Berlin denkt über einen radikalen Kurswechsel nach: Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung erwägt die Regierung, sich an Geldinstituten zu beteiligen - auch gegen deren Willen.
Die Bundesregierung denkt im Kampf gegen die Wirtschaftskrise über einen radikalen Kurswechsel nach. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wird intern erwogen, den Banken - ähnlich wie in den USA und Großbritannien - staatliche Hilfe aufzuzwingen. Im Gegenzug würde sich der Staat an den Instituten beteiligen. Grund ist die Sorge, dass die Banken im Herbst kaum noch in der Lage sein könnten, benötigte Darlehen an die Wirtschaft zu vergeben.
Die Skyline von Frankfurt: Möglicherweise wird den Banken staatliche Hilfe aufgezwungen. (© Foto: AP)
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Die Regierung würde bei einer sogenannten Rekapitalisierung das Eigenkapital deutscher Banken mit Steuergeld aufstocken und zugleich zum Großaktionär der Institute aufsteigen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatten solche Zwangshilfen bisher stets abgelehnt und auf freiwillige Lösungen gesetzt. Dagegen beteiligte sich die amerikanische Regierung bereits im vergangenen Herbst an allen namhaften Instituten ihres Landes, die britische Regierung verstaatlichte mehrere Großbanken.
Mittlerweile reift auch bei Merkel und Steinbrück die Erkenntnis, dass die Kreditmärkte trotz aller Bemühungen, die Banken zu stützen, austrocknen könnten.Nach übereinstimmenden Analysen des Kanzleramts, des Wirtschaftsministeriums und des Finanzministeriums steht die gesamte deutsche Wirtschaft mittlerweile vor der Gefahr, dass ihre Finanzierungsquellen versiegen.
Derzeit klagen vor allem kleine und sehr große Betriebe über Probleme. Bis zum Herbst könnte sich daraus eine allgemeine Kreditklemme entwickeln - mit womöglich dramatischen Folgen. Im schlimmsten Fall könnte sich die Rezession weiter verschärfen.
Der Grund dafür ist, dass die Kreditinstitute zurzeit gleich von drei Seiten unter Druck geraten: Zum einen schlummern in ihren Bilanzen immer noch viele faule Wertpapiere. Zum Zweiten wird im Zuge der Krise eine wachsende Zahl von Firmen ihre Darlehen nicht mehr tilgen können. Und zum Dritten zwingen die neuen internationalen Bilanzregeln die Banken dazu, Kredite mit mehr Eigenkapital zu unterlegen.
"Es war ein Fehler ausschließlich freiwillige Lösungen anzubieten"
Das gilt für neue, aber auch für bereits vergebene Darlehen, falls deren Ausfallwahrscheinlichkeit wegen der Rezession steigt. Ein Versuch Deutschlands, die EU-Partner zu einer Aussetzung dieser Regeln zu bewegen, war kürzlich gescheitert. Dies drohe das Eigenkapital der Banken weiter aufzuzehren, hieß es in Regierungskreisen.
Ob es am Ende tatsächlich zu einer Zwangsrekapitalisierung kommen wird, ist dennoch offen. Während aus einem Ministerium verlautete, es sei offensichtlich ein Fehler gewesen, bei der Bankenrettung "ausschließlich freiwillige Lösungen anzubieten", zeigte man sich an anderer Stelle skeptisch.
Es gebe auch in Großbritannien und den USA noch keinen Beweis dafür, dass die dortigen Hilfskonzepte die Kreditvergabe stimuliert hätten, hieß es. Zudem könnte die Regierung auch bei der Teilverstaatlichung einer Bank nur mittelbar - nämlich über den Aufsichtsrat - Einfluss auf Darlehensentscheidungen des Managements nehmen.
In Deutschland haben bisher vor allem die Commerzbank und die Hypo Real Estate von der Möglichkeit der Kapitalhilfe gegen staatliche Beteiligung Gebrauch gemacht.
In den kommenden Monaten dürften allerdings einige Institute hinzukommen: So muss sich jedes Geldhaus, das faule Wertpapiere in eine Bad Bank auslagern will, einem sogenannten Stresstest unterziehen. Ergibt dieser, dass das Institut bei einer weiteren Verschlechterung der Geschäftsbedingungen in Existenznöte geraten könnte, steigt der Staat als Anteilseigner ein.
Ein Gesetz für eine generelle Zwangsrekapitalisierung könnte dagegen schon aus Zeitgründen wohl erst nach der Bundestagswahl verabschiedet werden. Zudem fehlt der Regierung eine Ausstiegsstrategie: "Wer das anfängt, sollte schon heute wissen, wie er da wieder herauskommt", hieß es in den Kreisen. Deshalb prüft der Bund auch mögliche Alternativen: So könnte etwa die staatliche Förderbank KfW ihr Darlehensgeschäft erheblich ausweiten.
Im Gespräch sind auch sogenannte Verbriefungen. Dabei verkaufen die Banken Darlehens-Pakete an einen Investor, der den Erwerb über die Ausgabe von Wertpapieren finanziert. Zudem will sich die Regierung mit bis zu 50 Prozent an der Versicherung von Krediten beteiligen.
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(SZ vom 20.07.2009)
Berufung von Boris Schwartz abgelehnt
"" Das Problem liegt nicht bei der Kreditvergabe, sondern bei der raschen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit vieler Unternehmen. Wir müssen deshalb bei der Kreditvergabe noch genauer hinsehen. SZ: Sie rechnen nicht mit einem baldigen Abflauen der Krise? Weimer: Nein. Wir gehen davon aus, dass es noch lange dauern wird, bis wir wieder das Niveau von 2007 erreichen. Wir müssen uns als Bank in dieser Situation davor hüten, gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen. Das hilft niemandem."
Und inzwischen arbeiten die Banken wieder an der Produktion von hochkomplexen Papieren und verdienen Geld beim Investmenbanking . Will sagen : die nächste Blase ist schon auf dem Wege !
Man darf gespannt sein , welches hilflose Rezept die Regierung dagegen finden wird ...
muss man Raffael zustimmen, denn er beschreibt korrekt das grundsätzliche Wesen der Finanzbuchhaltung. Geld entsteht nicht aus dem Nichts. Die Frage ist wohl eher eine rein philosophische. Was versteht man unter Geldvermehrung? Wie entsteht Sie? Die Geldmenge, egal übrigens welche man betrachtet (alle Ms also) weisen keine derart signifikanten Steigerungen auf, wie das vor allem bei M3 der Fall sein müsste.
Bevor Sie iin die Niederungen der Bankbetriebswirtschafslehre einsteigen empfehle ich Ihnen erstmal grundlägende Literatur der Betriebswirtschaftslehre (Empfehlung Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre von H. Schierenbeck).
Wenn Sie von BWL ein Ahnung hätten, dann wüßten Sie, dass die Passiva die Mittelherkunft darstellt und die Aktiva die Mittelverwendung. Beide Seiten müssen sich immer ausgleichen. D. H. nur wenn ich auf der Passiva Mittel (bei einer Bank Einlagen) habe, kann ich diese für die Aktiva (Kredite) verwenden. D. h. Sie können nichts auf der Aktiva einräumen (Kredit) was nicht vorher in der Passiva da war! Das sind Grundsätze der Betriebswirtschaftslehre, die auch für Banken gelten.
Wenn sie sich mal das Buch was von Ihnen zitiert wird anschauen, ist da eine Tabelle mit drei Banken drin. Diese fängt damit an, dass die Banken frei verfügbare Mittel haben. Diese werden dann verliehen. Diese frei verfügbaren Mittel, stellen die Passivseite dar!
In diesem Sinne!
Sie stehen mit dieser Ansicht ziemlich allein da. Tolkmitt ist anderer Meinung. Der Vorgang heißt nicht umsonst "Geldschöpfung". Aber glauben Sie ruhig weiter an das Märchen, dass jeder Cent den die Bank verleiht, zuvor ein Guthaben dargestellt hat. Das Guthaben entsteht erst in dem Moment, in dem die Kreditsumme auf dem Konto gutgeschrieben wird.
das habe ich mir schon gedacht, dass Sie es nicht erklären können! War von Ihnen nicht anders zu erwarten.
Jetzt erkläre ich es Ihnen. Es sind meine 92 EURO die auf dem Geldmarktkonto rumliegen. Die ich aktuell nicht brache. Und diese zzgl. der 8 EURO Eigenkapital, werden ausgeliehen. Also 100 EURO werden geschöpft! Das Geld entsteht nicht einfach, virtuell oder ähnliches.
Ich zitiere mal was: Kreditinstitute betreiben durch HEREINNAHME von Einlagen und VERGABE von Krediten Geldschöpfung!
Sie erschaffen (so stellen Sie und Greiner dar) das Geld nicht!
Paging