40,7 Billionen Dollar Privatvermögen gibt es weltweit. Allein in Deutschland leben 826.000 Millionäre - ihr Geld legen sie sicher an.
Die meisten Millionäre wohnen zwar noch in den USA und Europa, doch der wirtschaftliche Aufschwung in den Schwellenländern brachte 2007 in diesen Regionen einen enormen Zuwachs an Reichtum. Das ist das Ergebnis des World Wealth Report von Merrill Lynch und Capgemini, der am Dienstag vorgelegt wurde.
Bild vergrößern
(© Foto: ddp)
Anzeige
Das Gesamtvermögen der weltweiten High Net Worth Individuals (HNWI) - das sind Privatpersonen mit einem Nettofinanzvermögen von mehr als einer Million Dollar ohne eigengenutzte Immobilien - ist im vergangenen Jahr um 9,4 Prozent auf 40,7 Billionen Dollar gewachsen. Die weltweite Anzahl der HNWI nahm um sechs Prozent auf 10,1 Millionen zu. In Deutschland, so die Studie, leben davon 82.6000. Der Zuwachs an Millionären in Lateinamerika betrug im Vergleich zum Vorjahr 20,4 Prozent, im Nahen Osten 17,5 Prozent und in der Region Asien-Pazifik 12,5 Prozent. Das zweistellige Wachstum in den Schwellenregionen und der zunehmende Ölreichtum im Nahen Osten sorgten für diese rasante Entwicklung. In Europa lag die Zuwachsrate bei 5,3, in den USA bei 4,4 Prozent.
Ölreichtum im Nahen Osten
Das starke Weltwirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2007 sorgte überall für einen deutlichen Anstieg reicher Menschen, so der Report. Im zweiten Halbjahr vermochten dann die widerstandsfähigen Volkswirtschaften in den Schwellenländern die Wachstumsabschwächung in den entwickelten Wirtschaftsnationen zu kompensieren. "Im Hinblick auf das Wachstum der Börsenkapitalisierung war der Graben zwischen den entwickelten und den Schwellenländern 2007 deutlich ausgeprägter als in den Vorjahren", sagt Christine Stapf, Leiterin der weltweiten Vermögensberatung bei Capgemini Consulting.
Die veränderten Rahmenbedingungen prägten auch die Vermögensallokation der Reichen. In den ersten Monaten des Jahres 2007 ließ sich erkennen, dass die Menschen, gestützt auf den Optimismus des Jahres 2006, bereit waren, stark auf risikoträchtige Geldanlagen zu setzen. Je deutlicher die Turbulenzen an den Finanzmärkten erkennbar wurden, desto stärker begannen sie ihre Vermögenswerte in sicherere und weniger volatile Anlageprodukte zu verlagern.
So lag der Anteil der Anlageklassen Bargeld, Depositen und festverzinsliche Werte Ende 2007 bei 44 Prozent des Finanzvermögens der Millionäre. Gegenüber 2006 entspricht das einem Zuwachs um neun Prozentpunkte. Weltweit reduzierten die Reichen auch weiterhin ihre Vermögenswerte in Nordamerika und interessierten sich verstärkt für Anlagen in ihrem heimischen Umfeld.
Bemerkenswert ist der Umgang der Reichen mit alternativen Investments wie Hedgefonds, Private Equity und Rohstoffen. Weltweit haben die Millionäre im Jahr 2007 durchschnittlich elf Prozent in diese Anlageklassen investiert, in den USA beträgt dieser Anteil allerdings nur fünf Prozent. Das verwundert, denn schließlich sind es die US-Universitätsstiftungen, die Investments in alternative Geldanlagen über viele Jahre vorgelebt haben und diese Ideen auch in den Rest der Welt trugen.
(SZ vom 25.06.2008/mel)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin