Lotto und Sport sind seit Jahrzehnten enge Partner. Hin und wieder bewahren die Lotterie-Gesellschaften mit schnellen Geldspritzen sogar klamme Klubs vor der Pleite und dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Beim Fußball-Bundesligisten 1.FC Kaiserslautern war das zum Beispiel der Fall.

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Die Grafik zeigt, wie die Einnahmen durch Glücksspiele aufgeteilt werden. (© Grafik: SZ)

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Doch nun ist die von beiden Seiten so gerne betonte "traditionell hervorragende Kooperation" in ernster Gefahr. DOSB-Generaldirektor Vesper hat Horaks Ansinnen umgehend zurückgewiesen und den Lotto-Mann darum gebeten, "die Meinungsbildung innerhalb des Sports zur respektieren".

Festhalten am Wettmonopol sei "falsch und realitätsfremd"

Vespers Stimme hat Gewicht. Der Kölner gilt als engster Vertrauter von DOSB-Präsident Thomas Bach, einem der weltweit mächtigsten Sportfunktionäre. Bach ist Vizechef des Internationalen Olympischen Komitees und hat gute Aussichten auf den Chefposten in dem Gremium.

Der DOSB, der Deutsche Fußball-Bund, die Bundesligen im Handball, Basketball, Eishockey und Fußball warnen ihrerseits die staatlichen Lottogesellschaften und die Politik vor einem Irrweg. Das Festhalten an einem vermeintlichen Wettmonopol sei "falsch und realitätsfremd", hält Vesper seinem Widersacher Horak vor.

Größere Gefahr der Spielsucht

Das Monopol stehe nur noch auf dem Papier. 95 Prozent der Fans, die auf Sportereignisse tippen wollten, täten das via Internet bereits bei ausländischen Anbietern. Und diese Unternehmen zahlten in Deutschland bislang weder Steuern noch Abgaben.

Es sei doch besser, solche Unternehmen in Deutschland zuzulassen und bei ihnen zu kassieren. Dass dann auch das staatliche Lottomonopol falle, glaubt Sportfunktionär Vesper nicht. Es existierten ja schon private Spielbanken und Spielhallen. Dort sei die Gefahr der Spielsucht im Übrigen viel größer als bei Lotto und Toto.

Ein "anmaßender" Vorstoß

Das Argument der Lotteriegesellschaften und der Bundesländer, zum Schutze der Bürger vor den Gefahren des Zockens bedürfe es eines Staatsmonopols, erledigt sich dadurch aus Sicht des organisierten Sports von selbst. Vielen Bundesländern gehe es wohl eher darum, viel Geld zu kassieren.

Der Vorstoß von Lotto-Funktionär Horak sei "anmaßend", sagt ein Manager aus der Fußball-Bundesliga: "Die 500 Millionen Euro für den Sport, die er in Frage stellt, gehören ihm doch nicht persönlich." Mit seiner Politik gefährde Horak sogar den eigenen Lottomarkt.

Kein Thema für den Lotto-Mann Horak

Um ein Wettmonopol zum Schutz vor der Spielsucht juristisch zu rechtfertigen, müssten die Lotteriegesellschaften auf attraktive Werbung und den Vertriebsweg Internet verzichten, sagt der Fußball-Manager. Werde der Wettmarkt dagegen gelockert, dann könnten auch die staatlichen Lotteriegesellschaften wieder freier agieren und so höhere Umsätze und Gewinne erzielen.

Doch für Lotto-Mann Horak ist das kein Thema. Er hält an seinem harten Kurs fest und will, wie er in dem Brief an Vesper betont, "Missverständnisse oder Irritationen gar nicht erst aufkommen lassen". Na dann.

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(SZ vom 20.05.2010/nog/mel)