Wohnhäusern erfreuen sich Wärmepumpen zunehmender Beliebtheit. Bernd Geschermann, Mitarbeiter der Energieagentur NRW, gibt Auskunft über die Einsatzmöglichkeiten im privaten Hausbau.
SZ: Ist es auf jedem Grundstück möglich, eine Wärmepumpe zu installieren?
Anzeige
Geschermann: Der Einsatz ist nahezu überall möglich. Bei erdgekoppelten Wärmepumpen gibt es behördliche Einschränkungen in Grundwasserschutzgebieten. Der Boden selbst ist je nach Geologie mehr oder weniger geeignet, die Ergiebigkeit des Bodens kann jedoch in der Regel durch die Anzahl oder die Tiefe der Bohrungen, aber auch eine größere Kollektorfläche ausgeglichen werden. Für einige Gebiete in Deutschland gibt es geologische Karten, mit denen sich die Entzugsleistung des Erdreichs abschätzen lässt.
SZ: Weshalb werden für Einfamilienhäuser eher Erdsonden empfohlen und keine Grundwasser-Pumpen, die doch effizienter arbeiten und keine so tiefen Bohrungen benötigen?
Geschermann: Grundwasser steht nicht überall in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung. Insbesondere bei eisenhaltigem Wasser kann es zu Problemen bei der Wiedereinleitung des Wassers in den Boden kommen. Da es sich bei Erdwärmesonden und Kollektoren um geschlossene Systeme handelt, sind sie weniger störanfällig.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Christopher Lee zum 90.
Nordrhein-Westfalen besitzt ein gutes bis sehr gutes oberflächennahes geothermisches Potenzial. Unter Ausnutzung optimaler Sondenlänge lassen sich faktisch weit über 70 Prozent des Untergrundes in Nordrhein-Westfalen geothermisch nutzen. Der Geologische Dienst NRW hat für jedes Grundstück im Land bis zu einer Tiefe von 100 Metern entsprechende Daten ermittelt und die Ergebnisse für das Internet aufbereitet.