Die Niederlande führen eine neue Kfz-Besteuerung ein. Mit Hilfe des GPS werden die gefahrenen Kilometern berechnet. Dabei gäbe es eine viel simplere Lösung.
Das Prinzip ist einfach und gilt in vielen Lebensbereichen: Wer eine Leistung in Anspruch nimmt oder einen Schaden verursacht, muss dafür zahlen. Auch im Umweltschutz hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Güter wie Luft, Boden und Wasser nicht ohne Gegenleistung genutzt und verbraucht werden sollten. Der Handel mit Verschmutzungsrechten, der Emissionshandel, basiert zum Beispiel darauf, dass der Ausstoß des klimaverändernden Gases Kohlendioxid mit einem Preis versehen wird.
Einfache und unbürokratische Lösung: Die Kosten für den Umweltverbrauch könnten auf den Benzinpreis aufgeschlagen werden. (© Foto: AP)
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Insofern ist es konsequent, dass die Niederlande ihr System umstellen, nach dem Autos besteuert werden. Autobesitzer müssen dem Finanzamt künftig nichts mehr für den Besitz ihres Wagens zahlen, sondern sie bekommen eine Rechnung über die gefahrenen Kilometer. Die Regierung will damit die Staus in den Ballungsräumen verringern und Abgase senken. Erfasst werden die Kilometer über das satellitengestützte GPS-System. Ein Vorbild für Deutschland?
Vom Grundsatz her ist der Schritt vorbildlich. Schließlich kommt es für den Umweltschutz vor allem darauf an, wie viel Schmutz ein Auto macht - abgesehen davon, dass schon seine Produktion Energie verschlingt und Abgase verursacht. Es gibt allerdings eine technisch einfachere, unbürokratische und datenschutzrechtlich unproblematische Methode, das gleiche Ziel zu erreichen: Die Kosten für den Umweltverbrauch könnten auf den Benzinpreis aufgeschlagen werden. Davor schrecken die meisten Regierungen jedoch zurück. Weil das viel direkter schmerzt, fürchten sie den Aufschrei der Autofahrer und zudem wachsenden Tanktourismus. Der Akzeptanz wegen muss es also wohl mal wieder die kompliziertere Lösung sein.
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(SZ vom 16.11.2009/tjon/tob)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Einer der wenigen Vorteile der Kilometer-Abrechnung ist, daß ALLE zahlen, egal wo getankt wird, es gibt dann keinen Tank-Tourismus.
Die Niederländer hatten bisher einen 25% Aufschlag auf ein Neufahrzeug, dieser entfällt nun und wird als Kilometergeld umgelegt.
In Deutschland wird es anders laufen:
- Kfz-Steuer bleibt
- eine weitere Steuer auf Kraftstoff
- Maut
Die Summe dieser 3 Komponenten wird mit einer 12,5% Verwaltungssteuer belegt.
Hansibansi
"Was die Überwachung angeht. Das ist bereits heute kein Problem. Wir schreiben das Zeitalter der GPS-fähigen Handys und Navigationssysteme."
Und wie wollen Sie damit jemanden überwachen? GPS-Handies und Navigationssysteme sind zunächst reine Empfänger, die zwar dem Benutzer seine Position mitteilen, diese aber nicht senden.
Genausogut könnten Sie versuchen, ein Auto zu orten, indem Sie sein Autoradio anpeilen...
Erst wenn, wie z. B. bei modernen LKW üblich, ein zusätzliches Sendemodul (Stichwort: Flottenlogistik) angeschlossen wird, kann man Standort und ggf. Bewegungsbild ermitteln...
ähm....wenn du einen Kommentar weiter unten lesen würdest, hab ich die Info über die"Fahrzeuggröße " dankend zur Kentnnis genommen. Gucken ;-)
Ich denke du weisst nicht wa Neid bedeutet. Ich gönne jedem seinen Porsche! Es kann aber nicht angehen, dass ein umweltschonendes Auto genau so viel zahlt, wie eine Drecksschleuder. Es geht hier ums Prinzip und um Logik. Aber mit der Information von @eulenspiegel ist das nun auch geklärt
zu Poker_Face:
"Nicht nur, dass der Staat hierdurch die Menschen überwachen lässt. Es ist auch ungerecht. Bei gleicher Strecke für einen Porsche genauso viel zahlen wie für einen VW Polo?"
Und schon wieder tritt der Neidhammel-Reflex auf! Ganz unbegründet im übrigen Poker-Face, denn die Fahrzeuggröße/der Verbrauch fließt in die km-Geld-Berechnung ein. Seien Sie froh, daß Sie nicht in Österreich oder in Frankreich wohnen, dort wird nicht differenziert, der Bugatti zahlt genausoviel wie der Smart und sie würden wahrscheinlich vor dieser Ungerechtigkeit eingehen wie eine Mimose ...
"Es ist also zusätzlich von Fahrzeugart und Tageszeit abhänig. "
Danke für die Info. Dann hat das natürlich auch einen Sinn. Wäre nur noch das Problem mit der GPS Überwachung ;-)
Paging