Pünktlich zur großen Haushaltsdebatte leistet sich die KfW einen dicken Klops und überweist Millionen an die Pleitebank Lehman. Doch wer ist eigentlich verantwortlich, wenn in einer staatlichen Bank etwas schiefläuft?
Hätte ein Regisseur die jüngste Panne der staatlichen Förderbank KfW inszeniert, man hätte ihm vorgeworfen, ein wenig dick aufgetragen zu haben. Als landauf, landab bereits über einen möglichen Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers spekuliert wurde, überwies die KfW 300 Millionen Euro an die marode Bank nach Amerika.
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Politiker schimpfen über die zweite Panne bei der KfW - doch wer ist eigentlich verantwortlich? (© Foto: Reuters)
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Politiker an der Spitze
Bekannt wird der Vorfall pünktlich zur großen Haushaltsdebatte im Bundestag. Und natürlich fallen Politiker aller Parteien über die Staatsbanker her. Über den deutschen Beitrag zur Sanierung der Wall Street wird gewitzelt.
Doch wer ist eigentlich verantwortlich, wenn in einer staatlichen Bank etwas schiefläuft? An der Spitze des Verwaltungsrates der KfW sitzen Politiker von den Bundesministern Peer Steinbrück (SPD) und Michael Glos (CSU) bis zum Linken-Chef Oskar Lafontaine.
Natürlich können diese Bankaufseher nicht jedes einzelne Wertpapiergeschäft der KfW persönlich kontrollieren. Doch dass bei dem Risikomanagement der Förderbank etwas im Argen liegt, müsste den Spitzenpolitikern spätestens seit dem Zusammenbruch der Mittelstandsbank IKB bekannt sein, an der die KfW maßgeblich beteiligt war.
Milliardenkosten - und noch eine Panne
Das IKB-Debakel kostete die KfW und damit letztlich den Steuerzahler acht Milliarden Euro. Jede weitere Panne hätten die Aufseher um Steinbrück und Glos unbedingt vermeiden müssen.
Stattdessen nutzt Steinbrück jede Gelegenheit zur Bankenschelte und redet die Folgen der Finanzkrise für die deutsche Wirtschaft klein. Wer nach einem besseren Risikomanagement bei privaten Banken ruft, sollte zunächst sicherstellen, dass es nicht im eigenen Haus drunter und drüber geht.
(SZ vom 18.09.2008/jkr)
Christopher Lee zum 90.
Ich lese viel und Bemerke das einer der Kommentatoren es begriffen hat und weiss was eine Insolvenz ist. Der Insolvenzverwalter wird wohl schnellstens prüfen was Lehmann Brothers noch für Aussenstände hat und wir diese wohl umgehend duch erfahrene hochrangige Juristen mit nachdrücklichen Forderungen eintreiben. Somit würde die Zahlung von KfW nur etwas später erfolgen.
Wozu braucht man überhaupt Staats- und Landesbanken?
Dass der Bundesfinanzminister, einige Ministerpräsidenten und Landesfinanzminister eine leicht zugängliche Spezialschatulle haben, mit denen man prekäre Geschäfte erledigen kann?
Man schaffe endlich brauchbare Gesetze für den internationalen Geldverkehr und gebe den privaten, öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Banken und Sparkassen ordentliche rechtliche Handlungsspielräume und vor allem restriktive Auflagen, dann brauchen wir nur noch die Bundesbank und die BAFIN als Aufsichtsbehörden.
Die Kapriolen der KfW sind im privatwirtschaftlichen Bereich kaum vorstellbar, weil dort professionellere Aufsichtsgremien die Geschäftspolitik überwachen, während bei den Staatsbanken in aller Regel saturierte, oft fachlich überforderte Politiker in den Aufsichtsgremien sitzen, die eher Nachsicht als Aufsicht walten lassen...
Das meine ich ganz ehrlich. Bin wirtschaftspolitisch konservativ.
Dennoch halte ich vor allem die öffentlich Banken für problematisch. Bei den Investment Banken ist es mir eher klar. Wenn man jährlich fette Boni bekommt, ist es (ökonomisch) verständlich, dass man einfach nur fette geschäfte abschliessen möchte. Upside Potential sehr hoch, Downside Potential ist beschränkt (Grundgehalt und wenn es wirklich schlimm läuft den Job).
Wenn ich mir aber die Landesbänker anschaue, greife ich mir echt an den Kopf. Sie kauften blind für Milliarden (!!!) Papiere die mit AAA bewertet wurden. Dennoch fühlten sie kein Bedürfnis die Papiere richtig zu verstehen. Wo sind wir eigentlich? Im Sandkasten? "Aber der Florian hat, dass doch auch gemacht"
Von mir aus sollen sie ihre hohen Gehälter bekommen. Wenn sie aber nicht denken können, sind sie fehl am Platz. Jede Putzfrau macht da ehrlichere Arbeit. Landesbanken sind lediglich zum Auffanglager für Poliker & Co. verkommen. Kann man diesen ehrlich Menschen nicht irgendwelche überbezahlten Jobs beschaffen bei denen sie nicht so viel Schaden anrichten können?
da in einigen Berichten über SWAP Geschäfte geredet und geschrieben wurde hier die Erklärung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Swap_(Wirtschaft)
falls es ein solches Termingeschäft gewesen ist. War die Zahlung rechtens und korrekt...
ein Giftchip. Lafontaine war nicht im Aufsichtsrat der KfW, sondern im 37-köpfigen Verwaltungsrat. Zusammen mit politischen "Freunden" wie Roland Koch.
Wenn Lafontaine in einer Sitzung gegen das Hypotheken - Sub-prime Unwesen anhob, dann verließen die Übrigen angewidert den Raum. Mit sozialistischen Stänkerern wollten die nichts zu tun haben.
Und jetzt stänkert chocochip, Lafontaine hätte versagt. Kotz!
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