Von Helga Einecke

Die US-Notenbank hat die Notbremse gezogen und völlig überraschend den Diskontzins gesenkt. Prompt schießen die Aktienkurse in die Höhe. Der amerikanische Dow Jones verbesserte sich zeitweise um mehr als ein Prozent.

Die amerikanische Notenbank hat überraschend den Diskontsatz um einen halben Prozentpunkt gesenkt und dies mit der verschlechterten Situation der Finanzmärkte begründet. Danach drehten die Kurse an den Aktienmärkten deutlich ins Plus, der Euro legte ebenfalls zu.

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Ein Händler an der New Yorker Börse starrt gebannt auf einen Monitor. (© Foto: dpa)

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Der Aktienindex Dax schaffte ein Tagesplus von 1,5 Prozent und schloss bei 7378 Punkten. Der US-Index Dow Jones gewann zeitweise mehr als ein Prozent.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) setzte den Diskontsatz von 6,25 Prozent auf 5,75 Prozent herab. Der Satz liegt damit noch immer einen halben Prozentpunkt über dem amerikanischen Leitzins, der seit gut einem Jahr bei 5,25 Prozent verharrt.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) setzte den Diskontsatz von 6,25 Prozent auf 5,75 Prozent herab. Der Satz liegt damit noch immer einen halben Prozentpunkt über dem amerikanischen Leitzins, der seit gut einem Jahr bei 5,25 Prozent verharrt.

Die Fed sprach von einer vorübergehenden Maßnahme. Die steigende Unsicherheit könnte das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft behindern, hieß es.

Die Fed reagierte damit so stark wie noch nie auf die Kredit- und Hypothekenkrise der USA, deren Folgen seit Wochen die Börsen und Finanzmärkte in Atem halten.

Ein Grund für die Notenbank-Entscheidung könnte das stark gesunkene Vertrauen der US-Verbraucher sein. Der entsprechende Index ging im August zurück. Er gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, weil die Konsumausgaben zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmachen.

Volkswirte begrüßten die Entscheidung der Notenbank. Es handele sich um eine "temporäre technische Maßnahme'', sagte Patrick Franke von der Commerzbank. Der Diskontsatz sei das Überdruckventil, mit dem Banken der Zugang zum Geldmarkt erleichtert werde.

Anders als beim Leitzins könne der Diskontsatz ohne großes Aufsehen auch wieder steigen. "Wichtig ist der psychologische Aspekt'', sagte Thomas Mayer, Volkswirt der Deutschen Bank. Die Fed zeige, dass sie die Lage ernst nehme.

Die Experten sind sich nicht einig darüber, ob sich die Fed in absehbarer Zeit auch zu einer Leitzinssenkung entschließen wird. Einige verglichen die Diskontsatzsenkung mit dem ersten Schnelltender der Europäischen Zentralbank (EZB) am 9. August.

Damals hatte die EZB zum festen Zinssatz die Banken unbegrenzt mit Geld versorgt und insgesamt 95 Milliarden Euro hergegeben. Der Diskontsatz, der über dem US-Leitzins liegt und die Hinterlegung von mehr Sicherheiten erfordert, sei eine Art Notinstrument.

"Es geht darum, das System am Laufen zu halten und dem Vertrauensverlust entgegenzuwirken'', sagte Ulrich Kater, Volkswirt der DekaBank. Der Diskontsatz gehöre zu den normalen Geschäften einer Notenbank, sie müsse für einen funktionierenden Geldmarkt sorgen.

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