Kosten im Krankheitsfall Zahlt meine Krankenversicherung auch im Ausland?

In Deutschland reicht es, dem Arzt die Versichertenkarte zu geben - und die Kasse zahlt. Doch wer zahlt, wenn ich im Ausland krank werde?

Wer nicht gerade zu einer Rucksackreise nach Nepal aufbricht, sondern beispielsweise zu einem Wellness-Wochenende nach Österreich, macht sich gewöhnlich keine Gedanken über eine separate Auslandsreise-Krankenversicherung. Und doch sind sich die meisten Experten einig: "Die Zusatzversicherung kostet nicht viel und ist absolut notwendig", sagt Stephan Nuding, Krankenversicherungsexperte der Verbraucherzentrale Bayern. Die Versicherung, die schon für unter zehn Euro zu haben ist, sei nicht nur für gesetzlich Versicherte eine sinnvolle Investition, sondern unter Umständen auch für Kunden einer privaten Versicherung.

Grundsätzlich gelte der Versichertenschutz der gesetzlichen Kasse zwar in allen Ländern der EU sowie jenen, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, etwa der Türkei. Auch in den meisten privaten Tarifen ist dieser enthalten. Allerdings erstatten die Kassen nur die Kosten für die Notfallbehandlung am Urlaubsort, ein teurer Rücktransport wird - sowohl von den gesetzlichen als auch von vielen privaten Kassen - grundsätzlich nicht übernommen.

Wer eine Zusatzversicherung abschließt, sollte darauf achten, dass die Versicherung einen Rücktransport zahlt, sobald er "medizinisch sinnvoll und vertretbar" und nicht nur wenn er "medizinisch notwendig" ist, sagt Nuding. Auch Privatversicherte sollten auf diese Formulierung in ihrem Vertrag achten und notfalls eine Zusatzversicherung abschließen. Da die medizinische Notwendigkeit eines Rücktransportes praktisch niemals nachzuweisen ist, kann man andernfalls trotz abgeschlossener Versicherung wochenlang im Dorfkrankenhaus der griechischen Urlaubsinsel feststecken.

Außerdem erstatten die Kassen lediglich die Behandlungsmethoden, die den Einheimischen des Gastlandes zustehen, was weniger sein kann als bei vergleichbaren Fällen in Deutschland (etwa bei Zahnbehandlungen). Zugleich wird nur der Teil der Rechnung übernommen, der den deutschen Sätzen entspricht.

Wer in einer teuren Privatpraxis landet, zu der es im Urlaubsort womöglich gar keine Alternative gibt, muss die Differenz selbst zahlen. Das gilt auch für EU-Länder oder jene, mit denen es ein Sozialversicherungsabkommen gibt - zum Beispiel die USA.