haben als fast alle anderen: die Hypo Real Estate (HRE) und die HSH Nordbank. Sie sollen 2007 ihre Bilanzen um mehrere Milliarden Euro geschönt haben. Die Banken bestreiten das.
Die HSH sagt, der Verdacht sei "absurd", die HRE erklärt, sie habe sich an die Gesetze gehalten.
Die Anzeige
Strate kümmert sich seit langem um Fälle von Wirtschaftskriminalität. Nun treibt ihn das Bankendesaster um, und er versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Aus eigenem Antrieb, wie er sagt. Nun reichte er deshalb bei den Staatsanwaltschaften in Hamburg und München eine Strafanzeige gegen damalige Vorstandsmitglieder ein, die für das Geschäft verantwortlich gewesen seien. Strate schaltete auch die Münchner Staatsanwaltschaft ein, die für die HRE zuständig ist.
Die Anzeige, interne Bankunterlagen und E-Mails über die betreffenden Vorgänge liegen der Süddeutschen Zeitung und NDR Info vor. Mit einem komplizierten Geschäft, von dem beide profitiert haben, sollen die Krisenbanken von Ende 2007 bis Frühjahr 2008 ihre Bilanzen gegenseitig um jeweils mehrere Milliarden Euro entlastet und so die Bankenaufsicht getäuscht haben. Bei der HSH liege ein "gravierender Fall von Bilanzfälschung" vor, behauptet Strate. Auch bei der HRE sei von damaligen Vorstandsmitgliedern die Bilanz gefälscht worden, behauptet er.
Die bisherigen Verfahren
Gegen HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher und zwei seiner Vorstandskollegen sowie seinen Vorgänger Hans Berger ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg bereits aus anderen Gründen wegen Untreue. Die Fahnder haben eine eigene Ermittlungsgruppe gebildet, die sich nur mit diesem Fall beschäftigt.
Ähnlich ist es in München. Dort gibt es bei der Staatsanwaltschaft eine "Arbeitsgruppe Finanzkrise", die Verluste in Milliardenhöhe bei der HRE und bei der BayernLB untersucht. Bei der HRE werden Ex-Vorstandschef Georg Funke, seine sieben Vorstandskollegen und Ex-Aufsichtsratschef Kurt Viermetz beschuldigt, mit zu risikoreichen Transaktionen Bankvermögen veruntreut zu haben.
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Verkehrssünderdatei in Flensburg
Warum nicht --Code Dealatius?
statt Codename ''St. Pancras''
Der ist zwar sehr schön. Aber schöner-treffender-aussagekräftiger und punktgernauer wäre doch der Name: Deallatius
.
Zitat: Die Fahnder haben eine eigene Ermittlungsgruppe gebildet, die sich nur mit diesem Fall beschäftigt.
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Auch sehr gut, sie ermittelt, das ist gut so.. Was wird dabei herauskommen? Genau das, was in der Vergangenheit auch herauskam-- bei diversen Ermittlungen .
Aber-- man kann ihnen nur empfehlen, diesesmal korrekt zu sein.,
Das Maß ist voll, der Volkszorn steigt, die Geduld ist am Ende.
Wenn die Gerichte nicht mehr fähig sind für Gerechtigkeit zu sorgen, kriminelles handeln zu ahnden, dann könnten das andere übernehmen.
Nehmen sie das nicht auf die leichte Schulter, liebe Ermittler.
Das Volk wacht gerade auf und zahlt und zahlt für etwas, was sie nicht verursacht haben. Wo gibt es das? Haben wir nicht einen Rechtsstaat, wo jeder für sein Vergehen haftet?
Na ja, Ausnahmen bestätigen wie so oft die Regel.
Doch auch da gibt es "Grenzen Akzeptanz".
Diese sind erreicht..
Sie haben Recht, wenn Sie schreiben: "... auch wenn diese Menschen viel Geld haben ist das kein Grund den Gleichheitsgrundsatz über Bord zu werfen und hier ruinöse Strafen zu fordern. Wir haben ein faires und gleiches Strafrecht, da darf nicht nach Stand, Herkunft oder Wohlstand sondern nur nach Tat und Verhältnismäßigkeit der Strafe geurteilt werden - und das ist gut so!"
Îhr Wort in Gottes Ohr. Und dann bin ich mal gespannt, wie denn gerechte Strafen für Personen ausfallen, die Bilanzen im Milliardenbereich manipuliert haben, wenn man diese an dem für Betrüger und Bankräuber üblichen Rahmen orientiert.
Ich denke, Sie stimmen da mit mir überein, wenn ich angesichts des Betrugsvolumen das Ausschöpfen des Strafrahmens und damit eine zehnjährige Gefängnisstrafe als für angemessen ansehe.
... den derlei Geschäftspraktiken ausdünsten, ist ein Misthaufen die reinste Parfümerie.
Die "Risikominderung" entsteht durch die unterschiedliche Risikobewertungen, Banken müssen je nach Bewertungsverfahren unterschiedlich viel Kapital vorhalten.
Die HRE und HSH haben Forderungen im Nominalwert von 3,8Mrd mit einem hohen Risiko aus den Büchern gegeben und dafür 3,0Mrd Forderungen mit einem geringeren Risiko (gut gerateter Hedgefonds) in die Bücher genommen. Nehmen wir mal (rein hypothetisch) an die Banken hätten für die 3,8Mrd "schlechte" Forderungen 45% EK vorhalten müssen und für die 3,0Mrd "gute" Forderungen nur 8% - dann wird (1,71Mrd - 240Mrd) 1,47Mrd weniger EK benötigt was das Gesamtrisiko (gemessen am Risikogebundenen EK) besser aussehen lässt.
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Rein von der Chupze des Konstruktes her betrachtet muss ich sagen Chapeau - realistisch betrachtet muss ich sagen, dass die sich selbst in die Tasche gelogen und ansich nur ein paar Wochen Zeit gewonnen haben... schauen wir mal was die Staatsanwaltschaft noch so aufdeckt.
Erschreckend finde ich auch wie schnell es hier schon wieder zu stammtischtauglichen Parolen kommt - auch wenn diese Menschen viel Geld haben ist das kein Grund den Gleichheitsgrundsatz über Bord zu werfen und hier ruinöse Strafen zu fordern. Wir haben ein faires und gleiches Strafrecht, da darf nicht nach Stand, Herkunft oder Wohlstand sondern nur nach Tat und Verhältnismäßigkeit der Strafe geurteilt werden - und das ist gut so!
so weit das Auge reicht.
Paging