Die große Krise die Weltfinanzmärkte hat Anzeichen eines Bankenkrachs. Das ist gefährlich, aber auch notwendig und, wenn alle Beteiligten die Nerven behalten, überaus heilsam.
Wer weiß heute noch, was ein Bankenkrach ist? Verzweifelte Kunden stürmen die Schalter, weil sie glauben, dass die Bank nicht mehr zahlen kann - und zerstören mit ihrer Panik die letzten Chancen auf Rettung der Bank. Im schlimmsten Fall kann so ein Krach auch gesunde Institute mit in den Abgrund ziehen.
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Den letzten derartigen Sturm erlebte die Bundesrepublik im Juni 1974 beim Zusammenbruch der Herstatt-Bank. Seither sind Gehalts- und Sparkonten bei deutschen Kreditinstituten versichert; wenn eine Bank zusammenbricht, wie die Hofer Schmidt-Bank 2001, dann tun sich andere Institute zusammen, um das Schlimmste zu verhindern. Bankenkräche sind eine Sache der Vergangenheit.
So schien es jedenfalls bis zu diesem Sommer. Doch nun sucht eine große Krise die Weltfinanzmärkte heim, und diese Krise hat alle Anzeichen eines Bankenkrachs, selbst wenn es einen Sturm auf die Geldautomaten nicht gibt und auch nicht geben wird. Banken sind davon als Institutionen direkt auch gar nicht betroffen, sie sind es nur indirekt als Emittenten von Wertpapieren und als Manager hochriskanter Investmentfonds.
Doch in dieser Eigenschaft sehen sie sich jetzt dem massiven Druck ihrer Kunden ausgesetzt; Investoren fordern ihr Geld zurück, Kreditgeber verweigern sich und die Stimmung ist so nervös, dass manche schon eine Bedrohung für das Weltfinanzsystems sehen.
Was die gegenwärtige Krise von früheren, echten Bankenkrächen unterscheidet - und was sie mit ihnen verbindet -, zeigt sich am klarsten dort, wo alles seinen Anfang nahm: im amerikanischen Immobilienmarkt. Wie überall auf der Welt finanzieren amerikanische Familien ihr Eigenheim in der Regel durch einen Hypothekenkredit. In früheren Zeiten behielten die Banken diese Kredite jedoch in ihren Büchern, das Risiko blieb bei ihnen und ihren Geldgebern hängen, was insgesamt die Vorsicht förderte.
Heute gibt es diese Grenzen nicht mehr. Banken können die Kredite bequem in zum Teil hochkomplexe Wertpapiere umwandeln und an Anleger weltweit verkaufen, zum Beispiel an Hedgefonds, die damit viel Geld verdienen - oder verlieren können. Dadurch werden die Risiken breiter gestreut und die Verleiher können nachlässiger mit dem Geld umgehen. Zum Beispiel dadurch, dass sie massenhaft Hypothekenkredite an ärmere Familien verkaufen, die sich das eigentlich gar nicht leisten können.
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Verkehrssünderdatei in Flensburg
24.10.2008: Der deutsche Aktienmarkt findet keinen Halt: Der Dax-Index verliert zeitweise mehr als elf Prozent - selten hat das Börsenbarometer so viel an einem Tag verloren.
Es ist wie ein Mega-Crash auf Raten!
Dax im freien Fall - heute wieder unter 4000 Punkten kein Ende in Sicht
...und den ersten frisst die Gier.
Leider hat derjenige, welcher es geschafft hat, rechtzeitig auszusteigen, keinen Vorteil gegenüber demjenigen, der noch "drin" ist und nervös die fallenden Kurse anstarrt:
Er leidet jetzt unter dem Reinvestitiionsproblem und wird versuchen, den "optimalen" Kaufzeitpunkt zu ermitteln, bloß um entweder direkt wieder durch seinen Stopp-Loss rausgebombt zu werden, oder festzustellen, dass der Markt unerwartet wesentlich weiter abgekippt ist:
In den letzten Tagen haben _massive_ Käufe den DAX gestützt:
Irgend ein "Big Money" hat vielleicht einen guten Einstiegspunkt gesucht und wurde mit dem heutigen Ausverkauf konfrontiert. Sollte dieser "Stützungskäufer" heute in den Stopp-Loss gerannt sein, hat er _richtig_ Geld verbrannt...
Ich habe auch einmal geglaubt, Kostolany sei nur ein Schwätzer. Bis dass ich mir 1,8 Millionen Kurswerte auf den Rechner gezogen habe und die abgedrehtesten Anlagekonzepte durchgerechnet habe:
Kostolany hat Recht: Die Schlaftablette ist -zusammen mit einem guten Depot- das effektivste Börsenkonzept. ;)
Ein gutes Depot erkennt man daran, dass der Kunde es auch bei einem Crash durchhält, d.h. die Verluste für ihn erträglich sind.
Die Verlustbereitschaft begrenzt in guten Zeiten die Kursgewinne deutlich (z.B. auf 7% statt auf 50%), aber die unvermeidlichen Verluste liegen dann auch bei -2% statt bei -30% und ein Anleger mit falschem Anlagekonzept nimmt grundsätzlich immer die -30% mit, nicht aber die 3x50%...
Wer also bei 100000 "nur" 3000 an Verlust akzeptiert und 20 Werte im Depot haben will, sollte besser nicht mehr als 250 in Nordex stecken...
A.
"Genau mit dieser Argumentation wurde auch ich hingehalten, als ich rechtzeitig verkaufen wollte und habe alles verloren."
Ich bin mir nicht sicher, aber seit wann existiert die Beraterhaftung?
Obwohl... Viele Bank-"Berater" entziehen sich dieser, indem sie alles mündlich abklären, bzw. Unwissenheit vorschützen. An diesem Verhalten lassen sich schlechte Berater erkennen.
"Warum soll ich jetzt nicht versuchen, die vielen zigtausend andere Anleger vor dem gleichen Schaden zu bewahren, so lange die Fonds-Anteile noch nicht im Keller sind?"
Weil ein Crash nicht dadurch entsteht, dass alle gierig sind, sondern weil plötzlich alle übervorsichtig werden, da sie von Risiken Kenntnis erlangt haben, welche sie weder bislang kannten, noch jetzt abzuschätzen wissen.
Ein gut strukturiertes Depot sollte global und gegenläufig aufgebaut sein und dahin gehend durchgerechnet worden sein, welchen Schaden ein "Zwanzigprozenter" in DOW/DAX, und ein Fünfprozenter bei den Rentenwerten hinterlässt.
Es ist eine Illusion zu glauben, man könne einem Crash entgehen. Wer dies schafft, hat einfach Glück gehabt und darf nicht darauf vertrauen, dass es in 10 jahren wieder klappt...
Immerhin "zuckt" die Börse einmal jährlich ziemlich bedenklich und wenn man immer aussteigt, sowie sie zuckt, sollte man besser beim Termingeld bleiben.
Korrekt ist es, den Schaden eines Crashs abzuschätzen und das Depotrisiko entsprechend anzupassen.
Das effektivste Anlageverfahren ist leider, sich einmal für etwas zu entscheiden und es dann _beizubehalten_. Jeglicher Versuch "rechtzeitig" auszusteigen ist reines Glücksspiel, da man dann vor dem Reinvestitionsproblem steht.
Weiß man aber, welchen Verlust man akzeptieren muss und geht dieses Risiko bewusst ein (bei mir: zwei Monatsgehälter), so sind "Korrekturen" oder "Crashs" nur dahin gehend interessant, ob das eigene Depot dies aushält.
Daraus resultiert meine "Abgebrühtheit"...
Ich mache diesen "Schei*" jetzt schon seit Ewigkeiten: Selbst den 87er Crash habe ich erlebt und der war Kinderkram gegenüber dem Crash von 73/74.
"Kontoauszug vom Oktober 2007: .... April, April, nix mehr da...."
Sollte dies bei einem der von mir empfohlenen Portfolios geschehen, so gäbe es kein Geld mehr.
A.
"Das würde ein verheerendes Signal an die Spekulanten setzen: Wenn die Fehler, die sie begehen, nur groß genug sind, dann kommt der Staat als Retter. Spekulanten werden, wie andere leichtsinnige Menschen, nur durch Schaden klug. Im Interesse der Weltwirtschaft darf dieser Lernprozess nicht behindert werden."
Einen Lernprozess wird es kaum geben. Die Mitläufer in den Büros der Finanzinstitute (eigenes Geld haben sie ohnehin nicht verloren) werden bald der nächsten Mode folgen: Noch restriktivere Keditvergabe in Deutschland, d.h. Selbstständige oder hausbauende Familien dürfen nichts mehr erwarten ohne Verkauf der eigenen Kinder an die Hexe im Märchenwald.
Die echten Finanzkonstrukteure aber, die die sich nun ergießenden Riskoblasen hübsch mit Schleifchen verpackten und dann von Hand zu Hand gingen ließen, werden sich jetzt nach getaner Arbeit in den Lehnstuhl fallen und vom Diener eine Flasche Champagner aufmachen lassen, bevor es mit dem neuen Boot auf große Urlaubsfahrt geht - bis sich die "Märkte wieder beruhigt haben", sprich aufnahmefähig für das nächste 'innovative Investitionsmodell' sind.
Nicht nur im Ignorieren der Risiken, sondern vor allem in deren VERSCHLEIERUNG liegt begründet, daß der gemeine Sparer und vorsichtige Anleger und überhaupt Jedermann am Ende doch wieder die Zeche bezahlen wird. Das ist schließlich die einzig zuverlässige Größe in um sich greifender Unsicherheit.
In meinem Kommentar machte ich keinem Bankberater einen Vorwurf über die Wahl der Fonds, die ich mir letztendlich selbst ausgesucht habe. Meine Kritik richtet sich ausschließlich auf die Argumentation, die auch Sie hier anwenden: "wenn alle die Nerven behalten, wird schon nichts passieren".
Genau mit dieser Argumentation wurde auch ich hingehalten, als ich rechtzeitig verkaufen wollte und habe alles verloren. Warum soll ich jetzt nicht versuchen, die vielen zigtausend andere Anleger vor dem gleichen Schaden zu bewahren, so lange die Fonds-Anteile noch nicht im Keller sind? Kontoauszug vom Oktober 2007: .... April, April, nix mehr da.....
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