IW-Studie Käufer profitieren von Niedrigzinsen

Wohnen ist zum Teil erschwinglicher als 2010. Auch Mieten ist in den vergangenen fünf Jahren relativ gesehen günstiger geworden, bezieht man die Kaufkraft in die Rechnung mit ein.

Von Andreas Remien

Die Immobilienpreise in den deutschen Großstädten sind seit 2010 enorm gestiegen, zum Teil um 50 Prozent. Berücksichtigt man aber die deutlich gestiegene Kaufkraft und die aktuell extrem niedrigen Zinsen, kommen Käufer im Durchschnitt sogar günstiger weg als vor sechs Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Grundlage der Analyse sind Marktdaten von F+B und die von der GfK ermittelte Kaufkraft. Laut IW ist der Erwerb einer Immobilie in den sieben untersuchten Metropolen im Durchschnitt erschwinglicher als 2010. Auch Mieten sei in den vergangenen fünf Jahren relativ gesehen günstiger geworden. So seien die Nettokaltmieten mit der Ausnahme von Berlin und Stuttgart langsamer gestiegen als die Kaufkraft. Es sind laut der Studie aber vor allem Käufer, die profitieren.

Im Vergleich zum Mieten ist der Erwerb einer Immobilie laut IW deutlich attraktiver geworden. Das liegt vor allem daran, dass sich seit 2010 die Zinsen halbiert haben. Die Studie berücksichtigt in der Rechnung auch Neben- und Abnutzungskosten, entgangene Erträge für das Eigenkapital und eine wahrscheinliche Wertsteigerung des Grundstücks.

Das IW weist aber darauf hin, dass hauptsächlich Gutverdiener und Wohlhabende profitieren. Für den Kauf einer Immobilie sei schließlich in der Regel Eigenkapital von 50 000 Euro und mehr nötig. Auch Mieter mit stagnierenden Einkommen sind außen vor. "Studenten, Auszubildende und Arbeitssuchende werden durch die Wohnkosten stärker belastet als früher", sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.