Viertel mit einem hohen Migrantenanteil sind für Einwanderer oft keine End-, sondern eine Durchgangsstation.
"Ich bin Berlinerin durch und durch", erzählt Yonca Tül und strahlt. Sie ist Deutsche türkischer Herkunft und lebt seit ihrem fünften Lebensmonat in Berlin. 1972 sind ihre Eltern aus dem südtürkischen Adana in den Bezirk Kreuzberg gezogen. "Die Mutter meines Vaters und ein Onkel wohnten damals schon dort."
Von zentraler Bedeutung für den Integrationsprozess sind zum Beispiel gemeinsame Werte, Bildung und Chancen auf dem Arbeitsmarkt. (© Foto: ddp)
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So wie viele Immigranten wohnten die Tüls erstmal in einer Umgebung, in der auch viele andere Einwanderer lebten. Die häufig als "Ausländerghettos" stigmatisierten Wohngegenden sind nach Meinung einiger Soziologen besser als ihr Ruf. Für eine erfolgreiche Integration, so der Tenor, seien ohnehin ganz andere Faktoren als die Nachbarschaft zu Einheimischen entscheidend.
Zuwanderer suchten zunächst die Nähe von Landsleuten, die dort bereits lebten und ihnen bei der Wohnungssuche oder bei Behördengängen helfen könnten, sagt Hartmut Häußermann, Professor für Stadt- und Regionalsoziologie an der Humboldt-Universität in Berlin. Er erinnert in dem Zusammenhang an das New Yorker Viertel "Little Germany", das entstand, als viele mittellose Auswanderer aus Deutschland in die USA migrierten.
Vorzeige-Zuwanderer
In dem Maße aber, wie sich Zuwanderer ökonomisch, sozial und kulturell integrierten, würden sie in Viertel ziehen, in denen vor allem Einheimische lebten, meint Häußermann. Die Orte mit hoher Konzentration von Migranten seien dann in diesen Fällen keine Endstationen, wie in der öffentlichen Diskussion oft unterstellt, sondern Durchgangsstationen.
Die Familie Tül hat diesen idealtypischen Verlauf hinter sich. Vor Yoncas Einschulung ist sie in einen etwas besseren Teil Kreuzbergs gezogen, wo gerade eine Reihe moderner Neubauten entstanden war. Die Eltern legten von Anfang an viel Wert auf eine gute Bildung und Ausbildung ihrer beiden Töchter. Sie sprechen Türkisch und Deutsch fließend, haben Abitur gemacht und studiert. Migrationssoziologen hätten an den Tüls ihre wahre Freude.
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- Streiflicht Das Beet ist voll 07.03.2006
Eurovision Song Contest
Nun, das klingt ja wirklich nach arger Diskriminierung! Allerdings nur, wenn man sich nicht vergegenwärtigt, daß ja tatsächlich wohl immer noch die überwiegende Mehrheit der Bewerber Deutsche sind. Daher ist selbstverständlich die Wahrscheinlichkeit, daß "ein Deutscher" die Wohnung bekommt, höher. Solche Pauschalargumente taugen also garnix, um irgendwelche Diskrimnierungen nachzuweisen, da müßte man schon mit schlüssigem Zahlenwerk kommen. Daran fehlt es hier leider. Weder wird klargestellt, ob die Chancen für Migranten, in den Mittelstand aufzusteigen, tatsächlich schlechter als für den Durchschnittsbürger sind, noch wird erläutert, welche Rolle das Wohnumfeld dabei nun genau spielt. Ist dieser Beitrag einfach schlecht recherchiert, oder ist die Studie wirklich so ein Wischiwaschi? Der interessierte Leser kann darüber nur spekulieren. Schade.
Die Lebensweltanalyse wurde nicht für die Stadtsoziologie geschaffen. Sie dient eigentlich nur einer zielgruppengerechten Konsumentenwerbung. Mediaplaner mögen das ganz praktisch finden, ernsthafte Soziologen (hoffentlich) nicht.
Ich bezweifle, daß man die Realität in acht Milieus genau einordnen kann.