Unverhohlen hat Frankreichs Präsident Sarkozy jüngst die Euro-Notenbank kritisiert. Jetzt keilt deren Chef, auch ein Franzose, barsch zurück.

Nach Vorwürfen gegen die Europäische Zentralbank hat EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die französische Finanzpolitik kritisiert. "Die öffentlichen Finanzen in Frankreich sind in sehr großen Schwierigkeiten", sagte Trichet am Sonntagabend in einem Interview des Radiosenders Europe 1 und der Fernsehstation TV5.

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In diesem Jahr sei der Anteil der öffentlichen Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt in keinem Land der Europäischen Union höher als in Frankreich. Die Regierung in Paris müsse ihre Verpflichtungen auf europäischer Ebene einhalten. "Eine sorgfältige Verwaltung der öffentlichen Finanzen ist sehr wichtig".

Gleichzeitig wies Trichet die Kritik des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zurück, die EZB trage zum schwachen Wirtschaftswachstum und dem hohen Wechselkurs des Euro bei, weil sie sich nur auf den Kampf gegen die Inflation konzentriere.

"Das ist eine Debatte, die mir größtenteils veraltet vorkommt", erklärte der EZB-Chef. Der wichtigste Auftrag der Bank sei die Preisstabilität. Diese unterstütze auch das Wachstum und den Arbeitsmarkt.

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(sueddeutsche.de/Reuters)