Der Bundesrechnungshof stellt der KfW ein trübes Zeugnis aus: Sie sei ihrer Verantwortung als Förderbank des Bundes "nicht gerecht geworden".
Das Risikomanagement der staatlichen Förderbank KfW bei der Tochter IKB war unzureichend. Auch die staatliche Kontrolle durch den Verwaltungsrat der KfW hat versagt.
(© Foto: AP)
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Das ist das Ergebnis einer Prüfung des Bundesrechnungshofes (BRH), der die Vorgänge bei der durch faule US-Immobilienkredite in Schieflage geratenen Mittelstandsbank IKB untersucht hat. Die IKB wurde inzwischen mit hohen Verlusten für den Steuerzahler an den US-Investor Lone Star verkauft.
Es müsse "als einzigartig gelten, dass ein über viele Jahre als gesund und ertragbringend geltendes Bankunternehmen über Nacht zum größten Sanierungsfall in der Nachkriegsgeschichte wurde", heißt es im Entwurf des Berichts. Dafür sei der damalige IKB-Vorstand verantwortlich. Wegen möglicher Verfehlungen ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Der Rechnungshof hat bisher nur die Vorgänge bis Bekanntwerden der IKB-Krise im Juli 2007 untersucht. Nicht geprüft wurden die Sanierungsbemühungen seit 2007 sowie der Verkauf an Lone Star im August 2008. Stellungnahmen der beteiligten Ministerien und Behörden zum Bericht stehen noch aus.
Risikoprofil vernachlässigt
Untersucht wurde nur, welche Rolle die KfW als Hauptaktionär gespielt hat und ob die staatlichen Vertreter im Verwaltungsrat der Bank, allen voran der jetzige Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Jörg Asmussen, genügend Kontrolle ausübten. Die Prüfer meinen, dass die KfW ihrer Verantwortung als Förderbank des Bundes "nicht gerecht geworden" sei.
Sie habe nicht darauf geachtet, dass die IKB risikoreiche Geschäfte auf Zweckgesellschaften ausgelagert hatte, die ihre Kreditrahmen massiv überschritten hätten. Auf das besondere "Risikoprofil" der IKB hätte die KfW "besonderes Augenmerk legen müssen".
Ferner kritisiert der BRH, dass die vom Finanzministerium auferlegten Berichtspflichten von der KfW nicht eingehalten worden seien. "Auch eine aktive Wahrnehmung der gesetzlich geregelten Aufsichtsmöglichkeiten gegenüber der KfW durch das BMWi (Bundeswirtschaftsministerium) konnte der BRH in den Unterlagen nicht nachvollziehen."
Der Rechnungshof räumt ein, dass sich die Bankenaufsicht seinerzeit am geltenden Recht orientiert habe. Angesichts erkennbar hoher Risiken hätte die Bankenaufsicht aber strengere Regeln fordern sollen. Als "nicht nachvollziehbar" bezeichnet es der BRH, dass die KfW frühere Hinweise des BRH zu Risiken bei der IKB nicht aufgegriffen habe.
Grüne und Linkspartei im Bundestag streben einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Affäre an. Um das zu erreichen, benötigen sie die Unterstützung der FDP. Diese ist aber weiterhin offen, obwohl der vorliegende Bericht das vorige Jahr nicht abdeckt und somit die Forderung der FDP nach umfassender Aufklärung der Vorgänge nicht erfüllt ist.
"Verantwortungslücke" in der Politik
Die Vorgänge rund um die KfW beschäftigten am Mittwoch auch die Bundestags-Ausschüsse für Finanzen und Haushalt. Dabei ging es nicht nur um die IKB, sondern auch um die rätselhafte Überweisung von 350 Millionen Euro an die pleitegegangene US-Investment-Bank Lehman Brothers.
Sowohl KfW-Chef Ulrich Schröder als auch Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) erstatteten Bericht. Die Ausschüsse beschäftigten vor allem die Schlussfolgerungen aus solchen Fehlgriffen. Während Unions-Haushaltsexperte Steffen Kampeter forderte, die KfW unter die volle Bankaufsicht zu stellen, verlangten die Grünen eine bessere Koordination der beteiligten Ministerien. "Es gibt da eine Verantwortungslücke zwischen Finanz- und Wirtschaftsministerium", sagte Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick.
Offenbar hatten KfW-Banker kurz nach der Lehman-Pleite Schlimmeres verhindert. Wie am Rande der Ausschusssitzungen bekannt wurde, buchten sie kurzfristig Termingeschäfte von Lehman Brothers auf andere Institute um. Gesamtvolumen: 20,2 Milliarden Euro.
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(SZ vom 25.09.2008/hgn)
Debatte über Urheberrecht
Dieser Bericht des BRH ist eine schallende Ohrfeige für den Verwaltungsrat der KfW. Bei deren Dickfelligkeit wird diese Kritik allerdings wie Wassertropfen abperlen.
Dies alles angesichts der Tatsache, dass die KfW anders als normale Geschäftsbanken ursprünglich ein anderes Aufgabenfeld hatte.
Und dann mit einem fröhlichen Weiterso und ohne Untersuchungsausschuß.
Politiker und öffentliches Geld- eine Verbindung, die noch nie gepasst hat.
Das ist grotesk!
IKB, LoneStar, Lehman Bros.
Was dieses Institut seit 2007 Vermögen verbrannt hat, ist schlicht unglaublich.
Das zu verhindern hätte nur wenige fähiger Leute bedurft. Offenbar gibt es die dort nicht.
An anderer Stelle konnte ich heute lesen, dass die "suspendierten" Mitarbeiter selbstverständlich weiterhin volle Bezüge kassieren, ca. 466 000 Euro im Jahr pro Kopf.
Der ganze Laden gehört geschlossen.
"Wieso macht eine Förderbank offensichtlich täglich Termingeschäfte in zweistelliger Milliardenhöhe "
Jede Bank und jedes größere Unternehmen machen Termingeschäfte, um Risiken abzusichern.
Die Frage ist nur: waren die Termingeschäfte als Sicherung gedacht oder als reine Spekulation? Und warum fällt das erst heute auf und nicht schon vor langer Zeit?
Oder handelt es sich "einfach" nur um aus versehen aufgedeckte Schlamperei, oder gar Dummheit??
"Teure Bausteine", mit denen die oberen Etagen da spielen!?
Paging