Interview mit Anastacia "Ich sah erst richtig Geld, als meine dritte Platte rauskam"

Ihre Plattenfirma flog Anastacia im Privatjet umher, ihr Konto aber blieb trotzdem leer. Heute hat sie eine große Villa - und kann sich vorstellen, die USA wegen Donald Trump zu verlassen.

Von Alexander Hagelüken und Pia Ratzesberger

Anastacia Lyn Newkirk wird an diesem Abend vor Unternehmern auftreten, ein gebuchtes Konzert im Bayerischen Hof. Sie trägt schon lange keine Brille mehr, aber auch mit 48 Jahren noch immer viele Nieten und viel Schmuck. Anastacia ist niemand, der es schlicht mag.

Sie sitzt am Tisch des Hotelrestaurants, Blick über die Dächer der Stadt und erzählt von einer Zeit, als sie noch Arbeitslosengeld empfing und wieder zu ihrer Mutter nach Kalifornien zog.

In ihrer Heimat war sie nie so erfolgreich wie in Europa

"Ich hielt mich für die Künstlerin, die es nicht schafft." Für ein schwarzes Publikum sei ihre Stimme zu weiß gewesen, für ein weißes Publikum wiederum zu schwarz. "Ich sah erst richtig Geld, als meine dritte Platte rauskam", erklärt sie. Als mit über 30 Jahren doch noch der Erfolg kam, sagte Anastacia bei ihrem ersten Fernsehauftritt: "Ich trage heute ein Kostüm von dem Dolce und dem Gabbana." Sie hatte noch nie von der Marke gehört.

Mittlerweile aber besitzt sie eine Villa mit sieben Bädern in Beverly Hills, die sie an Europa erinnert. Mit ihren Touren verdient sie mehr als mit ihren Platten, sie mache andere Verträge. Die Plattenfirma müsse ja nicht davon profitieren, dass sie die Säle fülle. In ihrer Heimat USA war sie nie so erfolgreich wie in Europa oder Asien, seit Donald Trump Präsident ist, kann sie sich aber ohnehin vorstellen, irgendwann auszuwandern: "Wenn Amerika ein totalitärer, hitleresker Ort wird, habe ich kein Problem, zu gehen".

"Das Geld reichte nicht mal für die Miete"

Die Sängerin Anastacia lebte von Arbeitslosengeld, bevor sie eine Platte aufnahm. Sie spricht über Sparsamkeit, ihren Kampf gegen den Brustkrebs und warum einem im Musikbusiness ständig alle Leute reinquatschen. Von Alexander Hagelüken und Pia Ratzesberger mehr...