Von Simone Gröneweg

Gründe, ein eigenes Heim zu kaufen, gibt es viele: Aber lohnt sich der Kauf eines Hauses langfristig wirklich?

Die Schulden sind immens, die Arbeit auch - aber der Traum ist wahr geworden: Die Familie wohnt in den eigenen vier Wänden. Warum angeblich so viele Menschen das Bedürfnis nach einem eigenen Haus haben, darauf wissen vor allem Immobilienverkäufer und Bausparkassen Antworten: Die finanzielle Unabhängigkeit reizt, mancher möchte einfach nur sein eigener Herr sein und keinen Vermieter mehr haben, andere wollen sich für das Alter absichern. Gründe gibt es also viele.

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Aber lohnt sich der Kauf eines Hauses langfristig wirklich?

Nein, das sei nicht unbedingt der Fall, meint Tom Friess, Geschäftsführer des VZ Vermögenszentrums in München.

Anders äußert sich Christian Schmid-Burgk, Finanzierungsberater der Verbraucherzentrale Hamburg. Man müsse bedenken, dass in Ballungszentren die Mieten in Zukunft kräftig steigen könnten, sagt er.

Betrachtet man die eigene Immobilie ausschließlich als Geldanlage, kommt es - wie bei anderen Anlagen auch - wesentlich auf die Wertentwicklung an.

Eines ist dabei sicher: Der Wert der eigenen vier Wände wird nicht mehr automatisch steigen. Während in anderen europäischen Ländern die Immobilienpreise kräftig angezogen haben, hat sich in Deutschland wenig getan. Für den Euro-Raum errechnete die Europäische Zentralbank für 2005 bei den Immobilienpreisen im Mittelwert ein Plus von 7,6 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 7,2 Prozent.

Von solchen Zuwächsen kann man in der Bundesrepublik nur träumen. "2005 lag der Wertzuwachs bei Neubauten etwas über Null, und bei Bestandswohnungen deutlich darunter", sagt Tobias Just, Immobilienanalyst bei der Deutschen Bank.

Auch 2006 verteuerten sich lediglich Neubauwohnungen geringfügig, und bei Bestandswohnungen gab es erneut leichte Preisrückgänge. "Vor 20 Jahren konnte man ein Haus oder eine Wohnung kaufen, ohne sich große Sorgen über die Wertentwicklung zu machen. Das ist jetzt anders", sagt er. Wer sich für eine eigene Immobilie entscheidet, sollte darauf achten, dass das Haus oder die Wohnung am richtigen Platz ist.

Eine generelle Aussage zum deutschen Immobilienmarkt lässt sich kaum treffen. Die Preise variieren regional sehr stark. Kostet ein Baugrundstück in einer norddeutschen Mittel- und Großstadt im Schnitt 120 Euro pro Quadratmeter, liegt der Preis im Osten bei 70 Euro. Im Süden zahlt man sogar 280 Euro, heißt es bei der Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen. So wird für ein freistehendes Einfamilienhaus in München durchaus 550.000 Euro verlangt, in Magdeburg ist es vielleicht schon für 150.000 Euro zu haben.

Was ist bei der Wertentwicklung einer Immobilie besonders wichtig? Experten antworten gerne mit einem Kalauer: "Drei Dinge sind entscheidend - Lage, Lage, Lage." Der Gewinn liegt in dem steigenden Grundstückspreis, denn das Gebäude verliert im Laufe der Zeit an Wert. "Interessenten gucken mittlerweile aber schon genauer hin", berichtet Schmid-Burgk aus eigener Erfahrung. Wesentliches Kaufkriterium ist die Infrastruktur.

Dazu zählen etwa die Verkehrsanbindung, die Einkaufsmöglichkeiten, Parks zum Spazierengehen und Kindergärten sowie Schulen, die in der Nähe sind. Wichtig ist zudem die Wirtschaftskraft in der Gegend. Wo es viele Arbeitsplätze gibt, sind meist auch Wohnungen gefragt. Die demoskopische Entwicklung spielt ebenfalls eine Rolle. Regionen, in denen künftig mehr Menschen zuziehen als fortgehen, werden wahrscheinlich die Gewinner am Wohnungsmarkt sein.

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