"Rückzugsgefecht" der Geldhäuser: Raymond Bär, Chef der Schweizer Privatbank Julius Bär, über das Ende des Bankgeheimnisses und den Wandel des Finanzsektors.
Das Ende des Bankgeheimnisses zwingt die Schweizer Banken zum Strategiewechsel. Auch die Privatbank Julius Bär baut ihre Präsenz in Europa aus und eröffnete kürzlich eine Filiale in München. Ein Gespräch mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden Raymond J. Bär, 50.
Die Schweizer Privatbank Julius Bär sei nicht von der Krise betroffen, weil sie nicht im Subprime-Geschäft tätig gewesen sei, so Raymond J. Bär. (© Foto: Reuters)
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SZ: Herr Bär, die Schweizer Privatbanken sind gleich von zwei Krisen gleichzeitig betroffen: der Wirtschaftskrise und dem Ende des Bankgeheimnisses. Wie ergeht es Julius Bär?
Raymond Bär: Die Befürchtung, dass wir von der Krise betroffen sind, hat sich nicht bewahrheitet. Die Privatbanken waren nicht in das Subprime-Geschäft verwickelt, ihre Bilanzen sind gesund.
SZ: Aber sind die Vermögen nicht geschrumpft?
Bär: An den Börsen. Aber das ist eher eine Korrektur, keine Krise. Allerdings haben viele Kunden gemerkt, dass Privatbanken ihre Vorzüge haben. Das merken auch deutsche Häuser wie Warburg oder Metzler. Auch wir hatten in all den Krisenmonaten netto einen Zufluss an Vermögen. Was das Bankgeheimnis betrifft: Dass die Schweiz im März den OECD-Standard bei der Steuerzusammenarbeit übernahm, war Folge des großen politischen Drucks nach der Börsenbaisse. Ein Jahr zuvor wäre das noch undenkbar gewesen. Es hat aber auch gute Seiten. Finanzplätze wie Singapur und Hongkong sind jetzt gleichgestellt mit der Schweiz.
SZ: Ihr Vater hatte schon vor fünf Jahren gewarnt, das Bankgeheimnis mache fett, aber impotent. Damals widersprachen Sie ihm.
Bär: Der Zeitpunkt seiner Aussage war suboptimal, weil wir gerade mit der EU über das Zinssteuerabkommen verhandelten. Es war vernünftig, diesen Wettbewerbsvorteil nicht ohne Gegenleistung abzugeben.
SZ: Die Schweizer Banken haben also ein Rückzugsgefecht geführt.
Bär: Ja. Sie haben zu viel Gewicht auf das Bankgeheimnis gelegt und zu wenig auf die Dienstleistung. Die ist ja nicht schlecht. Hinzu kommt der stabile politische Rahmen. Wirtschaftlich wie politisch wird die Schweiz relativ gesehen als Gewinner aus der Krise hervorgehen.
SZ: Die EU macht weiter Druck auf die Schweiz, sie fordert Namen von Steuerflüchtlingen. Was bringt die Abgeltungssteuer, die Schweizer Banken dagegensetzen wollen?
Bär: Es gibt keinen Beweis, dass ein automatischer Informationsaustausch bessere Resultate erbringt als gleichwertige Systeme. Die Abgeltungssteuer würde die finanzielle Privatsphäre der Menschen sicherstellen. Wenn die Anonymität garantiert ist, können die Politiker mit maximalen Steuererträgen rechnen.
SZ: Die EU will nichts davon wissen.
Bär: Wenn die EU immer nur Namen fordert, wo sind da eigentlich die Datenschützer? Jeder Mensch hinterlässt Schatten. Es gibt neben der Steuer tausend Gründe, etwa familiäre Konstellationen oder die Sicherheit, weshalb manche ihr Geld eben nicht im eigenen Rechtsrahmen anlegen wollen.
SZ: Laut einer KPMG-Studie stehen die Schweizer Privatbanken vor einem Wandel. In der Schweiz stehe eine Konsolidierung bevor. Sind Sie groß genug im Ausland, um das aufzufangen?
Bär: Ich glaube schon. Die kritische Größe, die eine Bank zum Überleben braucht, ist gestiegen. Es kostet sehr viel mehr Geld, im Geschäft zu bleiben. Viele kleinere Anbieter können es sich nicht leisten, so wie wir in Europa vor Ort tätig zu sein. Es wird also Verkäufe geben, da bietet sich Wachstumspotential für uns. Wir haben mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter in Asien, das ist heute ein Muss.
SZ: Und Europa?
Bär: Unsere Kundschaft wird wohl großteils bleiben, das machen wir in Deutschland ja vor. Dort haben wir mit München nun fünf Standorte. Die Privatbankenkultur ist im Schwinden, in diese Lücke wollen wir springen.
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(SZ vom 25.11.2009/tjon)
Bruce Springsteen in Frankfurt
Wenn es um das "Proletariat" geht, sammeln diese Täter die Daten des Proletariats, dass es zum Himmel stinkt!
Auch in der Schweiz:
http://www.syna.ch/aktuell/archiv-medienmitteilungen/archiv-meldung/period/1159653600/2681999/1/article/424/syna-protest.html
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=5523&Itemid=59
http://www.blick.ch/news/cia-tom/artikel61456
Der Hintergrund im 18-teiligen ARTE-Film: "Die Geschichte der CIA" auf youtube!
Ich bin für einen Datenschutz - aber der muß für alle gelten! Kein zweierlei Maß mehr!
"Es gibt neben der Steuer tausend Gründe, etwa familiäre Konstellationen oder die Sicherheit, weshalb manche ihr Geld eben nicht im eigenen Rechtsrahmen anlegen wollen."
Aber sicher doch. Raus mit der Kohle aus dem eigenen, nationalen Unrechtsrahmen und rein in den alpenländischen Hort von Recht und Gesetz. Vor Rührung kommen mir die Tränen. Herr Bär, der Rächer der Enterbten; der Beschützer von Witwen und Waisen. Einfach grandios!
Dort wo Sie sonst auch sind. Im Abseits. Und bei Banken sind sie nun wirklich am unwichtigsten.
hat man doch so gut von Schwarzgeld, Steuerhinterziehung und Blutgeld gelebt, ganz zu schweigen von Milliardenvermögen mancher Diktatoren und verschwundenen Geldern von jüdischen Opfern der Na.. ti .. onal.. So z.. ialis ..ten. Es wurde Zeit, dass damit aufgeräumt wird und diese wertvolle Arbeit muss fortgesetzt werden!!!