Die private Anfrage nach Krediten nahm laut Schufa im Jahr 2007 zu. Gleichzeitig stiegen Unternehmensgewinne schneller als Löhne.
Das anhaltend starke Wirtschaftswachstum, die sinkende Arbeitslosigkeit und die bessere Verbraucherstimmung haben im vergangenen Jahr zu steigendem Interesse an Konsumentenkrediten geführt. Wie die Schutzorganisation für allgemeine Kreditsicherung - kurz Schufa - mitteilte, stieg die Zahl der Anfragen nach Krediten für den privaten Konsum 2007 im Jahresvergleich um 3,7 Prozent auf rund 14,5 Millionen.
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Private Kreditfinanzierung legt im Wirtschaftsaufschwung zu - und auch die Verschuldung. (© Foto: ddp)
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Nach früheren Angaben der Schufa sind die Deutschen in den vergangenen Jahren bei der Erfüllung ihrer Wünsche per Kredit etwas vorsichtiger geworden und nicht mehr so schnell in die Schuldenfalle getappt. Die Zahl der Privatinsolvenzen steigt aber weiter. Ende November waren rund 2,9 Millionen Haushalte überschuldet - das sind 7,3 Prozent aller Privathaushalte in Deutschland.
Insgesamt erteilte die Schufa 2007 erstmals mehr als 50 Millionen Auskünfte zur Bonität von Kreditnehmern, so viele wie noch nie. Eine Abfrage bei der Schufa ist Standard bei der Vergabe von Krediten etwa durch Banken, Telekommunikationsunternehmen oder dem Handel.
"Umverteilung zugunsten der Gewinneinkommen"
Auf Unternehmensseite stiegen Gewinne und Vermögen 2007 erneut kräftiger als die Löhne. Zwar erhöhten sich die Arbeitnehmerentgelte mit 2,6 Prozent so stark wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Gewinne und Vermögen legten aber mit 7,2 Prozent deutlich stärker zu. Zwischen 1994 und 2003 hatten sich Löhne sowie Gewinne und Vermögen noch weitgehend parallel entwickelt. Seit 2004 hinken die Arbeitnehmerentgelte hinterher. Sie machen inzwischen weniger als zwei Drittel des Volkseinkommens von 1,825 Billionen Euro aus. Im Jahr 2000 waren es noch 72,2 Prozent. Seither sinkt der Anteil beständig.
Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) kritisierte diese Entwicklung. "Wir haben seit Jahren eine massive Umverteilung zugunsten der Gewinneinkommen", sagte IMK-Direktor Gustav Horn. "Das spaltet die Gesellschaft ökonomisch." In diesem Jahr sei keine Änderung in Sicht. "Die Schere wird sich etwas schließen, aber nicht vollständig", sagte der Wissenschaftler. Nach Prognosen des IMK werden die Tariflöhne im Schnitt um 2,3 Prozent steigen.
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(rtr/ang/sma)
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