Von Annette Ramelsberger

Ein "klassischer Selbstanbieter", kein angesetzter Spitzel - Der Informant im Steuerskandal hat sich nach SZ-Informationen vor knapp zwei Jahren in einer ausführlichen E-Mail an den Geheimdienst gewandt.

Von einem "klassischen Selbstanbieter" hatte der Bundesnachrichtendienst in den vergangenen Wochen gesprochen, als es darum ging, wie die Daten von Steuerflüchtlingen zum BND gekommen waren.

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Das bedeutet: Ein Informant hat sich von sich aus an den BND gewandt und wurde nicht etwa vom Dienst auf die Liechtensteiner Banken angesetzt. Letzteres wirft das Fürstenhaus in Vaduz den Deutschen vor.

Im geheim tagenden Parlamentarischen Kontrollgremium lieferte BND-Präsident Ernst Uhrlau am Mittwochnachmittag die detaillierte Schilderung, wie der Mann an den Dienst herangetreten ist.

Wie die Süddeutsche Zeitung erfuhr, wandte sich die Quelle, die nun Deutschlands Steuersünder zittern lässt, vollkommen unspektakulär an den BND: Per E-Mail kontaktierte der Informant die Zentrale des Dienstes in Pullach.

Dort ist auch der Eingang der Mail in den Akten verzeichnet: Es war der 24. Januar 2006. In dieser bereits sehr ausführlichen Mail habe der Mann berichtet, über welche Informationen er verfüge - vor allem aus dem Bereich internationaler Geldwäsche. Er bat um einen Termin, und man traf sich.

Auf Fragen der Abgeordneten habe BND-Chef Uhrlau erklärt, der Dienst habe vorher keinerlei Beziehungen zu dem Informanten gehabt, erfuhr die SZ. Es handele sich bei der Quelle auch nicht um einen Betrüger - auch das hatte Liechtenstein behauptet und auf einen Mann verwiesen, der im Jahr 2003 festgenommen worden war und seinen Job bei der Bank verloren hatte.

Auf der nächsten Seite: Der BND besorgte sich sogar ein polizeiliches Führungszeugnis.

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